DUCATI BESTÄTIGT, DASS DIE MOTOGP-SAISON 2027 UNVERÄNDERT STARTET – MIT RENNRUNDE-FÜR-RENNRUNDE-UPDATES FÜR WERKSTEAMS
3h ago·
Mit den neuen 2027er MotoGP-Regeln für 850 cm³ muss Ducati seine Teams anders mit Maschinen versorgen. Laut Ducati-Sportdirektor Mauro Grassilli ist die Ära der günstigeren „Vorjahres“-Desmosedici vorbei: „Es wird keine Vorjahresmaschine geben. Aber es wird Unterschiede geben, weil es von Rennen zu Rennen Entwicklungen geben wird.“
Grassilli erklärte, dass der Saisonauftakt weiterhin mit sehr ähnlicher Hardware erfolgt. „Wir starten die Saison mit sehr ähnlichen Spezifikationen. Die offiziellen Werksmaschinen erhalten dann Updates von Rennen zu Rennen. Das gilt nicht für die anderen Bikes“, sagte er. Daraus ergibt sich, dass der Abstand zwischen dem Werksteam und den Satelliten im Jahresverlauf größer wird, während das Lenovo-Ducati-Werksteam als Entwicklungsvorreiter fungiert.
Als erste Nutznießer der neuen technischen Ausrichtung gelten Marc Marquez und Ducati-Neuzugang Pedro Acosta, beide im Werks-Umfeld eingeplant. Grassillis Aussagen unterstreichen zudem: Auch wenn der Startpunkt nahe beieinander liegt, wird der Zugang der Werksfahrer zu laufenden Upgrades ihre Leistungsfähigkeit zunehmend stärker von der der Kundenteams absetzen.
Für die Satelliten-Teams ist das Bild dagegen begrenzter. Speedweek berichtet, dass sowohl das Pertamina Enduro VR46 Racing Team als auch Gresini Racing jeweils eine Desmosedici in der jeweils neuesten verfügbaren Konfiguration erhalten sollen, jedoch nicht denselben kontinuierlichen Strom an Updates von Rennen zu Rennen. Bei Gresini wird erwartet, dass Joan Mir die Rolle übernimmt, der ehemalige Weltmeister. MotoGP-Rookie Daniel Holgado hingegen soll dem Bericht zufolge wahrscheinlich ohne die laufenden Updates starten – das wird als sinnvoller Ansatz für seine erste Saison in der Königsklasse eingeordnet.
Bei VR46 ist die interne Priorität noch unklar. Speedweek hält fest, dass noch nicht entschieden wurde, ob Fermin Aldeguer oder Superbike-Weltmeister Nicolo Bulega die aktuellsten Entwicklungsschritte bekommen wird. Bulegas Vorteil: Er ist laut Bericht bereits tief in die Entwicklung der neuen MotoGP-Generation eingebunden – als Ducati-Pirelli-Testfahrer.
Ducatis 2027er Entwicklungsprogramm ist außerdem auf zwei Testfahrer mit unterschiedlichen Schwerpunkten aufgeteilt. Michele Pirro soll allgemeine Tests am neuen Motorrad durchführen und dabei die älteren Reifen verwenden, während Nicolo Bulega sich auf das Testen der neuen Reifenrichtung konzentriert – nachdem Michelin ab 2027 als einziger Reifenlieferant auftreten soll und Pirelli ersetzt.
Grassilli fasste den Unterschied zusammen: „Pirro kümmert sich um die allgemeinen Tests des neuen Bikes und fährt es mit den alten Reifen. Nicolo hingegen konzentriert sich auf Tests der neuen Reifen. Der Unterschied in Bezug auf die Entwicklung in dieser Phase zwischen Pirro und Nicolo ist ziemlich groß.“
Insgesamt ist Grassillis Botschaft klar: 2027 startet das Feld mit nahezu identischen Ducati-Spezifikationen, doch mit zunehmender Entwicklungsdynamik soll der technische Vorsprung des Werksteams gegenüber den Satelliten wachsen.