Skip to content
64°

GUENTHER STEINER SIEHT KEIN TECH3-SEAT FÜR SENNA AGIUS AUS „FALCHEN GRÜNDEN“

2h ago·

Tech3s nächstes MotoGP-Aufgebot zeichnet sich um Senna Agius ab. Guenther Steiner betont dabei, dass die Beförderung des Australiers nicht auf „Passport“-Politik oder die Annahme von „Pay-to-Play“ zurückzuführen sei. Obwohl die Vereinbarung für 2027 noch finalisiert und offiziell verkündet werden soll, berichten Medien, dass Agius Luca Marinis Teamkollege in einem neu ausgerichteten Tech3-Duo wird.

Die Entscheidung hat Diskussionen ausgelöst, weil Agius aktuell 59,5 Punkte hinter dem Moto2-Spitzenreiter Manuel Gonzalez liegt. Da der zweite Sitz demnach zwischen Agius und Gonzalez entschieden wurde, bringen manche Beobachter die Frage auf, ob Agius die Chance wirklich ausschließlich aufgrund seiner Leistung erhalten hat. Steiner wird jedoch als jemand dargestellt, der aus seiner Zeit in der Formel 1 gelernt habe und nicht den gleichen Fehler wiederholen würde, den er gemacht habe, als Haas Agius’ Vorgänger in die „falschen Gründe“-Kategorie einordnete.

Der Vergleich reicht bis zu Haas’ Experiment mit lauter Nachwuchsfahrern im Jahr 2021 zurück, als Mick Schumacher und Nikita Mazepin ins Team geholt wurden. Steiners Entscheidungsfindung wird dabei als durch Sponsoring und finanzielle Unterstützung beeinflusst beschrieben: Mazepin wurde von seinem Vater Dmitry unterstützt, dessen Uralkali-Unternehmen Haas als Titelsponsor gewann. Die Ergebnisse waren jedoch enttäuschend. Schumacher war schneller als Mazepin, und das Team trennte sich nach der Saison 2022. Es heißt, Steiner habe Kevin Magnussen knapp über ein Jahr, nachdem er ihn entlassen hatte, wieder ins Line-up geholt – ein Hinweis darauf, dass Haas nach dem Scheitern des ersten Wagnisses wieder stärker auf Leistung und Stabilität setzte.

Übertragen auf MotoGP lautet das Argument, dass Tech3 in dieser Phase deutlich besser aufgestellt sei als Haas damals. Die Berichte halten fest, dass Tech3 Fahrer „nach Verdienst“ auswählen könne, auch wenn es eventuell zusätzliche kommerzielle Vorteile geben könnte, die mit Agius’ Profil zusammenhängen. Ein Faktor ist die wachsende Bedeutung des Australian Grand Prix in Adelaide, der nächstes Jahr unter neuer Leitung durch Liberty Media zu einem Aushängeschild werden soll. Der Artikel deutet an, dass Agius’ Beförderung ein großer Schub für das Event sein könnte – möglicherweise unterstützt durch finanzielle Anreize. Steiners Position ist jedoch, dass solche Vorteile höchstens zweitrangig und nicht entscheidend seien.

Der Beitrag stellt außerdem einen Kontrast zu anderen Fahrern her, die als „Pay“-Optionen bezeichnet wurden. Er verweist auf Somkiat Chantras Situation bei LCR Honda und beschreibt ihn 2024 faktisch als Pay-Fahrer, bevor er zu den World Superbikes wechselte. Als Beleg wird Chantras Moto2-Form herangezogen: Er habe in seiner letzten Saison den 12. Platz belegt und 2023 seinen Höhepunkt mit Rang sechs gehabt. Damit soll unterstrichen werden, dass Agius nicht als ähnlicher Fall behandelt werden sollte.

Letztlich wird berichtet, dass Tech3 Agius statt Gonzalez ausgewählt habe, weil man ihm ein höheres Entwicklungspotenzial zutraut – auch wenn sein aktuelles Leistungsniveau leicht unter dem von Gonzalez liegt. Die Berichte ergänzen, dass auch die Unterstützung von KTM Teil des Gesamtbilds sei. Entscheidend sei jedoch vor allem, dass Tech3 an Agius’ Möglichkeiten glaubt – nicht sein Rückstand in der Punktewertung zum Zeitpunkt der Auswahl.

Auch wenn der Artikel einräumt, dass Gonzalez’ Chancen möglicherweise durch Wahrnehmungen rund um die Nationalität beeinflusst worden sein könnten, argumentiert er: Wenn Teams ihn wirklich als Elitefahrer gesehen hätten, hätten sie ihn unabhängig davon verpflichtet. Mit der anstehenden Chance für Agius, sich neben Marini zu beweisen, ist die Botschaft der Berichterstattung klar: Steiners Sicht ist, dass Agius eine faire Gelegenheit verdient – basierend darauf, was Tech3 in seiner Zukunft sieht, und nicht auf Annahmen darüber, wie der Sitz zustande gekommen ist.

View sources