MOTOGP GIBT PARTNERSCHAFT MIT DER EICMA FÜR 2026 BEKANNT
2h ago·
MotoGP baut seine Präsenz auf der EICMA, der weltweit größten Motorradmesse, deutlich aus. Die Serie hat dazu eine Partnerschaft angekündigt, die in Mugello gemeinsam mit den Veranstaltern der Messe vorgestellt wurde. Das Ganze wird als gezielte Markeninitiative beschrieben, um den Bezug zwischen dem Grand-Prix-Sport und dem breiteren Motorradmarkt herzustellen – ein Publikum, das MotoGPs CSO Carlos Ezpeleta zufolge oft nicht so eng mit der Serie verbunden ist, wie es sich die Meisterschaft wünscht.
Ein zentraler Punkt der Ankündigung ist die enorme Reichweite der EICMA: Die sechstägige Messe (5. bis 8. November für die Allgemeinheit, plus zwei zusätzliche Tage für Fachbesucher) findet im Mailänder Messekomplex Fiera statt. Sie umfasst mehr als 730 Aussteller, über 2.000 Marken und 43.000 Fachbesucher. 2025 kamen 600.000 Menschen. Ezpeleta betonte, dass es für große Motorradmarken einen erheblichen Anteil am jährlichen Marketingbudget braucht, um bei der EICMA aufzutreten, weil Stände und Präsentationen sehr aufwendig sind.
Während MotoGP-Fahrer in der Vergangenheit gelegentlich vor Ort waren, war die Beteiligung in Mail nicht durchgehend. Ezpeleta erklärte, dass die Teilnahme häufig von Sponsoren oder Teams abhing und nicht direkt von MotoGP selbst gesteuert wurde. Er verwies zudem auf frühere, nur kurzlebige Auftritte – etwa eine kurze Beteiligung am Goodwood Festival of Speed in Großbritannien vor drei Jahren – und deutete an, dass die offizielle Präsenz der MotoGP bei der EICMA bislang überraschend begrenzt gewesen sei.
Die Partnerschaft fällt in eine Phase größerer Unsicherheit darüber, wie sich die Ausrichtung der MotoGP nach der Übernahme von Dorna Sports durch Liberty Media im Jahr 2025 entwickeln könnte. Laut den Quellen beschränken sich die sichtbaren Veränderungen vor allem auf interne Anpassungen: Personalumbesetzungen und kleinere Eingriffe, die den Unterhaltungswert steigern sollen. Genannt wurden unter anderem Änderungen bei der Organisation des Rider-Paddocks sowie ein zusätzlicher Slot in der Boxengasse für Gäste – im Rahmen der Vorbereitungen auf einen neuen Fünfjahresvertrag, der 2027 startet.
Ezpeleta verknüpfte den EICMA-Vorstoß mit der breiteren Strategie, Reichweite auszubauen und neue Zielgruppen zu gewinnen, während sich die Meisterschaft zunehmend als Entertainment-Produkt positioniert. Er sagte, „Show-Elemente“ würden bei den Grands Prix mehr und mehr den Terminkalender bestimmen, und deutete an, dass die Promotion künftig noch stärker in den Fokus rücken könnte. Außerdem argumentierte er, dass sich diese Entwicklung für die nächste Generation von Fahrern ganz normal anfühlen werde – und nannte David Alonso und Izan Guevara als Beispiele für Talente, die mit einer stärker medien- und fanorientierten Version des Sports aufwachsen.
Auf die Frage, warum MotoGP ausgerechnet jetzt die EICMA gewählt hat, beschrieb Ezpeleta es als „kleine Überraschung“, dass die Serie das Potenzial der Plattform nicht häufiger genutzt habe. Das Grundproblem sei, dass zwar jeden Tag Millionen Motorräder verkauft würden, die Käufer aber nicht zwangsläufig mit MotoGP verbunden seien. Aus seiner Sicht bietet die EICMA einen direkten Weg, genau dieses Marktsegment zu erreichen. „Das ist eine gezielte Initiative im Vergleich zu anderen Dingen, die wir tun“, sagte er. Aus Markensicht sei die EICMA für das, was man mache, die beste Veranstaltung der Welt – und MotoGP sei für das, was man mache, die beste Serie der Welt. „Deshalb ergibt die Partnerschaft Sinn.“
Ezpeleta stellte außerdem klar, dass es nicht nur darum geht, das Interesse an Grand-Prix-Rennen zu steigern, sondern auch darum, mit den Menschen im Paddock-Ökosystem zusammenzuarbeiten – einschließlich der Hersteller und Investoren. „Das ist eine Veranstaltung, bei der man präsent sein muss, um das Publikum zu informieren und zu zeigen, dass die Hersteller in diesem Paddock in einer eigenen Klasse spielen“, sagte er. „Wir wollen helfen, und das ist wichtig.“
Die Ankündigung berührte auch den Kalenderkontext: Nachdem der Termin des Qatar Grand Prix verschoben wurde, ist die EICMA derzeit eine der wenigen Verpflichtungen, die MotoGP außerhalb der Rennsaison für ein Event dieser Art hat. Ezpeleta deutete an, dass es möglicherweise weitere Auftritte mit unterschiedlichen Zielgruppen und unterschiedlichen Zielen geben könnte, rechnete aber nicht damit, dass MotoGP viele andere Motorradshows ins Visier nimmt.
Für Besucher wird das Programm die übliche Mischung aus Motorrädern, bekannten Gesichtern, Fan-Merchandise und mehr bieten. Zusätzlich sollen einige historische Rennmaschinen gezeigt werden, die von einem neuen FIM-Museum in der Schweiz ausgeliehen werden. Weitere Details sollen rund um das Wochenende des San Marino Grand Prix in Misano im September bekanntgegeben werden.
Zum Schluss ging Ezpeleta direkt auf Sorgen ein, der Sport könnte sich so verändern, dass das verwässert, was langjährige Fans schätzen. Er wies die Idee zurück, MotoGP müsse eine „Geste“ machen, um Skeptiker zu besänftigen. „Es gibt immer Skepsis und Menschen, die alles auseinanderdividieren wollen“, sagte er. Er betonte, MotoGP habe klar gemacht, dass man sich nicht zwischen Fan-Gruppen entscheiden müsse. Seiner Ansicht nach steht MotoGP stark da, weil man den Sport nicht verändern müsse, um neue Zielgruppen zu finden. Er nannte MotoGP „den besten Motorsport, den es gibt“ und sagte, man werde ihn weiterentwickeln, um ihn besser, sicherer und unterhaltsamer zu machen. Als Beleg führte er die neuen Regeln ab 2027 an: Das Ziel sei, den Sport „von der Basis aus bis zu MotoGP“ wachsen zu lassen – ohne dabei die loyalsten Fans zu vergessen, die geholfen haben, den Sport zu dem zu machen, was er heute ist.