PEDRO ACOSTA WIRD BESCHULDIGT, VALENTINO ROSSI ZU NUTZEN, UM MARC MARQUEZ VOR DEM 2027ER DUCATI-WECHSEL AUSZURICHTEN
2h ago·

Pedro Acostas jüngste Aussagen haben im MotoGP-Fahrerlager erneut Spekulationen ausgelöst, wie er künftig seine Zusammenarbeit mit Ducati angehen will – und zwar mit Marc Marquez als Teamkollegen ab 2027. Dabei geht es auch um die Frage, ob Acosta bereits jetzt die berühmtesten Rivalitäten des Sports als psychologischen Hebel nutzt.
Ausgangspunkt ist die weit verbreitete Annahme, dass Ducati Acosta, den KTM-Piloten, verpflichtet hat, um Francesco Bagnaia in der Werksmannschaft für 2027 zu ersetzen. Sollte der Wechsel bestätigt werden, entstünde ein rein spanisches Ducati-Duo neben Marquez – und zugleich ein historischer Novum: Ducati würde in seinem Fabrikteam keinen italienischen Fahrer einsetzen.
Ducatis Entscheidung soll „seit Anfang des Jahres kein Geheimnis“ gewesen sein, doch das fehlende offizielle Bekenntnis der Werksteams wird mit einer Verzögerung bei der Absicherung eines neuen gemeinsamen kommerziellen Abkommens in Verbindung gebracht. Das bedeutet: Der Wechsel wird seit Monaten diskutiert, die finalen Unterlagen sind aber bislang noch nicht öffentlich abgeschlossen.
In der Zwischenzeit ist Acostas öffentliche Positionierung zum Gesprächsthema geworden. Marquez hat seinerseits faktisch signalisiert, dass Acosta zu Ducati stoßen wird. Nach ihrem Balaton Park Sprint-Duell in Ungarn reagierte Marquez auf Acostas Verweise auf Valentino Rossi mit den Worten: „Gott sei Dank hat der 22-Jährige noch keine Desmosedici – zumindest noch nicht.“ Im selben Rennwochenende schlug Marquez Acosta sowohl im Sprint als auch im Grand Prix.
Der ehemalige Fahrer Neil Hodgson glaubt, dass Acostas Rossi-Thema mehr sein könnte als bloße Bewunderung. In einem Gespräch mit TNT Sports deutete Hodgson an, Acosta könnte Rossi’s Rivalität mit Marquez nutzen, um sich vor dem späteren Teamwechsel einen mentalen Vorteil zu verschaffen. Hodgson verwies darauf, dass Marquez für viele Fahrer auf der Strecke zu einer Art Heldenfigur geworden ist – besonders für jüngere Konkurrenten.
„Pedro Acosta ist ein perfektes Beispiel dafür, auch wenn er jetzt behauptet, eher ein Valentino-Rossi-Mann zu sein, während ihre Rivalität gerade erst beginnt“, sagte Hodgson. Er ergänzte, dass die Wahrnehmung der jüngeren Generation von Marquez davon geprägt sei, was sie live auf der Strecke sehen – und dass Acostas Tonwechsel daher durchaus kalkuliert sein könnte. Hodgson ordnete zudem Marquez’ Ungarn-Performance als mehr ein als nur Punkte.
„Der Sieg für Marquez am vergangenen Wochenende ging nicht nur um Punkte“, sagte Hodgson. „Es geht um die Präsenz, die er auf die Strecke bringt. Für fast alle Fahrer neben ihm wird er ihr Held sein – besonders für die Jüngeren.“
Hodgson argumentierte außerdem, dass Acosta sich bewusst sein müsse, was Marquez leisten kann, wenn er in Form ist – etwas, das im Unterbewusstsein nachwirken könnte. „Für die Konkurrenz muss seine Rückkehr in die Form in deren Unterbewusstsein leben“, sagte er und fügte hinzu: „Er hat sie zerstört, und es wird ganz hinten im Kopf sein, dass das ein weiterer Moment in seiner außergewöhnlichen Geschichte sein könnte.“
Die Spekulationen werden zusätzlich durch Acostas frühere Aussagen über seine Idole befeuert. Hodgson stellte fest, dass Acosta Rossi als Helden bezeichnet habe, obwohl er zuvor gesagt hatte, er sei mit Marquez aufgewachsen und habe ihn verehrt. Der Kontrast ist deutlich: 2021, während seines frühen Aufstiegs Richtung Moto3-Titel, sagte er: „Meine Idole sind Kevin Schwantz, aber auch Marquez.“ In jüngerer Zeit sprach er zudem davon, Marquez’ Teamkollege sein zu wollen – im April dieses Jahres, kurz nach seinem Moto2-Titel 2023, nannte er es „ein Traum, der in Erfüllung geht“.
Hodgsons Kernpunkt: Acostas Rossi-Verweise könnten ein subtiler Versuch sein, sich gegenüber einem Landsmann einen Vorteil zu verschaffen, der schon bald sein Teamkollege wird. Ob Acosta wirklich auf Marquez’ Rivalität mit Rossi setzt – oder lediglich echte Bewunderung widerspiegelt – bleibt unklar. Doch mit den Ergebnissen in Ungarn und dem drohenden Ducati-Wechsel 2027 ist das psychologische Schachspiel bereits im Gange, auch wenn die volle Team-Dynamik noch nicht begonnen hat.