AI OGURA SETZT NEUE RUNDE ZUM POLE IN BRÜNN NACH STARKEM ERSTEM TAG
2h ago·
Ai Ogura machte beim MotoGP-Auftakt in Brünn einen starken ersten Eindruck: Er setzte sich an der Spitze der ersten Trainingseinheit und stellte in der Qualifikation zudem einen neuen Rundenrekord auf. Der Aprilia-Pilot, der mit einer starken Moto2-Bilanz ankommt, steht in der Fahrerwertung bereits auf Rang sechs – vor den nächsten beiden Rennen nur drei Punkte hinter Marc Marquez.
Die Leistung wog besonders schwer, weil Oguras MotoGP-Debüt bislang nicht reibungslos verlaufen war. 2025 startete er auf der RS-GP von Platz 21 ins Rennen und beendete beide Läufe, ohne Punkte für die Weltmeisterschaft zu holen. Diesmal waren Tempo und Selbstvertrauen sofort sichtbar – und das kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Yamahas Management genau hinschauen wird: Ogura soll 2027 eine Yamaha M1 mit 850cc fahren.
Am Renntag beschränkte sich der Durchbruch nicht auf eine Session. Im freien Training war Ogura bereits konkurrenzfähig und fuhr die fünftschnellste Zeit. Der entscheidende Schritt gelang, als er auf weichere Reifen wechselte und damit das volle Potenzial des Bikes freischaltete. Im Verlauf der einstündigen Einheit sanken die Rundenzeiten, und Bezzecchi – Oguras Markenkollege und WM-Spitzenreiter – schien kurz vor Schluss auf dem Weg zur Pole zu sein. Ogura setzte dann den letzten Schub um und fuhr eine Runde in 1:51.735, um sich die Pole Position zu sichern.
Oguras Aussagen spiegelten Zufriedenheit und Realismus zugleich wider. Er bezeichnete die Qualifikation als „eine sehr schöne Session“, betonte aber, dass die Pole offiziell erst am Samstag vergeben wird. Außerdem sagte er, er habe noch nicht vollständig verstanden, was er anders macht: „Um zu verstehen, was ich anders oder besser gemacht habe, brauche ich noch etwas Zeit.“ Er fügte hinzu, dass seine Runden „weit von perfekt“ seien, und nannte eine konkrete Schwäche: „Vor allem im zweiten Sektor verliere ich Zeit – mein Crew Chief hat mir das schon gesagt.“
Er identifizierte jedoch einen klaren Faktor, der ihm liegt: „Die heißen Temperaturen kommen mir definitiv entgegen“, sagte Ogura und erklärte, dass die höheren Streckentemperaturen später am Tag ihm geholfen hätten.
Auch das größere Aprilia-Bild war positiv. Das Team schlug nach den zuvor nassen Bedingungen am Balaton stark zurück: Ogura holte Platz eins und zwei – auch das ging in Aprilia-Manier. Raul Fernandez schaffte ebenfalls den Sprung in Q2, während Jorge Martin knapp scheiterte und mit Rang 11 ins Ziel kam.