MARC MARQUEZ STELLT SILVERSTONE NACH PERFEKTEM DEUTSCHLAND-LAUF IN DEN FOKUS
1h ago·

MotoGP ist am Wochenende in Silverstone zum Großen Preis von Großbritannien zurück, nachdem es nach der Sommerpause fünf Wochen lang keine Rennen gab. Als nächster Test im Kalender gilt das Event zudem als eines der härtesten für Marc Marquez. Nach dem, was er als „perfektes“ Wochenende in Deutschland bezeichnete, reist der Ducati-Corse-Pilot mit Rückenwind in die UK: In der WM liegt er nur noch 18 Punkte hinter dem Spitzenreiter, nachdem er zuvor zeitweise mehr als 100 Punkte Rückstand hatte.
Marquez‘ Formkurve ist stark: Er hat drei der letzten vier Rennen gewonnen. Das jüngste Rennen, das nicht nach Wunsch verlief, war der Große Preis von den Niederlanden. Dort kam er als Sechster ins Ziel, wurde aber wegen Überschreitens der Streckenlimits in der letzten Runde auf den siebten Platz zurückgestuft. Trotz dieses Rückschlags hat seine Gesamtperformance weiter zugelegt – und das deutsche Wochenende soll als Basis für die nächste Phase der Saison dienen.
Silverstone wird für Marquez zudem als besonders anspruchsvolle Herausforderung beschrieben – nicht nur wegen der reinen Geschwindigkeit. Der Fahrer sagt, die Strecke sei lang und „extrem fordernd“ und verlange viel körperliche Kraft. Außerdem verwies er auf die ständigen schnellen Richtungswechsel und den Charakter der schnellen Kurven, die laut ihm denen von Assen ähneln. Beim niederländischen Rennen hatte Marquez mit körperlichen Einschränkungen zu kämpfen und entschied sich am Ende für einen vorsichtigeren Ansatz: Er akzeptierte, dass es besser sei, das Wochenende durchzustehen, statt auf maximale Leistung zu gehen und das Risiko eines Sturzes zu erhöhen.
Die Sommerpause sollte ihm jedoch helfen, sein Hauptproblem anzugehen: Schulterbeschwerden, die ihn die gesamte Saison über beeinträchtigt haben. Marquez sagte, er habe die dreitägige Pause genutzt, um sich zu entspannen und sein Training wieder aufzuladen. Mit Blick auf seine Leistung in Deutschland lobte er sowohl das Team als auch seine eigene Umsetzung dafür, jede Gelegenheit bestmöglich genutzt zu haben und „jede mögliche Punktzahl“ geholt zu haben – was ihn laut eigener Aussage auf den dritten Platz in der Gesamtwertung gebracht habe.
Während Marquez zunächst den körperlichen Anforderungen den Vorrang gibt, betonte er auch eine zweite Variable, die das Rennen prägen könnte: das Wetter. Er warnte, dass die Bedingungen in Silverstone – wie üblich – „den Verlauf des Rennens komplett verändern“ könnten, und fügte damit eine weitere Unsicherheitsquelle zu einem Wochenende hinzu, das ohnehin schon als hart für den Körper gilt.
Das körperliche Thema beschränkt sich jedoch nicht nur auf Marquez. Francesco Bagnaia, ebenfalls im Ducati Lenovo Team, kommt nach einer Arm-Pump-OP nach dem Großen Preis von Deutschland nach Silverstone. Bagnaia sagte, er fühle sich vor dem britischen Rennen gut, räumte aber ein, dass sich die Realität des Fahrens eines MotoGP-Bikes nach einer OP anders anfühlen könne. „Silverstone ist eine körperlich fordernde Strecke, und ich gehe direkt nach einer Arm-OP dort drauf“, sagte er.
Bagnaia erklärte, er habe sich in der Pause erholt und habe die „fit to race“-Freigabe erhalten, betonte aber, dass entscheidend sein werde, wie er sich wieder auf dem Motorrad fühlt. Er sagte, er sei nach dem Eingriff noch nicht wieder auf ein MotoGP-Bike zurückgekehrt, daher werde es entscheidend sein, seinen Zustand einzuschätzen und von Beginn an effektiv zu arbeiten.
Trotz des medizinischen Kontextes zeigte sich Bagnaia auch begeistert von der Location selbst. Er sagte, er mag Silverstone wirklich, verwies auf die Leidenschaft der Fans und beschrieb die Atmosphäre als eine der besten im gesamten Kalender.
Da beide Fahrer auf dasselbe zentrale Thema fokussiert sind – die körperliche Intensität in Silverstone – wird der Große Preis von Großbritannien am Wochenende nicht nur Tempo und Rennstrategie auf die Probe stellen, sondern auch, wie schnell jeder Pilot Genesung und Vorbereitung unter Druck in Leistung umsetzen kann.