MANUEL GONZALEZ KONTAKTIERT DUCATI, NACHDEM BMW ZUSAGT, BRAD BINDER FÜR 2027 WSBK ZU UNTERSCHREIBEN
2h ago·

Der nächste Schritt von Brad Binder scheint für 2027 festzustehen: BMW soll nach einer als „schnelle Kehrtwende“ beschriebenen Wende in seinen World-Superbike-Plänen eine Vereinbarung mit Binder für die Saison 2027 der World Superbike getroffen haben. Nachdem der deutsche Hersteller zuvor weithin als eher auf andere Optionen im Fahrer-Markt ausgerichtet galt, berichten nun, dass BMW sich mit Binder geeinigt hat.
Die Entscheidung ist aus zwei Gründen bedeutsam. Erstens bedeutet sie eine Abkehr von früheren Erwartungen, wonach BMW Manuel Gonzalez gegenüber Binder bevorzugen würde. Binder wäre demnach nur dann ein Thema gewesen, wenn andere Gespräche nicht aufgegangen wären. Zweitens verändert sie den gesamten Fahrer-Markt rund um die Prototyp-Klasse, in dem mehrere große Namen voraussichtlich ihre Sitze verlieren.
Binder ist seit seinem Debüt 2020 ein zentraler Bestandteil des MotoGP-Projekts von KTM. KTM hat jedoch beschlossen, ihm vor Ablauf seines aktuellen Vertrags zum Saisonende keinen neuen Vertrag anzubieten. Da KTM den Weg frei macht, kann BMW Binder in sein World-Superbike-Programm holen. Die gemeldete Einigung würde Binder zudem mit einem früheren KTM-Teamkollegen wieder zusammenbringen: Miguel Oliveira soll Teil des gleichen BMW-Umfelds werden, sodass die beiden Fahrer erneut im selben Paddock stehen.
Für BMW wird die Entscheidung als U-Turn eingeordnet. Zuvor galt Gonzalez als wahrscheinlichstes Ziel, Binder wäre nur im Fall des Scheiterns anderer Verhandlungen in die Überlegungen geraten. Stattdessen könnte Binders Verpflichtung nun dazu führen, dass Gonzalez sich anderweitig umsehen muss – insbesondere in Richtung des World-Superbike-Engagements von Ducati.
Berichten zufolge hat Gonzalez bereits auf die Entscheidung von BMW reagiert und Ducati wegen einer möglichen Nachfolge für Nicolo Bulega kontaktiert. Bulega soll 2027 mit VR46 in die MotoGP wechseln, wodurch ein World-Superbike-Sitz frei würde. Der Antrieb hinter Gonzalez’ Vorstoß wird ebenfalls klar beschrieben: Der 23-Jährige möchte den Prestigegewinn, für ein Werks-Team zu fahren, wenn er den Schritt zu den World Superbikes macht.
Gonzalez’ Lage ist jedoch dadurch kompliziert, dass er nicht der einzige Fahrer ist, der mit Bulegas möglicher Ducati-Rolle in Verbindung gebracht wird. Der italienische Nachwuchs Alberto Surra soll ebenfalls Aufmerksamkeit auf einer Ducati Panigale V4 mit Motocorsa Racing auf sich ziehen. Zudem wird auch Franco Morbidelli als wahrscheinlich genannt, bei Ducatis World-Superbike-Team zu unterschreiben – was ihn potenziell in den Sitz bringen würde, den Gonzalez anpeilt. Bulegas VR46-Wechsel würde dafür den Weg öffnen.
Der größere Kontext: Ein Wechsel von Gonzalez in die World Superbikes wird seit Monaten diskutiert. Bereits in der ersten Jahreshälfte wurde sogar berichtet, Honda habe ihm ein Angebot gemacht, in die World Superbikes zu wechseln, doch er lehnte es ab, um eine MotoGP-Chance zu sichern. Da MotoGP-Teams ihn trotz seiner Position an der Spitze der Moto2-Wertung jedoch weiter übersehen, wirkt der Weg in die MotoGP für 2027 zunehmend verschlossen.
Auch wenn die World-Superbike-Option nun am wahrscheinlichsten erscheint, bleibt eine weitere Möglichkeit: Gonzalez könnte mit Intact GP eine dritte Saison in der Moto2 bleiben, falls er keinen Platz in einem Top-Team ergattern kann. Dieselben Berichte halten fest, dass Intact GP betont hat, ihn zurückzuholen, falls sich kein Wechsel in eine höhere Klasse realisieren lässt.