YAMAHAS ZUKÜNFTIGES AUFSTELLUNGSLINIE FÜHRT DIE WERKSBILANZ AN, WÄHREND MERGALLI AUF DIE 2027ER NUMMER-EINS-PLAKETTE SCHAUT
3h ago·

Yamaha geht in die zweite Saisonhälfte beim MotoGP-Event in Silverstone, wobei der aktuelle Druck auf die Werksbilanz weiterhin spürbar ist. Gleichzeitig gewinnen die Planungen für die Zukunft als Fahrerteam immer mehr an Bedeutung. Fabio Quartararo liegt vor dem britischen Rennen auf Platz 14 der Gesamtwertung, doch im weiteren Yamaha-Umfeld entsteht ein deutlich anderes Bild: Jorge Martin führt die Tabelle für das Werksteam sowie Trackhouse Aprilia an, während Ai Ogura in seiner Mannschaft Zweiter ist. Damit könnte Yamaha trotz des fünften und letzten Platzes im Konstrukteurskampf dennoch in der Lage sein, zum Start der 2027er 850-ccm/Pirelli-Ära die begehrte Startnummer eins zu beanspruchen.
Teamdirektor Massimo Meregalli vom Monster-Yamaha-Team sagte, Yamaha müsse bei der Verpflichtung von Martin und Ogura niemanden „überzeugen“. Die Entscheidung sei vielmehr eine direkte Folge der bereits laufenden Arbeit. Er betonte zudem, man sei „extrem zufrieden“ mit dem Erreichten und Yamaha sei „wirklich aufgeregt“ über eine neue Saison, die „viele neue Dinge“ bringen werde – nicht nur in Bezug auf die Fahreraufstellung. Meregalli stellte außerdem klar, dass der Fokus weiterhin auf dem laufenden Projekt liegt: Es gebe „eine Menge Rennen in 2026, bevor es bis zum Saisonende geht“.
Auf die Frage, ob Yamaha für die nächste Saison einen amtierenden MotoGP-Weltmeister ins Team holen will, antwortete Meregalli mit einem eindeutigen Ja: „Ja, auf jeden Fall, wir prüfen diese Möglichkeit.“ Gleichzeitig machte er jedoch deutlich, woher die Nummer eins kommen sollte. Für Hersteller und Team sei es „besser, die Nummer eins aus dem Inneren zu holen, statt von außen“.
Die Aussagen kamen parallel zu Zusicherungen, dass die Entwicklungsarbeit bei Yamaha noch nicht abgeschlossen ist. Meregalli sagte, Yamaha werde „bis zum Ende der Saison weiterarbeiten“, und dass „[dieses] [aktuelle] Aero nicht das letzte Update sein wird“ – ein weiteres Signal dafür, dass das Team noch weitere Leistungssprünge erwartet.
Die Bedeutung der Situation steigt auch durch Martins Position an der Spitze. Sollte er seinen Vorsprung halten, wäre es bereits das zweite Mal, dass Martin die Startnummer eins zu einem anderen Hersteller bringt: Nach dem Gewinn der MotoGP-Krone 2024 mit dem Aprilia-Pramac-Ducati-Paket. Quartararo ist bestätigt, dass er zu Honda wechselt, während Alex Rins – zusammen mit Pramac-Jack Miller – mit möglichen WorldSBK-Chancen in Verbindung gebracht wird.
Vor diesem Hintergrund wurde Meregalli gefragt, ob es schwierig sein könnte, die aktuelle Yamaha-Fahreraufstellung weiter zu motivieren, angesichts des breiteren Fahrerwechsels und der jüngsten Ergebnisse der V4. Er betonte, Professionalität sei der entscheidende Faktor: „Ich denke, das sind professionelle Fahrer, so wie wir ein professionelles Team sind.“ Seine Botschaft war klar: „Das Ziel ist einfach, zu versuchen, die Performance zu verbessern und die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.“
In der WM-Vorschau auf Silverstone hat Martin 14 Punkte Vorsprung auf Ogura. Der amtierende Ducati-Weltmeister Marc Marquez liegt weitere 18 Zähler zurück. Aprilia mit Marco Bezzecchi und VR46 mit Fabio di Giannantonio liegen beide innerhalb von 24 Punkten auf den Führenden – der Kampf bleibt also offen, während die Saison in ihre entscheidende Phase eintritt.