CRUTCHLOW FORDERT HITZESCHUTZ-PROTOKOLL NACH BRNO-SPRINT IN 33°C
1h ago·

LCR-Honda-Reserve Cal Crutchlow bezeichnete das Sprint-Rennen beim Tschechischen Grand Prix in Brünn als eines der härtesten Rennen, die er je erlebt habe. Als Grund nannte er die extreme Hitze und forderte, dass MotoGP formelle Wetterprotokolle einführen sollte.
Nach dem 10-Runden-Sprint sagte Crutchlow, die Bedingungen seien brutal heiß gewesen: „Eines der heißesten Rennen, die ich je gefahren bin.“ Er ergänzte: „Ich sag’s dir: Heute war es verdammt heiß“, und erklärte, wie sich die Hitze bereits auf die gesamte Vorbereitung ausgewirkt habe. „Du siehst diese ganze Wartezeit. Du gehst zum Grid, und dann versuchst du wieder vom Grid wegzukommen, weil es einfach zu heiß ist. Es war wirklich extrem heiß.“
Seine Aussagen kamen nach einem Sturz in der letzten Runde des Sprints, doch der Fokus verlagerte sich schnell weg vom Zwischenfall hin zu den allgemeinen Sicherheitsaspekten beim Fahren in hohen Temperaturen. Crutchlow merkte an, dass das Sprint-Format die Situation nur teilweise widerspiegele, was Fahrer über eine komplette Distanz erwarten würde. „Ja, halbes Rennen. Stell dir 20 Runden vor, wenn es heute so wäre? Und morgen wird wahrscheinlich genauso sein.“
Mitten in einer intensiven Hitzewelle in Europa wurde der Sprint bei gemeldeten 33 Grad Lufttemperatur ausgetragen. Crutchlow argumentierte, MotoGP solle Wetterbedingungen stärker als etwas behandeln, das über abgestimmte Verfahren steuerbar ist: „Meiner Meinung nach müssen sie anfangen, sich diese ganze Situation ein bisschen genauer anzuschauen. In anderen Sportarten gibt es Wetterprotokolle, es gibt all diese Dinge.“
Der Artikel zog außerdem Vergleiche zu anderen Motorsport- und Sport-Gremien. Er verwies darauf, dass die FIA bei Formel 1-Wochenenden im Vorfeld eine „Heat Hazard“-Warnung aussprechen kann, wenn Prognosen zeigen, dass Rennen bei 31 Grad oder darüber stattfinden. In diesem Modell brauchen die Autos Kühlsysteme für die Fahrer, außerdem gibt es eine kleine Anpassung der Regeln zum Mindestgewicht, um die zusätzliche Ausrüstung zu berücksichtigen.
Crutchlow meinte, MotoGP könnte von einem ähnlichen Rahmen profitieren, sah aber ein zentrales Hindernis: das Fehlen einer Fahrervereinigung. Ohne eine kollektive Einigung könnten Fahrer möglicherweise nicht in einer abgestimmten Weise auf extreme Bedingungen reagieren. „Das Problem, das ihr hier habt, ist das gleiche wie immer, das gleiche wie wenn du es getan hättest, wie ich es schon mal besprochen habe: eine riders’ union. Dann fährt eben einer, und dann fahren alle“, sagte er.
Er führte aus, wie diese Dynamik jeden Versuch untergraben könnte, bei der Sicherheit eine Linie zu halten. „Also leider, und die Organisation weiß das. Es ist wie, wenn es so tief im Wasser wäre: Wenn einer rausgeht und alle sagen, wir gehen nicht raus, dann würde dieser eine aus der Boxengasse rausfahren, und dann würden alle aus der Boxengasse rausfahren, weil sie nicht zusammenbleiben.“
Crutchlow verband das fehlende koordiniertes Vorgehen mit Bedenken hinsichtlich Wettbewerbsvorteilen und vertraglichen Konsequenzen: „Weil sie nicht wollen, dass jemand einen Vorteil hat, oder sie wollen nicht, dass ihr Hersteller zu ihnen sagt: ‚Ah, du hast dieses Rennen nicht gemacht, also bekommst du kein Geld‘. Und das ist die Realität.“
Auf die Frage, warum sich die Situation in der Formel 1 unterscheidet, verwies er auf die Solidarität der Beteiligten: „Die halten zusammen.“
Insgesamt war Crutchlows Botschaft, dass die Hitze in Brünn schwerwiegend genug war, um strukturiert berücksichtigt zu werden. Gleichzeitig könne die Umsetzung vergleichbarer Protokolle in MotoGP davon abhängen, ob Fahrer gemeinsam handeln können, wenn die Bedingungen gefährlich werden.