DAVIDE TARDOZZI SAGT, ÄRZTE ERWARTEN, DASS MARC MÁRQUEZ NIE WIEDER VOLLE FITNESS ERREICHEN WIRD
2h ago·

Ducati-Teammanager Davide Tardozzi hat eine schonungslose medizinische Einschätzung zur Zukunft von Marc Marquez abgegeben. Er sagte, Ärzte hätten dem italienischen Hersteller mitgeteilt, dass der siebenfache MotoGP-Weltmeister „niemals“ wieder vollständig fit werden wird. Tardozzi äußerte sich gegenüber Sky Sports Italy nach dem Training beim Tschechischen Grand Prix 2026 in Brünn und machte zugleich deutlich: Auch wenn Marquez sich noch verbessern könne, werde sein Körper nicht mehr in den Zustand zurückkehren, der ihn in früheren Jahren so dominant gemacht hatte.
Tardozzis Aussagen fallen in eine Phase, in der Marquez nach einer Schulterverletzung, die den Saisonstart 2026 beeinträchtigt hat, eine intensive Serie von Comebacks durchlebt. Der 33-Jährige hat bereits seine 10. MotoGP-Operation hinter sich: Die OP im Mai galt einem Nervenproblem in seiner rechten Schulter. Die Ursache geht auf frühere Eingriffe zurück: Marquez hatte 2019 eine Latarjet-OP an der Schulter. Die aktuellen Komplikationen werden mit Schäden in Verbindung gebracht, die sich nach einem Sturz beim Indonesien-Grand-Prix im vergangenen Jahr verschlimmerten. Ein Zwischenfall in der ersten Runde mit Marco Bezzecchi löste eine Kettenreaktion aus: Als Marquez nach der ersten Operation zurückkam, waren zwei Schrauben aus dem Eingriff von 2019 verbogen.
Tardozzi erklärte, der jüngste Eingriff habe die konkreten Probleme behoben, die Marquez zu Beginn des Jahres ausgebremst hatten. „Ich denke, die Operation hat die Probleme gelöst, die er zu Saisonbeginn hatte und die ihn definitiv zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgehalten haben“, sagte Tardozzi. Er betonte, dass die Einschränkung nicht nur mit Kraft zu tun habe, sondern damit, wie sich der Arm anfühle und wie er funktioniere. „Nicht weil ihm die Kraft fehlt, sondern vor allem wegen fehlender Sensibilität in seinem rechten Arm.“
Trotz der Verbesserung machte Tardozzi klar, dass einige Folgen dauerhaft bleiben. „Leider werden einige Probleme für immer bleiben“, sagte er und erklärte, Marquez müsse weiterhin Zeit investieren, um sich wieder aufzubauen. „Also muss er sich noch ein bisschen verbessern und seine Muskelmasse aufbauen. Das wird in den nächsten zwei Monaten passieren.“
Die Einschätzung des Teammanagers wird auch vom langfristigen Einfluss der kariereverändernden Verletzung bei Jerez im Jahr 2020 geprägt. Damals zerstörte ein Highside seinen rechten Arm und warf die folgenden vier Jahre aus der Bahn. Tardozzi sagte, basierend auf dem, was Ducati von den Ärzten erfahren habe, sei Marquez’ Leistungsniveau vor 2020 realistisch nicht wieder erreichbar. „Meiner Ansicht nach wird Marc nie wieder zu der Form zurückkehren, die er vor 2020 hatte. Aber er wird mit Sicherheit wieder einigermaßen fit sein.“
Marquez’ Saison brachte zudem weitere Rückschläge außerhalb der Schulter. Laut Bericht führte ein Highside beim Le Mans Sprint zu einer Operation am Fuß – einem Bereich, der zuvor bereits genutzt worden war, um das Schulterproblem zu adressieren. Auch wenn diese Ereignisse die Reha zusätzlich belastet haben, glaubt Tardozzi, dass die Schulter aktuell in dem bestmöglichen Zustand ist, den sie in dieser Phase haben kann. Allerdings liege der verbleibende Aufwand eher im körperlichen Bereich als in einer rein chirurgischen Behandlung.
Trotz der medizinischen Grenzen treibt Marquez das Renn-Tempo weiter an. Der Bericht zeigt, dass er versteht, welche körperlichen Einschränkungen sein rechter Arm nach seiner jüngsten Rückkehr nach der neuesten Operation mit sich bringt. Gleichzeitig habe er seinem engen Umfeld weiterhin gesagt, dass er so lange wie möglich weitermachen wolle, wenn das Thema Rücktritt aufkommt.
Tardozzis Aussagen spiegeln auch die größere Realität von Marquez’ jüngster Laufbahn wider: Nach seinem Comeback zurück an die Spitze mit dem Ducati-Titel 2025 folgte eine Verletzung nach der anderen. Die Möglichkeit, dass ein weiterer großer Crash ihn zu einer Entscheidung über seine Zukunft zwingen könnte, wurde zwar diskutiert, doch aktuell bleibt der Fokus auf Rehabilitation und dem Aufbau der Muskelmasse in den kommenden Monaten – bei gleichzeitiger Akzeptanz, dass laut Ducati-Ärzten eine vollständige Rückkehr zu seinem früheren Niveau nicht auf dem Plan steht.