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NAKAGAMI BELEGT BEIM MUGELLO-850CC-TEST DEN ERSTEN PLATZ, BULEGA LIEGT HINTER BEZZECCHIS 2026-POLE-TEMPO

1h ago·

Ein frischer privater 850-ccm-MotoGP-Test in Mugello hat deutlich gemacht, wie groß die Leistungsdifferenz sein könnte, wenn die 2027er-Regeln des Sports in Kraft treten. Während sich das Fahrerfeld nach der Sommerpause rund um den British Grand Prix in Silverstone neu formiert, waren die meisten Testteams am Donnerstag noch in der Toskana – für ein zweitägiges Programm, das auf den großen Umbruch im kommenden Jahr vorbereiten soll.

Fast alle Hersteller waren in Mugello vertreten, einzig Yamaha fehlte. Aprilia, Ducati, Honda und KTM schickten ihre Testkontingente zum italienischen Event, wo die neue 850-ccm-Spezifikation vor der geplanten Reduzierung von 1.000 ccm bewertet wird. KTM hatte an Tag 1 unter anderem Pol Espargaro im Aufgebot, der anschließend nach Silverstone wechselte, wo er den verletzten Maverick Viñales ersetzen soll. Dadurch verpasst Espargaro Tag 2 des Mugello-Tests. Dani Pedrosa blieb bei Honda mit Takaaki Nakagami, während bei Ducati Nicolo Bulega und bei Aprilia Lorenzo Savadori den Rest des Fahrerfelds komplettierten.

Am ersten Tag war das Tempo von KTM zwar nah dran, aber nicht ganz genug, um die Session anzuführen. Espargaro fuhr laut Rosario Triolo von Sky Sports Italy eine persönliche Bestzeit von 1:48.5 – knapp schneller als Pedrosas 1:48.7. Nakagami legte jedoch noch einen drauf und setzte mit 1:47.4 die schnellste Runde des Tests. Diese Zeit lag nur knapp vor der 1:47.9-Runde, die Bulega am Donnerstag gefahren hatte.

Bulegas Arbeit in Mugello ist Teil eines umfassenderen 850-ccm-Entwicklungsprogramms bei Ducati. Er absolviert 10 Tests auf der neuen Maschine, während er sich auf einen wahrscheinlichen MotoGP-Debütversuch mit VR46 unter den nächsten Regeln vorbereitet. Ducati hatte den 26-Jährigen bereits in die MotoGP-Testfahrergruppe geholt, als man über seinen 2027er WSBK-Vertrag verhandelte.

Der Vergleich zwischen Bulegas 850-ccm-Einsatz und dem jüngsten Qualifying-Tempo von 2026 zeigt das Ausmaß der Herausforderung. In Barcelona im Juli hatte Bulega den 850-ccm-Test mit einer Runde von 1:39.232 angeführt – vor Pedrosa, der 0.766 Sekunden zurücklag. Doch selbst diese Barcelona-Benchmark war noch 1.1 Sekunden langsamer als die Rundenzeit, die KTM’s Pedro Acosta im Mai für die Pole beim Grand Prix von Katalonien fuhr.

Auch Mugellos Zahlen erzählen eine ähnliche Geschichte, wenn man sie mit der Pole-Zeit des 2026er Italien-GP vergleicht. Bulegas beste Runde in der Toskana lag vier Sekunden hinter dem 1:43.921-Zeitpunkt, mit dem Marco Bezzecchi 2026 die Pole gewonnen hatte. Bezzecchis Pole kam mit 0.224 Sekunden Vorsprung vor Aprilia-Teamkollege Jorge Martin und mit 0.363 Sekunden vor Trackhouse-Fahrer Raul Fernandez. Der Ducati-Fahrer, der im Qualifying zum Italien-GP 2026 am stärksten wirkte, war Marc Marquez: Er holte sich P4 mit einer Runde von 1:44.294.

Nakagamis und Bulegas Mugello-Runden lagen zudem deutlich hinter dem Pole-Tempo von Bezzecchi aus demselben Event: Ihre schnellsten 850-ccm-Zeiten wurden am ersten Tag mit 3.5 bzw. 4 Sekunden Rückstand auf Bezzecchis Italien-GP-Pole-Runde angegeben.

Die Testergebnisse kommen vor dem Hintergrund der Erwartungen, dass die Regeländerungen 2027 die Rundenzeiten über den gesamten Kalender hinweg reduzieren werden. Der Umbau umfasst den Wegfall der Hubraumgrenze von 1.000 ccm auf 850 ccm, das Verbot von Ride-Height- und Launch-Control-Geräten sowie engere Vorgaben für Aerodynamik. Zwar war ohnehin zu erwarten, dass die Bikes im Vergleich zu 2026 langsamer werden, doch die Mugello-Session deutet darauf hin, dass die Reduzierung an bestimmten Strecken deutlich stärker ausfallen könnte als manche erwartet hatten.

Trotzdem ist die Richtung klar: Die Hersteller investieren bereits massiv in die neue Spezifikation. Honda wird beispielsweise damit beschrieben, beim Entwickeln seines 850-ccm-Pakets „voll auf Angriff“ zu gehen – und der Test legt nahe, dass die Rundenzeiten besser werden sollten, sobald die Teams ein komplettes Jahr Zeit haben, die Bikes unter den neuen Regeln weiter zu verfeinern.

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