SENNA AGIUS’ WEG ZU MOTOGP VERKÜRZT SICH, DA PRAMAC DIE TÜR SCHLIESST
3h ago·
Nachdem die Vertragsgespräche für MotoGP 2027 und 2028 nach einer Einigung zwischen den Herstellern und der Sports Entertainment Group von MotoGP am 19. Juni weitgehend abgeschlossen sind, bleibt das Bild hinter den Favoriten noch in Bewegung. In der zweiten Reihe des Fahrerfelds werden die Chancen zwar enger, doch Verhandlungen und „Gespräche mit allen“ gehen weiter, während die Fahrer nach dem nächsten Schritt suchen.
Senna Agius geht in das MotoGP-Wochenende in Brünn (Tschechischer Grand Prix) als Moto2-Weltmeisterschaftszweiter in Form. Er steht in der Gesamtwertung auf Platz vier. Mit 21 Jahren gehört er zu den jüngsten führenden Fahrern in der Moto2 und kommt zudem aus einem wichtigen Markt: Australien. Dort ist für 2027 erstmals ein MotoGP-Event in Adelaide geplant. Trotzdem ist sein Aufstieg in die MotoGP nicht ohne Hürden.
Laut Berichten gibt es für Agius drei realistische Wege in die Königsklasse: Trackhouse Aprilia, Tech3 KTM und Pramac Yamaha. Die Pramac-Option ist inzwischen praktisch geschlossen. Das Team wird einen Platz an seinen eigenen Nachwuchs vergeben: Izan Guevara übernimmt von Jack Miller, und Guevara wird neben Toprak Razgatlıoğlu fahren.
Damit rücken Trackhouse und Tech3 als die prominentesten Routen in den Fokus. Bei Trackhouse Aprilia werden die Gespräche mit Raul Fernandez über ein Verbleiben als weit fortgeschritten beschrieben. Der Spanier hat zuletzt starke Leistungen gezeigt, doch seine Chancen wurden beim Balaton Park Circuit erschwert: Nach dem vierten Platz im Sprint flog er aus dem Hauptrennen. Außerdem ist das Team mit Enea Bastianini als neuem Fahrer ausgerichtet, und die Erwartung ist, dass Fernandez zwei Angebote für die nächsten beiden Saisons erhalten könnte – allerdings soll auch KTM Interesse haben.
Für Fernandez ist die Tür bei Trackhouse nicht garantiert. Luca Marini – aktuell Werksfahrer von Honda – nähert sich dem Team ebenfalls. Anders gesagt: Der Wettbewerb um jeden frei werdenden Trackhouse-Platz ist bereits in vollem Gange.
Tech3 KTM gilt als der vielversprechendste Zielort für Agius. Teamchef Günther Steiner hat zuvor betont, dass der „Pass“ oder die Herkunft eines Fahrers nicht das entscheidende Kriterium ist. In Brünn sagte er: „Woher der Pass kommt, ist für mich irrelevant. Die Leistung muss stimmen.“ Als bevorzugte Kombination wird Steinsers Wunschpaar beschrieben: eine Mischung aus Erfahrung und Jugend.
Auch bei KTM denkt man über die breiteren Optionen nach. Pit Beirer hat angedeutet, dass das Team mit Maverick Viñales oder Brad Binder weitermachen könnte, und er hat zudem Fernandez als Möglichkeit genannt. Agius ist derweil nicht der einzige Fahrer, der auf eine Tech3-ähnliche Chance schielt: Aus seinem aktuellen Umfeld, Liqui Moly Dynavolt Intact GP, will Moto2-Leader Manuel Gonzalez – ebenfalls Seriensieger – ebenfalls aufsteigen, und Berichten zufolge erkundet er zusammen mit Agius alle Wege.