JORGE MARTIN SOLL APRILIAS TEAM-CHEF DANIELE ROMAGNOLI VERLASSEN, BLEIBT ABER BIS 2027
3h ago·
Ein bemerkenswerter Wandel in den Planungen für die MotoGP 2027 zeichnet sich ab: Es geht darum, wie eng Fahrer und ihre Crewchefs bei Umbesetzungen in den Teams zusammenbleiben. Zwar bleibt die Fahrer–Crewchef-Beziehung ein entscheidender Leistungsfaktor, weil der Crewchef als technischer und strategischer Vermittler fungiert, doch der aktuelle Transfermarkt der MotoGP ist normalerweise nicht auf „Pakete“ aus Fahrer plus Crewchef ausgelegt. Speedweek nennt dafür eines der deutlichsten Beispiele der jüngeren Zeit: Jorge Martin und Daniele Romagnoli.
Romagnolis Rolle für Martins Aufstieg ist seit ihrer Zeit bei Pramac Ducati gut belegt. Dort stand Romagnoli auf dem Gehaltszettel von Ducati Corse, um Martins Titelkampagne zu unterstützen. Ihre Zusammenarbeit brachte Ergebnisse: Martin und Romagnoli gewannen 2024 gemeinsam die Weltmeisterschaft. Auch nach der schwierigen Saison 2025 – als Martins langwierige Verletzung ihn für weite Teile des Jahres ausbremste – blieb Romagnoli in die Arbeit eingebunden und verbrachte den Großteil seiner Zeit damit, den Ersatz- und Testfahrer Lorenzo Savadori zu unterstützen.
Als Martins Zukunft Richtung Yamaha Racing ging, wurde auch Romagnolis Position Teil der Verhandlungen. Speedweek berichtet, dass Romagnoli trotz der Turbulenzen von 2025 in das Aprilia-Projekt mitgenommen wurde – und zwar Ende 2024. Der Artikel beleuchtet außerdem den Aprilia-internen Kontext: Romagnolis Einbindung in die Struktur von Massimo Rivola sowie die Ankunft von Fabiano Sterlacchini als neuem Chefentwickler für die RS-GP. Dabei wird betont, dass Sterlacchini und Romagnoli zuvor bei Ducati Corse eng zusammengearbeitet haben. Das deutet auf Kontinuität in den Entwicklungsansätzen hin, selbst wenn sich auf der Fahrerseite etwas ändert.
Der entscheidende Punkt für 2027: Martins Vertrag ist laut Speedweek „solo“ angelegt. Jorge Martin wechselt demnach zu Yamaha Racing, ohne Romagnoli. Im selben Zeitfenster wird erwartet, dass Romagnoli bei Aprilia Racing für 2027 bleibt – dann an der Seite seines Landsmanns Pecco Bagnaia. Speedweek ordnet das als Trennung nach fünf Jahren zwischen Martin und seinem engsten Box-Verbündeten ein.
Mit dem Weggang Romagnolis aus Martins unmittelbarer Umgebung ergänzt Speedweek, dass Martin „David Munoz“ übernehmen wird – beschrieben als den letzten Crewchef, der mit Valentino Rossi in Verbindung gebracht wurde. Munoz arbeitet derzeit mit Alex Rins zusammen. Rins wird als erfolgloser Werksfahrer dargestellt und habe den Sport bereits verlassen.
Neben der Martin–Romagnoli-Story berichtet Speedweek von breiter Stabilität in weiteren Werksstrukturen für 2027. Ducati Lenovo soll mit Marco Rigamonti für Marc Marquez weitermachen, während Christian Gabbarini die Verantwortung für Pedro Acosta übernimmt. Auch bei KTM wird erwartet, dass Paul Trevathan und Phil Marron bleiben; der Artikel verknüpft sie zudem mit den neuen Ankünften Fabio Di Giannantonio und Alex Marquez. Honda setzt derweil ebenfalls auf Kontinuität: Fabio Quartararo soll als Solofahrer kommen und mit dem aktuellen Marc-Marini-Crewchef Cristhian Pupulin zusammenarbeiten.
Die verbleibende Unklarheit bei Honda betrifft, wer die zweite offizielle HRC-Box anführen wird. Speedweek hält fest, dass Honda noch nicht entschieden hat, ob Diogo Moreira – aktuell ein Rookie bei LCR-Honda – aufrückt oder ob es zu einer direkten Beförderung von David Alonso kommt. Bestätigt ist jedoch, dass Andres Madres, derzeit Crewchef von Enea Bastianini bei KTM, einen Vertrag bei Honda erhält.