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ADAC SACHSEN WARNT: PREISE FÜR MOTO-GP-TICKETS AM SACHSENRING KÖNNTEN OHNE BUNDESUNTERSTÜTZUNG STEIGEN

2h ago·

Mit Blick darauf, dass der MotoGP-Tross in gut drei Wochen zum Sachsenring zurückkehrt, hat der ADAC Sachsen vor einer enger werdenden langfristigen Finanzperspektive für den Deutschen Grand Prix gewarnt. Sollte aus Berlin keine zusätzliche Unterstützung kommen, könnten höhere Ticketpreise zum „letzten Ausweg“ werden.

Laut Robert Dorn, Geschäftsführer der Sachsenring Event GmbH, sind die Ticketverkäufe für das anstehende Rennen derzeit „sehr zufriedenstellend“. Im Hintergrund rückt jedoch zunehmend die Frage in den Fokus, wie die Veranstaltung in den kommenden Jahren finanziert werden soll. Der Druck entsteht durch eine schrittweise Erhöhung der Lizenzgebühr, die nach einer jüngsten Vertragsverlängerung mit dem MotoGP-Promoter Liberty Media vereinbart wurde. Dorns Aussagen stehen zudem im Kontext, dass die Kosten für Events insgesamt gestiegen sind: Die aktuelle Erhöhung sei noch verkraftbar, künftig dürften die Belastungen aber deutlich wachsen.

ADAC-Sachsen-Vorsitzender Klaus Klötzner betonte, dass die Situation für den Verband nicht dauerhaft tragbar sei. Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com erinnerte Klötzner daran, dass der Sachsenring bereits früher an einen Punkt geraten sei, an dem sich eine größere Finanzierungslücke auftat. Er argumentierte, dass die Bedeutung des Rennens weit über den Motorsport hinausgehe: „Ich bin überzeugt, dass die Bedeutung dieser Veranstaltung für ganz Deutschland enorm ist. Rund 300 Journalisten berichten vor Ort, das Event wird weltweit übertragen und ist eine Visitenkarte für unser Land – nicht nur für den Motorsport.“

Klötzner stellte außerdem klar, dass der ADAC nicht wie ein privater Investor aufgestellt ist. „Hinter der Veranstaltung steckt kein privater Investor“, sagte er und ergänzte, dass die Hauptaufgabe des ADAC darin bestehe, seinen Mitgliedern zu dienen und die satzungsgemäßen Aufgaben zu erfüllen. Als Gründe nannte er die zentralen ADAC-Verantwortlichkeiten – insbesondere Straßenwacht und Rettung aus der Luft – weshalb sich die Motorsportförderung nicht grenzenlos ausweiten lasse. Er verwies darauf, dass weniger als fünf Prozent der 23 Millionen ADAC-Mitglieder Motorsportfans seien, der Verband aber dennoch Motorsport sowie die Nachwuchsförderung weiter unterstützt.

Für Klötzner ist entscheidend, ob die Bundesebene den Sachsenring als strategisches nationales Event behandelt. Er sagte, es wäre ein wichtiges Signal, wenn der Bund eine ähnliche Unterstützung bereitstellen würde wie bei anderen großen Veranstaltungen.

Während er sich über die bereits geleistete Unterstützung des Freistaats Sachsen zeigte, machte Klötzner deutlich, dass diese allein möglicherweise nicht ausreichen wird. „Die Unterstützung der Staatsregierung war immer im Rahmen dessen, was der Freistaat Sachsen wirtschaftlich leisten kann“, sagte er, fügte jedoch hinzu: „Das langfristige Bild lässt sich damit allein nicht lösen.“

Zur Verdeutlichung nannte Klötzner internationale Vergleiche – insbesondere die Tschechische Republik. Als Beispiel sagte er, dass in Brünn „sechs von neun Millionen“ an Lizenzgebühren aus dem Staatshaushalt kämen.

Sollte aus Berlin keine weitere Hilfe kommen, warnte Klötzner, dass sich die Ticketpreise irgendwann verändern müssen. „Es wäre illusorisch zu sagen, dass die Ticketpreise stabil bleiben“, sagte er. Der ADAC werde voraussichtlich an einen Punkt kommen, an dem er „etwas mit dem Ticketpreis machen“ müsse oder alternative Wege finden müsse, um Geld zu beschaffen. Er räumte ein, dass der ADAC in den vergangenen Jahren seine Finanzen solide gemanagt habe – „wir sind nicht in die roten Zahlen gegangen“ – und es einen kleinen finanziellen Puffer gebe. Dennoch müsse man bis zum Ende der aktuellen Vertragslaufzeit das Finanzierungskonzept erneut auf den Prüfstand stellen.

Klötzner würdigte auch den sozialen und wirtschaftlichen Kontext des Sachsenring-Publikums. Viele Fans kämen aus der Region, daher müsse bei möglichen Preisänderungen die wirtschaftliche Lage in Ostdeutschland insgesamt berücksichtigt werden.

Gleichzeitig verteidigte er den größeren wirtschaftlichen Nutzen des Rennens. Der Grand Prix erzeuge eine starke Werbewirkung und könne als internationales Event auch außerhalb Deutschlands vermarktet werden. Zudem verwies er auf lokale Ausgaben: Besucher tanken und bleiben in der Region, „und aus all dem“ fließe die Mehrwertsteuer zurück.

Zum Schluss stellte Klötzner die generelle Haltung der Bundesregierung gegenüber dem Motorsport infrage. Er argumentierte, Motorsport werde oft als Sport „für die Reichen“ wahrgenommen, doch die ADAC-Beteiligung zeige eine andere Realität. Er sagte, der ADAC Sachsen umfasse mehr als 40 Motorsportclubs in Sachsen, überwiegend im Motocross- und Enduro-Bereich, und viele hätten ausgebildete Trainer. Außerdem wies er darauf hin, dass einige Vereine Unterricht in Schulen anbieten und Motorsport als tief in der Gesellschaft verankert beschreiben – während diese Anerkennung seiner Ansicht nach nicht in politischen Entscheidungen abgebildet werde.

Kurz gesagt: Auch wenn der unmittelbare Bedarf am Sachsenring derzeit gesund aussieht, warnt der ADAC Sachsen, dass steigende Lizenz- und Veranstaltungskosten – kombiniert mit den satzungsgemäßen Pflichten des ADAC – später zu schwierigen Entscheidungen führen könnten. Höhere Ticketpreise gelten dabei als wahrscheinliche Folge, falls die Unterstützung des Bundes nicht zunimmt.

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