BEZZECCHI KEHRT NACH SACHSENRING-STURZ IN DEN EINSATZ ZURÜCK UND ZIELT AUF EINEN SPÄTEN TURNAROUND
1h ago·
Marco Bezzecchi ist nach einem schweren Sturz auf dem Sachsenring knapp vier Wochen später wieder in den MotoGP-Zirkus zurückgekehrt. Wie geplant reiste der Italiener nach Großbritannien und nahm am ungewöhnlichen Auftaktwochenende in London teil: Bei einem Public-Viewing-Event im Bereich Outernet kamen mehr als 20.000 Fans zusammen. Der „Qatar Airways Grand Prix of Britain“ war dafür von Silverstone in die Stadt verlegt worden – nach einer Entscheidung, die den Saisonstart des britischen Rennens zu einem großen öffentlichen Spektakel machte.
Die Rückkehr erfolgt nach einer schwierigen Phase, in der er in der WM wichtige Punkte liegen ließ. In den vergangenen vier MotoGP-Rennen wurden seine Ergebnisse immer wieder durch Zwischenfälle unterbrochen: ein Sturz in Ungarn (3.), ein Sturz gefolgt von einer Disqualifikation in der Tschechischen Republik, ein weiterer Sturz in den Niederlanden (4.) sowie in Deutschland ein Nichtstart nach Sturz und Verletzung. Dadurch war der Fahrer, der zu Saisonbeginn noch als WM-Spitzenreiter begrüßt worden war, auf den vierten Platz zurückgefallen, während die lange zweite Saisonhälfte beginnt. Mit noch 22 ausstehenden Rennen ist er im Rennen um die Spitze aber weiterhin in Reichweite, denn die führenden fünf Fahrer liegen nur 24 Punkte auseinander.
Zu seiner Rückkehr sagte Bezzecchi, er sei „sehr froh, wieder da zu sein“, und ergänzte, die Begrüßung sei „großartig“ gewesen. Er erklärte, dass die Sommerpause nicht so verlaufen sei, wie er es sich gewünscht habe, und konzentrierte sich auf Training und Regeneration. Außerdem verwies er auf die körperliche Arbeit, die auch über die Schulter hinaus nötig sei: Das verletzte linke Knie verlangte ebenfalls Aufmerksamkeit. „Ich bin sicher nicht bei 100 Prozent, aber ich bin hier“, sagte er.
Auch der Sachsenring-Return hat für Bezzecchi eine besondere Bedeutung – wegen der Aprilia-Historie auf der Strecke. Er kommt zurück auf einen Kurs, auf dem Aprilia vor fast 15 Monaten den ersten MotoGP-Sieg eingefahren hatte. Er beschrieb seine Beziehung zur Strecke als „eine sehr besondere“, räumte aber zugleich ein, dass das, was letztes Jahr dort passiert ist, es schwerer macht, einfach nur an Leistung zu denken. Sein Ansatz für den Moment: erst einmal herausfinden, wie es sich auf dem Motorrad anfühlt. „Ich muss zuerst verstehen, wie ich mich auf dem Motorrad fühle. Wenn ich mich gut fühle, dann versuche ich es wieder.“
Bezzecchi ordnete den jüngsten Rückschlag in der Saison auch als etwas ein, aus dem er lernen kann. Zwar sei der Start stark gewesen, die letzte Phase jedoch nicht positiv. Seiner Ansicht nach ist der Schlüssel, das richtige Team um sich zu haben – und er glaubt, dieses zu haben. „Unsere Beziehung ist intensiv und hilft mir“, sagte er und fügte hinzu, dass das Ziel sei, weiter zusammenzuarbeiten „bis zum Ende des Jahres“.
Mit Blick auf das WM-Bild vor den beiden britischen Rennen erwartet Bezzecchi weiterhin einen Kampf an der Spitze, an dem mehrere Fahrer beteiligt sind. Er sagte, er glaube, dass der Kampf um die Top-Positionen noch eine Weile ein „Gruppenwettbewerb“ bleiben werde, und dass er selbst Teil davon sein werde.
Vor dem England-Doppelpack führt Jorge Martin die Tabelle an. Ai Ogura liegt 14 Punkte dahinter, Marc Marquez wiederum vier Punkte hinter Ogura, und Bezzecchi ist erneut vier Punkte hinter Marquez. Fabio Di Giannantonio steht auf Platz fünf, nur zwei Punkte vor Bezzecchi – damit bleibt der Kampf an der Spitze eng wie selten.