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MORBIDELLI UND GONZALEZ EMERGEN ALS VORNEHMER FÜR DEN DUCATI-WORLD-SUPERBIKE-SITZ

1d ago·

Ducatis Werks-WorldSBK-Werksteam-Aufstellung für 2027 zeichnet sich Berichten zufolge als Zweikampf ab: Franco Morbidelli und Moto2-Spitzenreiter Manu Gonzalez gelten als die führenden Kandidaten, um Nicolò Bulega zu ersetzen.

Bulega ist in dieser Saison die dominierende Kraft und hat alle Rennen bis auf eines gewonnen, während er dem Weg zu seinem ersten WorldSBK-Titel immer näher kommt. Obwohl es zeitweise so aussah, als könnte er einen Wechsel in den Grand-Prix-Zirkus verpassen, hat sich die Lage gedreht: Bulega soll 2027 zu MotoGP wechseln – in Valentiono Rossis VR46-Team. Damit bleibt Ducati im Werkskader nur noch ein freier Platz, nachdem Iker Lecuona bereits erneut bei Ducati in der WorldSBK unterschrieben hat.

Laut GPOne fällt die Entscheidung zwischen Morbidelli und Gonzalez. In dem Bericht wird Morbidelli als leichter Favorit beschrieben, zugleich werden aber auch Faktoren hervorgehoben, die den Italiener für Ducatis Übergang in die nächste WorldSBK-Ära besonders attraktiv machen könnten.

Morbidellis MotoGP-Karriere soll nach dem Ende der Saison 2026 auslaufen. Seine besten Jahre hatte er 2020 bei Petronas SRT Yamaha, als er drei Grand Prix gewann und in der WM Zweiter wurde. Seitdem flachte seine Bilanz ab: Der Wechsel zum Yamaha-Werksteam brachte nicht die gleiche Form, und sein erstes Jahr auf Ducati-Maschinen bei Pramac wurde durch eine schwere Gehirnerschütterung im Pre-Season-Training unterbrochen. Letztes Jahr wechselte er zu VR46 und startete stark: früh in der Saison holte er zwei Podestplätze. Diese Dynamik hat sich jedoch nicht in 2026 fortgesetzt.

Die WorldSBK-Chance hängt zudem mit Morbidellis Vertrautheit mit Ducati-Hardware zusammen. Der Bericht betont, dass er bei Trainingstagen mit der VR46 Academy weiterhin ein V4-Panigale-Straßenmotorrad fährt – die Plattform ist für ihn also nicht völlig neu, auch wenn sich die WorldSBK-Konfiguration und die Rennanforderungen unterscheiden. Vor allem könnte Ducatis Anpassung an den Reifenwechsel der Serie ihm in die Karten spielen: WorldSBK wechselt zu Michelin-Reifen, und GPOne deutet an, dass Morbidelli von dieser Umstellung profitieren könnte, während er sich in die Serie einarbeitet – und Ducati gleichzeitig die neue Gummispezifikation schneller verstehen kann.

GPOne nennt außerdem einen möglichen Vorteil für Morbidelli über die reine Performance hinaus. Demnach ist Aruba-Ducati-Teamchef Serafino Foti an Morbidelli interessiert, und Morbidellis italienischer Pass könnte gegenüber Gonzalez von Nutzen sein.

Für Gonzalez wirkt der Weg zu einem Werksvertrag dagegen enger, obwohl seine aktuelle Form in Moto2 stark ist. Er führt die Moto2-Gesamtwertung mit 51,5 Punkten Vorsprung, doch der Bericht sieht seine Chancen auf einen Schritt nach MotoGP als eher fern. Gonzalez wurde zuletzt mit Tech3 in Verbindung gebracht, zugleich heißt es aber auch, dass sein Moto2-Teamkollege Senna Agius die Zusage erhalten habe, in Guenther Steiners Team zu wechseln. In diesem Szenario wäre WorldSBK für Gonzalez der realistischste Weg zu einer Werksoption.

Der Bericht beschreibt Gonzalez als jemanden, der den WorldSBK-Paddock bereits vor seinem MotoGP-Vorstoß gut kennengelernt hat: Er gewann 2019 den Titel im World Supersport 300 und wurde 2021 Dritter im World Supersport. Gleichzeitig wird aber ein praktisches Problem angesprochen: Falls Gonzalez keine Michelin-Erfahrung hat, könnte das die Anpassung an WorldSBK erschweren. Zwar steht den meisten Fahrern dieselbe Lernkurve bevor, doch der Bericht nennt auch Fahrer mit relevanter Reifen-Erfahrung – darunter Miguel Oliveira und Brad Binder, die beide stark mit einem Wechsel zu BMW in der nächsten Saison in Verbindung gebracht werden und denen Michelin-Erfahrung nachgesagt wird.

Trotzdem wird Gonzalez’ Situation nicht komplett negativ dargestellt. Der Bericht deutet an, dass ein Verbleib in Moto2 für mindestens eine weitere Saison weiterhin eine sinnvolle Option sein könnte, auch wenn der Wunsch nach dem Aufstieg groß ist. Zudem werden längerfristige Perspektiven genannt: Wenn Gonzalez in Moto2 weiter liefert, könnten später Werkschancen entstehen. Toprak Razgatlioglu ist bei Yamaha in Pramac nur bis Ende 2027 gebunden, und Johann Zarco steht ähnlich bis dahin unter Vertrag bei LCR Honda.

Da der Werksplatz bei Ducati nun die zentrale Trophäe ist und Bulegas VR46-MotoGP-Wechsel bereits in Bewegung ist, verengt sich der 2027er Markt schnell. Aktuell werden Morbidellis Ducati-Vertrautheit und die Michelin-Transition als Hauptgründe dargestellt, warum er leicht die Nase vorn hat – während Gonzalez’ Dominanz in Moto2 seinen Namen weiterhin ganz vorne in der Diskussion hält, trotz der Hürden für einen direkten Schritt nach MotoGP.

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