DUCATI WIRD KLARE TEAMREGELN FÜR MARQUEZ UND ACOSTA FESTLEGEN, NACHDEM ES ZU VORFALLEN MIT APRILIA IN UNGARN KAM
2h ago·

Ducati schaut sich das jüngste Experiment von Aprilia mit den sogenannten „black rules“ sehr genau an, während man sich auf ein womöglich turbulentes Team-Duo in der Saison 2027 vorbereitet: Marc Marquez und Pedro Acosta sollen sich die Garage teilen. Die Sorge gilt dabei nicht der Frage, ob es auf der Strecke knallen wird – beide Fahrer gelten als extrem konkurrenzorientiert –, sondern vielmehr, wie sie ihre Duelle auf der Strecke managen könnten. Das könnte am Ende mehr als einen Fahrer schaden, so wie es bei Aprilia bereits passiert ist.
Das Szenario, das Aprilia in dieser Saison vor sich hatte, war von einer Titelkampf-Atmosphäre zwischen Marco Bezzecchi und Jorge Martin geprägt. Um mit der Intensität umzugehen, führte Aprilia ein McLaren-ähnliches Konzept ein, das oft als „black rules“ bezeichnet wird. Ziel war es, beide Fahrer frei fahren zu lassen, aber eine breite Grenze zu setzen: Sie durften miteinander kämpfen, aber einander nicht aus dem Rennen nehmen. Die Idee war, die Aggressivität im Rennen zu erhalten, ohne gefährlichen Kontakt daraus werden zu lassen.
Doch das Wochenende beim Ungarn-Grand-Prix zeigte, wie diese vermeintliche Neutralität nach hinten losgehen kann. Zu Beginn des Rennens stürzte Martin und nahm dabei Bezzecchi mit. Da durch diesen Zwischenfall einer der Titelanwärter früh ausfiel, konnte Marquez anschließend durchstarten und gewinnen. Die Berichterstattung stellt den Crash als direkte Folge des fehlenden konkreteren Rahmens dar, wann und wie die beiden Fahrer einander im Rennen angreifen durften.
Die Lehre aus Ungarn lautet demnach: „Freiheit“ allein reicht möglicherweise nicht aus, wenn zwei Fahrer um dieselben Top-Positionen kämpfen. Ducati soll daher klarere Grundregeln benötigen – vor allem in Bezug auf Aggression und die Momente im Rennen, in denen es akzeptabel ist, gegen den Teamkollegen hart zu pushen. Mit präziseren Vorgaben wäre ein Szenario wie Martins früher Crash, der Bezzecchi aus dem Titelrennen warf, möglicherweise vermeidbar gewesen – oder zumindest hätte der Meisterschaftseinfluss anders ausfallen können.
Mit Acosta bei Ducati ab 2027 steigen die Anforderungen an die interne Planung. Die Quellen betonen, dass der Kampf zwischen Acosta und Marquez bereits eine Vorschau geliefert hat: Beim Ungarn-GP waren die beiden Fahrer in ein intensives Duell verwickelt. Acosta konnte Marquez in diesem direkten Vergleich zwar nicht schlagen – dafür wird ein Abstand zwischen Ducati und KTM verantwortlich gemacht –, doch das Duell machte deutlich, dass die künftigen direkten Auseinandersetzungen auf der Strecke angespannt werden könnten.
Ducatis Fazit ist daher pragmatisch: Man muss einen Rahmen schaffen, damit Marquez und Acosta sich auf wettbewerbsfähige Weise duellieren können, ohne Situationen zu erzeugen, die beiden Fahrern oder den übergeordneten Zielen des Teams schaden. Apriliás Erfahrung wird als Warnung dargestellt, dass Teamduelle zu locker definiert zu Ergebnissen führen können, die weder die Fahrer noch das Team wollen – besonders dann, wenn beide in der Lage sind, hart um den Weltmeistertitel zu kämpfen.