BAGNAIAS APRILIA-WECHSEL LÖST IM PADDOCK LOB AUS, NACHDEM ER DUCATI VERLASSEN HAT
3h ago·

Die Entscheidung von Francesco Bagnaia, Ducati am Ende der Saison 2026 zu verlassen und zu Aprilia zu wechseln, hat im MotoGP-Fahrerlager eine Welle der Bewunderung ausgelöst. Viele sehen darin eher einen kalkulierten Schritt als einen Rückzug. Das unmittelbare Leistungsbild macht den Wechsel weniger dramatisch: Aprilia hat in diesem Jahr sechs der ersten elf Rennen gewonnen, Ducati die anderen fünf. Das deutet darauf hin, dass die beiden Hersteller aktuell nur durch äußerst feine Abstände getrennt sind.
Mit Blick nach vorn erwartet das Fahrerlager, dass die anstehenden Reglementsänderungen ein möglicher Störfaktor sein könnten. Aprilia habe in Tests ermutigende Signale gezeigt, während Ducatis Zuversicht sich darin widerspiegelt, dass man in Trainingssessions bereit war, eine geplante One-Bike-Regel zu unterstützen – eine Idee, die später von KTM abgelehnt wurde.
Auch Bagnaia’s Vertrag steht im Zentrum der Reaktionen. Er hat bei Aprilia einen Vierjahresdeal unterschrieben, der als potenziell der längste auf dem gesamten Grid gilt; Berichten zufolge könnte er als 2+2-Modell ausgestaltet sein. El Periodico berichtet, Bagnaia habe sich die „wahre Bewunderung“ des Fahrerlager verdient, indem er die langfristige Bindung für ein „riesiges Gehalt“ gesichert habe. Zudem wird angedeutet, Aprilia habe ihre Eigentümer, die Piaggio Group, davon überzeugen müssen, die finanziellen Auswirkungen nach Bagnaia’s jüngstem Formtief zu tragen.
Die Einigung wurde im vergangenen Winter erzielt – nach dem, was als Bagnaia’s bislang schlechteste Saison beschrieben wurde. Er lag 257 Punkte hinter Ducati-Teamkollege Marc Marquez zurück, der wegen einer Verletzung vier Wochenenden verpasste. Aprilia ist der Ansicht, dass man die Karriere des zweifachen MotoGP-Weltmeisters wiederbeleben und die Investition damit lohnend machen kann.
Sportlich verändert der Wechsel zudem die Fahreraufstellung von Aprilia: Bagnaia wird voraussichtlich mit Marco Bezzecchi zusammenarbeiten. Obwohl Bagnaia mit Yamaha in Verbindung gebracht worden war, sagte Aprilia’s Massimo Rivola, Bagnaia habe ein noch besseres Angebot abgelehnt, um stattdessen zu Aprilia zu gehen. Dieselbe Berichterstattung stellt Yamaha als größeres Risiko dar – als Gefahr, die Jorge Martin bereit war einzugehen, als er die Tür für Bagnaia’s möglichen Ersatz öffnete.