MICHELE PIRRO WEIST DUCATI-SABOTAGEVORWÜRFE GEGEN FRANCESCO BAGNAIA ZURÜCK
1h ago·

Ducati-Testfahrer Michele Pirro hat sich vehement gegen Vorwürfe gewehrt, das Team habe Francesco Bagnaia unfair behandelt. Er wies die Idee als „Science-Fiction“ zurück und betonte, Ducati arbeite niemals „in böser Absicht“. Die Aussagen fallen in eine Phase, in der Bagnaia bei Ducati stark unter die Lupe genommen wird: Der Italiener soll das Werk am Saisonende verlassen, nachdem er faktisch seinen Platz an Pedro Acosta verloren hat.
Pirro argumentierte im Mig Babol-Podcast, dass die Geschichte von Ducati nicht zu der Erzählung von Sabotage oder Bevorzugung passe. Er verwies darauf, wie Ducati Jorge Martin im WM-Kampf 2024 gegen Bagnaia unterstützte, obwohl Martin bereits angekündigt hatte, im Folgejahr zu Aprilia zu wechseln. „Man sieht es an der Unterstützung, die wir Martin gegeben haben, als er 2024 die WM gewonnen hat, obwohl er das Team verlässt; das Ziel war immer, die Fahrer in die bestmögliche Position zu bringen“, sagte Pirro. Seiner Ansicht nach belegt dieses Beispiel, dass es Ducati darum geht, die Fahrer bestmöglich zu stellen – nicht darum, sie auszubremsen.
Die Debatte um Bagnaia wird zudem mit der Entwicklung des Ducati-Bikes verknüpft und mit der Frage, ob sich die GP24 und GP25 genug unterschieden, um seine Leistung zu beeinflussen. Bagnaia hatte angedeutet, dass mechanische Unterschiede zwischen den beiden Maschinen zu seinem Einbruch beigetragen hätten, während Ducati betonte, die Bikes seien „praktisch identisch“ gewesen. Pirro zeigte sich außerdem verärgert über Kritik, das 2025er Motorrad sei „angeblich rückwärts gegangen“, und stellte klar, dass der Ansatz des Teams stets auf Verbesserung ausgerichtet gewesen sei. „Wir haben immer unser absolutes Bestes gegeben, um alles noch besser zu machen. Das ist entscheidend… in Gigi [Dall’Igna]’s Philosophie“, sagte er und ergänzte: „Fehler passieren“, aber „es ist richtig, dass die Leute wissen, dass nie etwas aus Bosheit getan wurde.“
Pirro ging auch auf die emotionale Seite der Kontroverse ein. Er sagte, er sei auf der Straße von Bagnaia-Fans angesprochen worden, die fragten, warum die #63 nicht wieder auf das frühere Motorrad umgestellt habe. Einige Fans gingen noch weiter und behaupteten, Bagnaia sei „bestraft“ worden, weil Ducati den Fokus auf Marc Marquez gelegt habe. Pirro wies diese Vorwürfe klar zurück: „Leute sagen manchmal: ‚Oh, aber im Vorjahr fühlte sich der Fahrer auf dem Bike wohler.‘ Leider haben wir nie vorgehabt, es schlechter zu machen.“
„Ich habe wirklich mit Pecco gefühlt“, fügte Pirro hinzu. „Du baust eine Beziehung und Vertrauen zu einem Fahrer auf, zu so einem Typen – und dann kommt Kritik.“ Er beschrieb, wie die Anschuldigungen auch ihn persönlich treffen: Menschen fragten, warum Ducati Bagnaia das Bike aus dem Vorjahr nicht gegeben habe und ob das Team versuche, ihn „zu bestrafen“. Pirro sagte, diese Kommentare hätten keinen realen Boden: „Es stört mich, wenn Leute kritisieren… und sagen: ‚Oh, du bestrafst Pecco, weil du willst, dass jemand anderes gewinnt.‘ Aber nein – kommt schon, Leute, das ist reine Fantasie; das ist wirklich Science-Fiction.“
Der größere Kontext umfasst auch die Leistungsdynamik von Ducati 2025. Pirro stellte fest, dass Bagnaia innerhalb des Teams nach dem Abschneiden von Marc Marquez, der ihn trotz des Verpassens von vier Rennen um mehr als 250 Punkte übertraf, nicht mehr „reparierbar“ geschädigt worden sei. Außerdem spielte Pirro darauf an, dass Bagnaia Berichten zufolge „wütend“ gewesen sei, als Ducati Marquez verpflichtete, um Enea Bastianini zu ersetzen – allerdings sagte er, es gebe keine Anzeichen für echte Spannungen zwischen den Fahrern.
Da Bagnaia nun mit einem langfristigen Aprilia-Deal ausgestattet ist, während das Team aus Noale aufsteigt, war Pirros Botschaft eindeutig: Ducati-Entscheidungen im Inneren sollten nicht als Strafe oder Sabotage interpretiert werden, und die Unterstützung des Teams für Fahrer – vergangene wie aktuelle – müsse als konsistent verstanden werden, nicht als böswillig.