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DAVIDE TARDOZZI SAGT, DIE ITALIENISCHE PRESSE „WURDE ZU BELEIDIGUNGEN“, NACHDEM MARC MARQUEZ ZU DUCATI KAM

2h ago·

Ducati-MotoGP-Teammanager Davide Tardozzi hat offen über die Reaktion gesprochen, die er zufolge die italienische Presse auf die Ankunft von Marc Marquez im Ducati-Lager gezeigt habe. In einem Gespräch auf dem Misterhelmet-Podcast erklärte Tardozzi, dass sich der Ton schlagartig verändert habe, sobald Marquez zum Team gewechselt sei – auch wenn er manchmal Zeitungen lese und sogar Gefallen an einzelnen Beiträgen finden könne.

Tardozzi sagte, er lese „alles, wirklich alles“, und beschrieb, wie er sich in Momenten, in denen er „einfach nur herumalbert“, hinsetze und die Zeitungen durchgehe. Danach machte er jedoch einen klaren Bruch in der Berichterstattung nach Marquez’ Wechsel zu Ducati aus. Er behauptete, Journalisten hätten schnell „zu Beleidigungen gegriffen“ und die Kritik sei nicht nur eine sportliche Debatte gewesen, sondern mit persönlichen Sticheleien verbunden. Als Beispiele für Bemerkungen, die seiner Ansicht nach Marquez galten, nannte er unter anderem Kommentare wie „hol dir einen spanischen Pass“ sowie Formulierungen wie „Audi dies, Audi das“.

Als Hintergrund nannte Tardozzi die seit langem bestehende Spannung zwischen Marquez und Valentino Rossi – ein Duell, das sich in Italien nach einer Eskalation ihrer Auseinandersetzung im Jahr 2015 weiter verschärft habe. Tardozzi betonte, dass Marquez und Rossi selbst in der Öffentlichkeit weiterhin einen respektvollen Umgang pflegen, obwohl ihre Beziehung angespannt bleibt. Er deutete an, dass die rauere Atmosphäre vor allem bei den Fans sichtbar sei und die Feindseligkeit über die Fahrer hinaus bis in das gesamte Medienumfeld übergreifen könne.

Tardozzi ging außerdem auf die Wahrnehmung von Rossi durch die Medien ein und verwies dabei auf Aussagen des ehemaligen Rivalen Casey Stoner, der gesagt hatte, die Presse sei „um ihn herum gewickelt“. Seiner Ansicht nach habe diese Dynamik dazu beigetragen, dass er nach der Verpflichtung von Marquez durch Ducati stärker unter Beobachtung stand.

Das Gespräch berührte zudem Ducatis Besitzverhältnisse und die Rolle von Audi – ein Thema, das im Fahrerlager bereits zuvor für Reibereien gesorgt hatte. Tardozzi sprach die Kontroverse an, die begonnen hatte, als Aprilia-Botschafter Max Biaggi Ducatis „italienische“ Identität infrage stellte. Er argumentierte, der bolognesische Hersteller sei nicht wirklich italienisch, weil er mit Audi verbunden sei. Tardozzi sagte, Audi habe „nichts damit zu tun, wie wir die Dinge hier organisieren“, und erinnerte an die Botschaft des Audi-Managements vor 10 oder 12 Jahren: Ducati solle die Bikes bauen und eine großartige Arbeit abliefern – mit dem Finanzdirektor als Unterstützung.

Er ergänzte, Ducati agiere unabhängig „mit eigenem Geld, für sich allein“, und räumte zugleich ein, dass Audi Ducati über Volkswagen besitzt. Letztlich sei sein Punkt gewesen: „Ducati trifft die Entscheidungen“ – und die täglichen Entscheidungen des Unternehmens würden nicht von der größeren Konzernstruktur von Audi diktiert.

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