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MARTIN UND BEZZECCHI SAGEN, DASS IHR VERHÄLTNIS NACH DEM UNFALL IN UNGARN ZERBROCHEN IST

2h ago·

Der Titelkampf von Marco Bezzecchi hat seit dem Ungarn-Grand-Prix eine deutliche Wendung genommen: Ein Wochenende, das nicht nur seine Ergebnisse zunichtemachte, sondern auch die Arbeitsatmosphäre bei Aprilia nachhaltig zerrüttete. Nachdem Bezzecchi im Mai in Mugello gewonnen hatte, ist er seitdem in keinem Grand Prix mehr ins Ziel gekommen. Seine letzten vier Auftritte beinhalteten zwei DNF und zwei DNS – zusätzlich zu weiteren Rückschlägen in Ungarn: In Brno wurde er wegen eines Treffers gegen einen Streckenposten gesperrt, später zog er sich beim deutschen GP nach einem Sturz im Qualifying verletzungsbedingt zurück.

Der unmittelbare Auslöser lag in Balaton Park: Dort ging Bezzecchi mit einem 21-Punkte-Vorsprung an der Spitze in die Session. In der ersten Kurve nahm ihn Aprilia-Teamkollege Jorge Martin aus dem Rennen, der Zwischenfall beendete auch die Rennen von Raul Fernandez und Fermin Aldeguer (Gresini). Durch diesen Umschwung wurde Bezzecchis Vorsprung komplett egalisiert – nun liegt er 22 Punkte hinter Martin.

Laut dem erfahrenen Rennfahrer-Manager Carlo Pernat gehen die Folgen inzwischen über die Strecke hinaus. Pernat sagt, Martin und Bezzecchi hätten faktisch aufgehört, miteinander zu kommunizieren, und die Aprilia-Garage spalte sich in Lager. „Früher war das Team wie eine Champagnerblase – alles lief gut“, sagte Pernat Speedweek. „Seit Ungarn ist alles schiefgelaufen. Sie werfen sich feindselige Blicke zu, die Fahrer sprechen nicht miteinander, die Renningenieure sprechen nicht miteinander. Die Stimmung ist jetzt schlecht. Es ist, als wäre die Vase zerbrochen.“

Der größere Kontext erklärt, warum die Lage als besonders dringend empfunden wird. Die Form von Aprilia zu Saisonbeginn – fünf Siege in den ersten sieben Rennen – ist abgeflaut: In den letzten vier Rennen gab es nur ein Podium. Seit Mugello haben Bezzecchi und Martin zusammen 65 Punkte geholt, während Ai Ogura 102 für Trackhouse gesammelt hat und Marc Marquez sogar 119, wodurch beide in der Tabelle an Bezzecchi vorbeigezogen sind.

Martin selbst erwartet nicht, dass sein aktueller Vorsprung ohne Veränderungen nach der Sommerpause bestehen bleibt. Die Quellen berichten zudem, dass es zwar während ihrer Moto3-Zeit 2018 eine intensive Rivalität zwischen Bezzecchi und Martin gab, als sie später gemeinsam in die MotoGP aufstiegen jedoch kein klarer Hinweis auf Animositäten zu erkennen gewesen sei. Nach Ungarn hatte Rivola Martin zunächst wegen eines Fehlers kritisiert, „den ein Weltmeister nicht machen sollte“, bevor er diese Aussagen später zurücknahm.

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