SERVUSTV’S FREE-TO-AIR-MOTOGP-ÜBERTRAGUNG ENDET AB 2027 IN DEUTSCHLAND
3h ago·
Deutsche MotoGP-Fans müssen sich ab 2027 auf eine große Änderung beim Fernsehzuschauen einstellen: ServusTV überträgt dann nicht mehr in dem Umfang, auf den viele Zuschauer bisher setzen konnten. Laut Speedweek hielt ServusTV die Live-Rechte für die MotoGP in Deutschland von 2019 bis 2023, und seit 2024 zeigt der Sender immerhin die Hälfte der Rennen. In Österreich sendet ServusTV die MotoGP bereits seit 2016 live, frei empfangbar und in HD. Zudem hat der Sender die Vereinbarung mit dem Rechteinhaber (ServusTV linear und ServusTV On/Streaming) für den Heimmarkt bis 2030 verlängert.
In Deutschland ändert sich die Lage nach einer Ankündigung der MotoGP Sports Entertainment Group vom 30. Juli 2026: Von 2027 bis 2030 sollen ausgewählte MotoGP-Rennen frei empfangbar bei RTL laufen, während alle MotoGP-, Moto2- und Moto3-Sessions live beim Pay-TV-Sender Sky aus dem Sky-Verbund übertragen werden.
Für dieses Jahr berichtet Speedweek, dass DF1 in Deutschland die Hälfte der Rennen im Free-TV ausstrahlt – über das ServusTV-Signal. Diese Rennen sind außerdem bei ServusTV On sowie bei Red Bull TV verfügbar. Genau diese Konstellation fällt ab 2027 weg.
Die Nachricht sorgte für spürbaren Ärger in den sozialen Medien. Ein SPEEDWEEK-Facebook-Kommentator, „Münchner Stadtschreiber“, schrieb: „ServusTV … alles andere ist Jungle-TV.“ Reinhard Asimus sagte, er „brauche“ RTL nicht; es sei „nur ein Werbe-TV-Sender“, während Servus TV „welten besser“ sei. Ein weiterer Zuschauer, „Wald Meister“, beklagte eine „ständige Werbe-Show“ mit MotoGP-Unterbrechungen und meinte, er schaue nur, wenn MotoGP bei ServusTV läuft. Tina Bet fasste eine verbreitete Stimmung zusammen: „Entweder ServusTV/DF1 oder gar nicht! MotoGP ohne das Dream Team Hofmann/Brugger funktioniert einfach nicht.“
Speedweek verweist zudem auf die kommerzielle Logik des Wechsels: RTLs Marktanteil in Deutschland liege demnach in der wichtigen Zielgruppe der 19- bis 49-Jährigen bei knapp 10%, während DF1 angeblich unter 0,5% liege. Da die MotoGP seit Juli 2025 mehrheitlich bei Liberty Media liegt, wolle die Serie eine größere Mainstream-Reichweite erreichen. Speedweek schreibt, Sportdirektor Carlos Ezpeleta habe die Strategie auf seiner Website ausführlich erläutert und dass eine Vereinbarung mit Deutschlands größtem privaten Fernsehsender sowohl die Zuschauerzahlen vergrößern als auch die Einnahmen steigern soll.
Für Fans, die nach einer Alternative suchen, sagt Speedweek: Der offizielle MotoGP.com-Stream wird ab 2027 in Deutschland verfügbar sein. Er überträgt den Welt-Feed, allerdings nur mit englischem Kommentar. Der Bericht erinnert außerdem daran, dass die MotoGP bereits einmal bei RTL zu sehen war – im Jahr 2006. Damals soll der Marktanteil trotz eines großen On-Site-Reportage-Setups bei 5 bis 7% gelegen haben.