Skip to content
64°

CARLOS EZPELETA SAGT, DAS SICHERHEITSPROBLEM IN DER MOTOGP SEI DIE FRONT-ABSENKVORRICHTUNG, NICHT SPRINT-RENNEN

2h ago·

🇬🇧

Das Sprint-Format im MotoGP ist seit seiner Einführung 2023 ein wiederkehrendes Gesprächsthema – und die Debatte hat sich mit wachsendem Kalender weiter verschärft. Bei nun 22 Rennen pro Saison stehen für die Fahrer insgesamt 44 Rennen auf dem Programm, was die Sicherheitsbedenken der Sportart zusätzlich in den Fokus rückt.

Vor diesem Hintergrund werden Forderungen nach Änderungen am Sprint-Aufbau laut. Dazu gehört auch der Vorschlag, ein Modell wie in der Formel 1 zu übernehmen. Der italienische Fahreragent Carlo Pernat hat MotoGP jüngst dazu gedrängt, ein F1-ähnliches System für die Sprint-Einbindung zu prüfen, und dabei darauf verwiesen, dass die Formel-1-Serie aktuell sechs Sprints pro Saison austrägt.

MotoGP Sports Entertainment Group-Chef-Sportdirektor Carlos Ezpeleta hat die Idee jedoch heruntergespielt, die Zahl der Sprint-Rennen zu reduzieren. Bei einem Pressegespräch beim Tschechischen Grand Prix argumentierte Ezpeleta, dass das größere Sicherheitsproblem nicht die Anzahl der Sprints selbst sei, sondern ein konkreter technischer Faktor im Zusammenhang mit dem Start.

„Für uns ist es sehr wichtig, dass alle Events das gleiche Format haben“, sagte Ezpeleta. Er ergänzte, dass die Organisation bereits daran gearbeitet habe, die Rennstarts zu verbessern. „Außerdem haben wir eine Studie durchgeführt, und dieses Wochenende werden wir kommunizieren, wie die Starts verbessert werden können.“

Anschließend machte Ezpeleta die Front-Lowering-Vorrichtung als Hauptproblem hinter Zwischenfällen in Kurve eins aus. „Seit die Front-Lowering-Vorrichtung eingeführt wurde, haben sich die Unfälle in der ersten Kurve verdreifacht, pro Start“, sagte er. „Das ist also das Problem. Mit der Eliminierung dieser Vorrichtung und mehr Abstand zwischen den Fahrern auf dem Grid sollten die Risiken sinken. Am Ende verbringen die Fahrer genauso viel Zeit auf ihren Maschinen wie vor der Einführung des Sprints; das Problem ist die Front-Lowering-Vorrichtung.“

Seine Aussagen fielen, nachdem offiziell bestätigt wurde, dass MotoGP eine Einigung über ein neues kommerzielles Abkommen erzielt hat, das alle fünf Marken im Feld umfasst. Der Tschechische Grand Prix diente dabei als Rahmen für die sportliche Diskussion.

Ezpeletas Sicherheitsfokus passt zudem zu bevorstehenden Regulierungsänderungen. Ride-Height-Geräte sollen nach der Sommerpause verboten werden, und auch die Startprozeduren sollen eine größere Trennung zwischen den Fahrern auf dem Grid beinhalten. Ziel sei es laut Ezpeleta, die Wahrscheinlichkeit von Zwischenfällen in Kurve eins zu verringern.

Die laufende Saison war bereits von mehreren Crashs in Kurve eins geprägt. Beim Ungarischen Grand Prix wurden vier Fahrer aus dem Sonntagsrennen genommen, nachdem Jorge Martin in die erste Kurve in einer Weise fuhr, die einen Zwischenfall mit mehreren Fahrern auslöste. Bereits zuvor, beim Großen Preis von Katalonien, hatte Johann Zarco eine schwere Abfolge von Ereignissen, bei der sein Bein in der verunfallten Ducati von Francesco Bagnaia eingeklemmt wurde. Zarco blieb zwar bei Bewusstsein, es wurde jedoch berichtet, dass er auf eine Operation wartete und mit einer langen Rehabilitationsphase rechnen musste.

Während die Sprint-Debatte im Hintergrund weiterläuft, war Ezpeletas Botschaft in Brno eindeutig: Er glaubt, dass das Sicherheits„problem“ des Sports an der Front-Lowering-Vorrichtung und den dadurch entstehenden Dynamiken beim Start hängt – nicht an der Existenz oder der Anzahl von Sprint-Rennen.

View sources