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RUDI MOSER, DIE STIMME DES MOTORSPORTS IM FERNSEHEN, STIRBT MIT 62

3h ago·

Rudi Moser, die langjährige Stimme des Motorradrennsports in Österreich, ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Er starb am 27. Juli überraschend während eines Krankenhausaufenthalts; zurück bleiben seine Partnerin und sein Sohn Paul.

Geboren in Graz und in Zeltweg aufgewachsen, wurde Moser durch seine Arbeit als Kommentator zu einer prägenden Figur für eine ganze Generation von Zuschauern. In den 1990er-Jahren war er der wiedererkennbare Klang der MotoGP-Weltmeisterschaft bei Eurosport: Zunächst kommentierte er Rennen gemeinsam mit Dieter Braun, später mit Jürgen Fuchs. Danach wechselte er zum österreichischen Sender ATV, wo sein Auftreten vor der Kamera und sein Stil hinter dem Mikrofon zu einer Art Markenzeichen wurden.

Bei ATV fielen Mosers Streckenpräsentationen durch einen ungewöhnlichen Ansatz auf. Statt sich auf eine nüchterne Analyse zu beschränken, zog er einen Leder-Rennanzug an und fuhr die Grand-Prix-Strecken selbst auf einem Superbikе ab. Das Filmmaterial zeigte ihn oft dabei, wie er in entspannter Geschwindigkeit im Einzelgang dahingleitete – doch sein Kommentar, gesprochen über das Helm-Mikrofon, war voller Intensität. Er beschrieb jede Bodenwelle, jede Kurve und jede Herausforderung, als stünde er in der Qualifikation; auch das klassische, ausgestreckte Knie gehörte zum visuellen Gesamtpaket. Der Kontrast zwischen der ruhigen Fahrt in den Clips und der dramatischen Art, wie er sie erzählte, sorgte für eine eigene, fast komische Wirkung, die viele Fans inzwischen als Kultmaterial behandeln.

Moser berichtete über viele Jahre auch über alpines Skifahren bei Eurosport und brachte dabei dieselbe humorvolle, auf Unterhaltung ausgerichtete Haltung in einen weiteren Sport. Vor seiner Fernsehlaufbahn begann sein Journalismus bei Antenne Austria und Radio Monte Carlo, wo er über die Formel 1 berichtete und sich im Motorsportumfeld vernetzte.

Wer ihn kannte, erinnerte sich an ihn als gesellig und überlebensgroß – ganz gleich, ob er als „gut für einen Drink“ beschrieben wurde oder einfach als jemand, der das Leben in vollen Zügen genoss. Vor allem wurde er als Geschichtenerzähler gefeiert; in seinem Freundeskreis trug er den Spitznamen „Radio-Rudi“.

Nach dem Fernsehen widmete er sich einer zweiten großen Leidenschaft zurück: dem Kochen. Er lernte das Handwerk bei dem österreichischen Topkoch Reinhard Gerer und arbeitete sich später bis zum Küchenchef in einem renommierten Ausflugslokal nahe Graz hoch. Seit 2015 arbeitete er auf Kreuzfahrt- und Expeditionsschiffen.

Noch bis in den April hinein stand Moser offenbar selbst in einer Location in der Südsteiermark hinter dem Herd und unterhielt Gäste mit regionaler Küche. Seine markante Stimme ist nun verstummt, doch die Geschichten, die er erzählte – und wie er sie erzählte – bleiben Teil der Motorsport-Erinnerung.

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