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PRAMAC-CHEF SAGT, MOTO GP KANN NICHT MIT DER LUXUS-ZIELGRUPPE VON F1 MITHALTEN

4h ago·

Pramac-Teamchef Paolo Campinoti ist der Ansicht, dass der jüngste kommerzielle Aufschwung von Formel 1 auf einen Wandel des Publikums zurückgeht, den MotoGP nicht realistisch im selben Ausmaß kopieren kann. In einem Gespräch mit Andrea Migno im Mig Babol-Podcast erklärte Campinoti, dass sich die F1 hin zu einer anderen Art von Fanbasis entwickelt habe und MotoGP dadurch „genug Raum“ habe, die eigene Positionierung zu verbessern.

Campinoti sagte: „Die Formel 1 hat heute ein anderes Publikum als wir“, und fügte hinzu, sie habe sich „komplett in Richtung der gehobenen Zielgruppe“ verschoben. Seiner Meinung nach habe dieser demografische Wandel dazu beigetragen, dass die F1 kulturell relevanter für jüngere Zuschauer geworden sei. Gleichzeitig habe das wohlhabendere Kunden angezogen, die eher ein exklusiveres Event-Erlebnis suchen als nur Rennen zu besuchen.

Gleichzeitig betonte Campinoti, MotoGP dürfe nicht versuchen, das F1-Modell in gleicher Radikalität zu verfolgen. Er verwies auf das Ausmaß der Premium-Gastfreundschaft in der Formel 1: Tickets für den Paddock Club könnten 15.000 Euro übersteigen (rund 13.000 Pfund). „Das ist nicht richtig und nicht vorstellbar, diese Dimensionen zu erreichen, aber wir können auf jeden Fall einen Schritt in diese Richtung machen“, sagte der Pramac-Yamaha-Eigner.

Seine Aussagen fallen vor dem Hintergrund von Kostensenkungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren in der MotoGP. Campinoti nannte Änderungen auf technischer und sportlicher Ebene, darunter den Wechsel zu einem einzigen Reifenlieferanten sowie das Vorhandensein von Kontroll-Elektronik. Zudem verwies er auf strukturelle Anpassungen in den unteren Klassen. In der Moto3 werde es zunehmend zu einer Single-Make-Serie mit von Yamaha bereitgestellten Bikes, und in Moto2 und Moto3 sei die Zeit auf der Strecke reduziert worden – etwa durch das Wegfallen der Warm-Up-Sessions und verkürzte Trainings, in manchen Fällen sogar kürzere Rennen, darunter auch in den USA.

Obwohl diese Schritte darauf abzielen, Margen zu schützen, argumentierte Campinoti, dass sie nicht die richtige Richtung für nachhaltiges Wachstum seien. „Um den Umsatz zu steigern, müssen wir Dinge tun, die ein bisschen mehr – es ist schwer zu sagen, sexy – sind“, sagte er. Danach stellte er die Logik infrage, sich nur auf Einsparungen zu konzentrieren: „Wenn wir immer sagen, wir sparen 100 Euro bei Transport, dann ist das okay, dann sparst du das. Aber echter Wandel entsteht durch Umsatzsteigerung, nicht durch Kostensenkung.“

Campinotis Bemerkungen spiegeln auch den aktuellen Eigentümerkontext der MotoGP wider: Die MotoGP hat kürzlich die Ein-Jahres-Marke unter Liberty Media überschritten – demselben Unternehmen, das auch die Formel 1 besitzt und maßgeblich für deren kommerzielle Expansion und finanzielle Entwicklung verantwortlich war. Für Campinoti ist die zentrale Erkenntnis, dass MotoGP auf Umsatzwachstum und ein stärkeres Premium-Angebot setzen sollte – ohne zu versuchen, die High-End-Gastfreundschaft der F1 in ihrer extremsten Form zu kopieren.

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