ÖHLINS-RENNLEITER JONAS TORSTENSSON SAGT, DIE JAPANISCHE ZUSAMMENARBEIT IST EINFACHER
2h ago·
Öhlins’ MotoGP-Präsenz basiert auf weit mehr als Hardware: Der schwedische Fahrwerksspezialist beliefert zahlreiche Teams und arbeitet auch in Werksstrukturen über verschiedene Kategorien hinweg. Im MotoGP-Alltag ist der Aufwand besonders international – sowohl im technischen Bereich als auch in der täglichen Kommunikation in der Boxengasse. Laut Speedweek ist Öhlins im Weltmeisterschafts-Paddock (mit Ausnahme von WP Suspension, das zur KTM Group gehört) weitgehend aktiv. Im Speziellen sollen in der MotoGP 18 der 22 Prototyp-Maschinen mit Öhlins-Dämpfern aus Upplands Väsby bei Stockholm ausgerüstet sein. Die einzigen Ausnahmen bilden vier Fahrer auf vier RC16-Maschinen, die mit WP-Technikern für Setup und Tuning arbeiten; Ducati-, Aprilia-, Yamaha- und Honda-Athleten sowie deren Techniker stehen dagegen im Austausch mit Öhlins.
Rennsportchef Jonas Torstensson betonte, dass die „Kunden“-Beziehung zentral ist, um Fahrwerkswissen so in die Teams zu bringen, dass es dort wirklich vollständig genutzt werden kann. Im Gespräch mit Speedweek erläuterte er, wie kulturelle und sprachliche Unterschiede diese Interaktionen prägen. Torstensson sieht Schweden „in jeder Hinsicht“ zurückhaltender als Teile Südeuropas und fühlt sich Schweden der Mentalität Japans näher – seiner Ansicht nach macht diese Ähnlichkeit die Zusammenarbeit mit japanischen Werken „leichter“, weil Intuition und Verständnis besser zusammenpassen.
Gleichzeitig stellte er klar, dass das Paddock nicht von japanischer Kultur dominiert wird. „Der wesentliche größere Teil des Paddocks ist spanisch und italienisch“, sagte er und verwies darauf, dass die Kommunikation dort nicht immer harmonisch verläuft. Torstensson beschrieb, dass der Erstkontakt teils direkter ausfällt – was für einen japanischen Partner aggressiv wirken kann. Seiner Meinung nach besteht die Lösung darin, die Situation zu erkennen und aktiv zu lernen, sich anzupassen: „Die einzige Lösung ist… sich dieser Situation bewusst zu werden und aktiv zu lernen, daran zu arbeiten, sich auf die andere Person einzustellen.“ Er verwies zudem auf eigene Erfahrung: Er habe ein halbes Jahr in München gelebt, das sei anfangs „ein Schock“ gewesen, und er habe erst lernen müssen.
Torstensson verknüpfte die fortlaufende Weiterentwicklung von Öhlins auch mit Veränderungen im Konzern. Seit Januar 2025 gehört Öhlins zur italienischen Brembo-Gruppe. Er deutete an, dass der Beitritt zu Brembo und dessen südeuropäischer Kultur helfen kann, die täglichen Abläufe mit Partnern und Kunden weltweit zu verbessern.
Um die Vielfalt der Erwartungen auf den Strecken zu managen, soll Öhlins auf der Track-Ebene besonders darauf achten, unterschiedliche Mentalitäten und Sprachen abzudecken. Torstensson sagte, das Unternehmen wolle Mitarbeiter mit verschiedenen Hintergründen einsetzen – „Englisch, Amerikanisch, Australisch, Neuseeländisch“ – dazu viele spanische und italienische Service-Techniker sowie sogar deutsche Techniker, damit das Team die Herausforderung meistern kann, mit einem wirklich globalen MotoGP-Feld zu arbeiten.