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BEZZECCHI SAGT, DASS ER NACH VERLETZUNGEN ZURÜCKSCHLAGEN WIRD, DIE SEIN TITELRENNEN AUS DER BAHN WERFEN

2h ago·

Die Mugello-Feierlichkeiten von Marco Bezzecchi Ende Mai wirkten wie ein Moment, der seine Karriere prägen könnte: ein emotionaler Heimsieg für das Aprilia-Projekt, während der Italiener zugleich die Führung in der Weltmeisterschaft in sein Heimrennen brachte. Speedweek hält fest, dass zwar bereits 2023 mit Pecco Bagnaia ein italienischer Sieger und ein WM-Vorsprung passiert waren, der „Bez“-Moment Bezzecchis sich aber dennoch einen besonderen Platz in den Geschichtsbüchern des Sports erarbeitet hat.

Doch schon bald musste sich derselbe Fahrer mit der anderen Seite der emotionalen MotoGP-Skala auseinandersetzen. Sechs Wochen nach dem Hochpunkt wurde Bezzecchis Schwung in der intensiven Phase vor der Sommerpause – zehn Rennen in sechs Wochen – durch einen schweren gesundheitlichen Rückschlag ausgebremst. Speedweek berichtet, dass zwei Hochgeschwindigkeitsstürze innerhalb von sieben Tagen sichtbare Verletzungen hinterließen. Der Sturz in Sachsenring führte dabei zu einem gebrochenen Schlüsselbein und kostete ihn die Chance, die volle Punkteausbeute einzufahren.

Der Kontrast zwischen Bezzecchis Stärke zu Saisonbeginn und dem späten Einbruch vor der Pause war deutlich. Nach sieben „glorreichen“ Events, in denen er acht Podestplätze holte, blieb ihm in den verbleibenden Rennen bis zur Pause – nach dem deutschen Grand Prix – nur noch ein Punktekonto von 13 Zählern. Speedweek betont außerdem, dass Bezzecchi selbst in der Erfolgsphase nicht auf einer perfekten Linie fuhr: Drei der ersten vier Sprint-Rennen endeten im Kies. Dennoch reagierte er in den wichtigeren Sonntagsrennen wiederholt – und konterte diese Rückschläge mit Siegen oder Top-Ergebnissen.

Im Aprilia-Lager verwiesen die Teamverantwortlichen auf Bezzecchis gesamtheitliche Entwicklung und seine mentale Widerstandskraft. Teammanager Paolo Bonora und Technikchef Fabiano Sterlacchini hoben hervor, dass er im Training arbeitet und auch unter Druck führen kann, wenn er über längere Strecken die WM anführt. Speedweek ordnet das als Überzeugung ein, dass der „lockige“ Bezzecchi die mentale Stärke von Klassensiegern auch 2026 erreichen kann. Gleichzeitig werde dieses Vertrauen durch die Art erschwert, wie schnell sich nach einem weiteren Sprintcrash in Brno alles wieder drehen kann – ein Beispiel dafür, wie schmal die Linie zwischen „souverän“ (in Kontrolle) und dem Kontrollverlust ist.

Speedweek tritt der Idee entgegen, dass Bezzecchis sichtbare Frustration auf mangelnde Reife hindeutet oder ihn vom Titelkampf ausschließt. Das Blatt argumentiert, dass selbst Weltmeister und Legenden nicht fehlerfrei sind, und zieht einen historischen Vergleich aus VR46s Akademie heran. Valentino Rossi selbst sei, so erinnert Speedweek, 2015 bei einem tropischen Duell mit Marc Marquez die Kontrolle entglitten. Rossi war zu diesem Zeitpunkt bereits neunfacher Weltmeister, und der anschließende Zwischenfall samt Strafe kostete ihn den zehnten Titel.

Der entscheidende Unterschied, so Speedweek, sei: Bezzecchi baut seine WM-Bilanz noch auf. Es sei noch nie sein Bestreben gewesen, zu verbergen, dass er noch kein erwiesener Titelgewinner ist, und er habe bewusst verhindert, dass Gespräche über die MotoGP-Krone ihn vereinnahmen.

Mit den Saisonwendungen und der Ergebnisvolatilität bleibt das Bild in der Weltmeisterschaft offen. Speedweek schreibt, dass man nach den ersten elf Rennen kein präzises Ergebnis vorhersagen könne. Bezzecchis frühe Leistungen zeigten, wie man Selbstvertrauen gewinnt – aber auch, wie schnell es wieder verloren gehen kann. Selbst wenn er die zweite Saisonhälfte von Platz vier aus angeht, zwei Positionen hinter Marc Marquez und 22 Punkte hinter dem Topmann des Teams, betont der Artikel: Bezzecchi hat weiterhin die Fähigkeit, wieder ganz vorne anzugreifen.

Der Weg zurück, so die Andeutung von Speedweek, ist sowohl praktisch als auch psychologisch: Die Aprilia ist eine Basis, und die eigene Fähigkeit des Fahrers, die Form wiederzufinden, ist entscheidend. Während andere gesunde Athleten die aktive Urlaubszeit der Pause genießen, hat Bezzecchi „die Tür hinter sich zugemacht“ und konzentriert sich auf die Genesung. Seine letzten Worte, wie von Speedweek zitiert, lauteten: „Eine schwere Zeit, aber wir sind stärker. Jetzt lasse ich mich wieder fit machen, dann gehe ich wieder an die Arbeit. Nichts wird mich dazu bringen, aufzugeben.“ Auf Englisch: „A tough time, but we are stronger. Now I’ll get fit again, then I’ll go back to work. Nothing will make me give up.“

Mit Blick nach vorn sagt Speedweek, dass MotoGP in etwas mehr als einer Woche nach Silverstone fährt. Außerdem erinnert das Blatt an die Saison 2025 in Silverstone, die erneut eine erinnerungswürdige Story lieferte: Marc Marquez stürzte, konnte nach einer Rennunterbrechung zurückkommen und wurde Dritter, während der Sieger dieses Rennens Bezzecchi war – ein weiterer Hinweis darauf, dass wenn Aprilia und Fahrer perfekt zusammenpassen, die Ergebnisse auch ganz entschieden kommen können.

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