Skip to content
64°

YAMAHA SAGT, DASS SEIN MOTO3-BIKE FÜR 2028 EIN PROTOTYP IST, KEINE TEILE-BIN-ABLEITUNG

2h ago·

Yamaha hat seine Pläne für eine neue Moto3-Maschine vorgestellt, die ab 2028 ausschließlich vom Hersteller geliefert wird. Dabei betont das Unternehmen, das Projekt sei als echter Rennprototyp ausgelegt und nicht als bloße Ableitung vorhandener Serienhardware.

MotoGP-Sportchef Carlos Ezpeleta nennt als Leistungsziel, das heutige Moto3-Paket deutlich zu übertreffen: „rund 120 kg mit über 95 PS“. Er ordnet die technische und sportliche Ausrichtung zudem als Antwort auf Probleme innerhalb der aktuellen Moto3-Struktur ein. Zu den zentralen Zielen zählt, dass „alle Fahrer mit exakt derselben Ausrüstung konkurrieren können“, das Motorrad „besser auf die heutigen Fahrer zugeschnitten“ wird – sowohl hinsichtlich des Alters als auch der [größeren] Körpergröße – und die Kosten gesenkt werden sollen, sodass Moto3 „50% der aktuellen Kosten für Moto3“ erreicht.

Yamaha Racing Managing Director Paolo Pavesio bekräftigt, dass die Kostensenkung nicht zulasten des zweckorientierten Renncharakters geht. „Das ist kein Serienbike-Spin-off“, sagt er. Zwar wird der Motor als Serienaggregat beschrieben, Yamaha will ihn jedoch „stark modifizieren“ – mit großen Änderungen bei Gewicht und Leistung. Pavesio erklärt, das Unternehmen „reduziert das Gewicht massiv“, unter anderem durch den Einsatz von viel Magnesium. Außerdem soll das Projekt „ein komplettes Renngetriebe“ beinhalten.

Entscheidend ist laut Yamaha: Nur der Motor stammt aus der Produktion. „Der Motor ist der einzige serienmäßige Teil des Bikes“, sagt Pavesio. Rahmen, Schwinge und das rollende Chassis seien dagegen als „Prototyp-Rennmaschine“ konzipiert. Zudem weist Yamaha die Idee zurück, das neue Moto3 ließe sich durch das Ausleihen von Komponenten aus bestehenden Yamaha-Plattformen zusammenbauen: „Wir haben nicht eine einzige Schraube von bestehenden Yamaha-Teilen, von der Superbike-Plattform, genommen, um die neue Moto3 zu bauen.“

Die Entwicklung läuft bereits. Pavesio beschreibt ein breites internes Vorhaben: Yamaha habe eine „unternehmensübergreifende Gruppe junger Ingenieure“ zusammengestellt, um das Motorrad zu entwerfen – inklusive Mitarbeitern aus Superbike- und MotoGP-Bereichen sowie Studenten. Er merkt an, dass zwar auch Leute aus Japan im Team sind, viele jedoch in Italien sitzen, weil „das Bike hauptsächlich in Europa entwickelt wurde“. Yamaha kündigt außerdem an, dass das Testprogramm im September oder Oktober starten soll.

Neben dem technischen Rahmen wird die Motivation für den Moto3-Einstieg als strategisch und nicht rein kommerziell dargestellt. Pavesio sagt, das Programm sei „nicht wirklich dazu da, Geschäfte zu generieren, sondern um Wissen zu generieren“ und um „mit jüngeren Zielgruppen in Kontakt zu treten“ – in Regionen, in denen Motorsport und Motorrad-Nachfrage wachsen. Er nennt dabei ausdrücklich „Südamerika, Asien“ und argumentiert, dass Yamahas globale Präsenz und die MotoGP-Promotion dabei helfen können, das Interesse in diesen Märkten aufzubauen.

Auch wenn Yamaha der exklusive Lieferant sein wird, will das Unternehmen laut Pavesio, dass andere Hersteller in der Klasse weiterhin beteiligt bleiben – mit einem Vergleich zum Moto2-Modell, bei dem Triumph die Bikes antreibt. Yamaha „kümmert sich nicht darum, ob auf den Bikes, die Moto3-Teams kaufen, irgendein Yamaha-Branding zu sehen ist“, und das Unternehmen „will nicht die Tatsache nutzen, dass wir die Maschinen als direkte Branding-Promotion liefern“. Yamaha bestätigt außerdem, dass es ein eigenes Team einsetzen wird: „Wir werden unser eigenes Team haben. Das ist sehr klar.“

In der Logik, in der Yamaha in Moto2 über das Yamaha Pramac Projekt antritt – mit einem Boscoscuro-Chassis und einem Triumph-Motor – deutet Pavesio an, dass der Moto3-Ansatz auf Entwicklung und Teilnahme ausgerichtet sein wird, statt die Belieferung in eine reine Branding-Aktion zu verwandeln.

Insgesamt ist Yamahas Botschaft für 2028 eindeutig: Das neue Moto3-Paket soll leichter, leistungsstärker und günstiger werden, die Maschinen für die Fahrer standardisieren und die Klasse als Plattform für langfristiges Know-how sowie das Wachstum neuer Zielgruppen positionieren.

View sources