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TOPRAK RAZGATLIOGLUS PROBLEME IN UNGARN STELLEN DIE REIFENLÜCKE ZWISCHEN MOTOGP UND WSBK HERAUS

2h ago·

🇬🇧

Die erste MotoGP-Saison von Toprak Razgatlioglu hat deutlich gemacht, wie steil der Anpassungsprozess sein kann, wenn man von der WSBK in die Königsklasse wechselt. Der türkische Fahrer kämpft weiterhin um Konstanz auf den Michelin-Maschinen. Sein Wochenende in Ungarn fügte dieser Lernkurve ein weiteres Kapitel hinzu: Nach einem Sturz im FP1 beendete Razgatlioglu das Rennen auf dem 11. Platz beim Ungarischen Grand Prix. Das Ergebnis ließ ihn erneut weiter hinter dem Tempo zurück, das er in der Vergangenheit gezeigt hatte.

Der Kontrast war besonders auffällig, weil Razgatlioglu nicht der einzige ehemalige WSBK-Pilot im Fahrerlager war. Iker Lecuona, sein früherer Landsmann, lieferte mit Gresini eine stärkere Vorstellung, was Marco Melandri zu einer Analyse veranlasste, warum die Lücke zwischen WSBK und MotoGP für Fahrer im Wechsel so stark ins Gewicht fallen kann.

In dem Podcast „Chiacchiere da Box“ argumentierte Melandri, dass der größte Unterschied nicht nur das grundsätzliche Fahrgefühl der Bikes sei, sondern vor allem die Reifen. Er machte darauf aufmerksam, dass die Michelin-Reifen in der MotoGP und die Pirelli-Reifen in der WSBK einen „massiven“ Unterschied darin erzeugen, wie ein Fahrer Grip und Performance angehen muss. Melandri betonte außerdem, dass Lecuonas frühere MotoGP-Erfahrung ihm einen Vorsprung verschafft habe: Lecuona habe „bereits in der MotoGP gefahren“ und daher „im Großen und Ganzen gewusst“, während Nicola Bulega bei seinem ersten Einstieg diese Basis nicht gehabt habe.

Melandris Botschaft war unmissverständlich, was die Fahrer lernen müssen: „Ob man es mag oder nicht – der echte Unterschied zwischen den beiden Bikes in den beiden Rennklassen sind die Reifen.“ Er ergänzte, dass das Schwierigste darin liege, sich an diesen Reifen-Lernprozess anzupassen: „Die Reifen sind das Schwerste, um sie zu lernen.“

Ausblickend dürfte sich die Reifen-Diskussion verlagern: Nach den aktuellen Regeln fährt die MotoGP mit Michelin, doch die Serie wechselt nächstes Jahr zu Pirelli. Melandri deutete an, dass diese Änderung Fahrern wie Bulega und Razgatlioglu zugutekommen könnte, da der Übergang leichter sein dürfte, sobald Pirelli wieder in der MotoGP ist. Sogar ein mögliches Comeback bzw. eine Trendwende ließ er anklingen: „Achtung, diese Strömung wird sich drehen. Die Reifen sind das Schwerste, um sie zu lernen.“

Razgatlioglu hat bereits Bulega dafür unterstützt, mit der kommenden Veränderung gut zurechtzukommen. Das Pramac-Team ist zudem überzeugt, dass Razgatlioglu 2027 aufblühen kann, da die neuen Regularien außerdem erwartet werden, die Bikes einfacher zu machen und besser zu seinem Fahrstil zu passen.

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