YAMAHAS UNSICHERHEIT FÜR 2027 KÖNNTE TOPRAK RAZGATLIOGLU ZURÜCK IN RICHTUNG BMW WSBK-GESPRÄCHE DRÄNGEN
3h ago·

Der Wechsel von Toprak Razgatlioglu in die MotoGP hat nicht nur seine eigenen Karrierepläne verändert, sondern auch das Interesse des Teams neu entfacht, das er im World Superbike verlassen hat. Da BMW bereits auf die WSBK-Saison 2028 blickt, deuten Berichte darauf hin, dass der deutsche Hersteller „alle Anstrengungen“ unternimmt, um wieder Kontakt zu Razgatlioglu und seinem Management aufzunehmen – mit dem Ziel, ihn zurückzuholen, falls Zeitpunkt und Rahmenbedingungen passen.
Eine mögliche Rückkehr Razgatlioglus in die WSBK wurzelt in dem, was er mit BMW im World Superbike Championship erreicht hat. In seinen zwei Jahren bei dem deutschen Team 2024 und 2025 gewann der 29-Jährige zwei Titel in Folge und zeigte, dass er der einzige Fahrer war, der das BMW-Paket konstant in Rennsiege umsetzen konnte. Laut den Berichten war er der einzige Pilot, der auf der BMW M1000RR gewinnen konnte – ein Umstand, der seine Bedeutung für das Team unterstrich.
Ein drittes Jahr bei BMW für 2026 galt als möglich, doch Razgatlioglu entschied sich stattdessen, sich in der MotoGP zu testen. In dieser Saison feierte er nach einer Vereinbarung über einen Zweijahres-Vertrag mit dem Yamaha-Werksteam sein lang ersehntes Debüt in der Königsklasse bei Pramac. Das Abkommen soll ihn bis 2027 bei Pramac halten.
Die unmittelbare Herausforderung für Razgatlioglu in der MotoGP ist jedoch die Wettbewerbsfähigkeit. Die Quellen beschreiben einen schwierigen Saisonstart: Zum einen wegen der Lernkurve, zum anderen wegen des leistungsschwachen Yamaha-V4-Motors, der ihn oft von ganz hinten kämpfen lässt. Dennoch wird 2026 als „Zwischenstufe“ eingeordnet. Sowohl Razgatlioglu als auch Yamaha fokussieren sich demnach auf 2027 und die neuen 850-ccm-Regeln als eigentliche Priorität. Auch der Wechsel des Reifenlieferanten gehört zu diesem langfristigen Bild: Pirelli soll ab der nächsten Saison durch Michelin ersetzt werden.
Der Wechsel zu Michelin könnte für eine mögliche spätere Rückkehr in die WSBK für beide Seiten ein Risiko sein. Die Berichte betonen, dass Razgatlioglu sich seit seinem MotoGP-Wechsel in dieser Saison schwer mit den Michelin-Reifen tut. Das könnte eine Rückkehr zu einer World-Superbike-Maschine mit Michelin weniger unkompliziert machen. Gleichzeitig argumentieren dieselben Quellen, dass Yamahas kurzfristige Perspektive BMW zusätzlichen Spielraum verschaffen könnte.
Im „Oxley Bom MotoGP Podcast“ sagte Peter Bom, er sei „sehr besorgt“ um Yamaha vor dem Start des 850-ccm-Zeitalters. Seine Sorge stützt sich auf das, was er über die Vorbereitung gehört hat: Bom behauptet, Yamaha habe nur zwei 850-ccm-Motoren bereit gehabt für den Pirelli-850-Test 2027 in Brno Ende Juni. Während die Konkurrenz laut Berichten mit ihren neuen Aero-Paketen für die 2027er-Regeln anreiste – inklusive der Regeländerungen, die die Sitzhöhe und Launch-Control-Geräte verbieten werden – musste Yamaha nach Bom einen 850-ccm-Motor in das aktuelle YZR-M1-Chassis einbauen, das für Yamahas neues 2026er 1.000-ccm-V4 ausgelegt ist.
Boms Prognose für Yamaha und Pramac fällt hart aus: Er erwartet ein „sehr düsteres“ 2027. David Emmett griff diese pessimistische Einschätzung im „Paddock Pass Podcast“ auf und sagte, es gebe für Yamaha 2027 „nicht viel Hoffnung“, und 2028 solle Priorität haben.
Sollten sich diese Einschätzungen bewahrheiten und Yamaha sowie Pramac auch 2027 und darüber hinaus Probleme haben, könnte sich Razgatlioglus’ Blick zwangsläufig wieder stärker darauf richten, wie BMW den Michelin-Übergang in der WSBK handhabt. Auch die Lage von BMW in der Meisterschaft wird als besorgniserregend beschrieben: Ohne Razgatlioglu hätten Miguel Oliveira und Danilo Petrucci bislang nicht in der Lage gewesen, die Lücke zu schließen – Verletzungen spielten dabei eine große Rolle. Oliveira wird Berichten zufolge aktuell nur auf Platz 10 der Gesamtwertung geführt.
Weiter voraus wird erwartet, dass BMW sein Fahreraufgebot für 2027 erneuert. Petrucci gilt als gefährdet, seinen Platz zu verlieren, und Motosprint berichtet, BMW stehe kurz davor, Brad Binder zu verpflichten, um Oliveira zu begleiten. Oliveira soll demnach eine neue Vereinbarung bis 2028 gesichert haben.