DALL’IGNA LOBT MARQUEZ NACH SEINEM 100. MOTOGP-SIEG IN UNGARN
2h ago·
Ducatis Bilanz hat sich innerhalb einer Woche dramatisch gedreht: Nach einem schmerzhaften Mugello-Rückschlag wurde daraus am Wochenende in Ungarn ein Triumph. Nachdem Aprilia Ducati im Qualifying in Mugello die Front-Row verwehrt hatte – maßgeblich geprägt von den Aprilia-Piloten Bezzecci, Martin und Fernandez – legte Aprilia nach und feierte sogar einen Doppelsieg, den Pecco Bagnaia mit seinem dritten Platz zwar abmildern, aber nicht ganz neutralisieren konnte.
In der Balaton-Region zeigte Ducati Corse jedoch eine Antwort, die kaum Zweifel ließ. Während Jorge Martin am Sonntag einen wichtigen Anteil für Aprilia beisteuerte, sorgte Marc Marquez dafür, dass die entscheidende Antwort von Ducati kam. Der Sieg des Champions wurde als „aus eigener Kraft“ beschrieben, obwohl er körperlich nicht zu 100 Prozent fit war, und er erstreckte sich über beide Distanzen.
Nach den Feierlichkeiten ordnete Ducati-Corse-Chef Luigi „Gigi“ Dall’Igna die Bedeutung des Wochenendes in einem LinkedIn-Post ein. Er hob Marquez’ Meilenstein hervor: „Marc hat seine ‚100‘ erledigt. 100 Siege in der Motorrad-Weltmeisterschaft: Nur Agostini und Rossi liegen vor ihm. Ein Meilenstein, der noch schöner ist, weil er an einem Wochenende erreicht wurde, das die Rückkehr des unermüdlichen Champions besiegelt, den wir alle kennen. Glückwunsch!“
Dall’Igna stellte das Ergebnis zudem als strategischen und organisatorischen Erfolg des Teams dar. „Danke an Marc: Das Werksteam ist wieder auf P1 – nicht nur wegen des 100. Siegs, sondern auch wegen einer Position, die wir seit Japan 2025 nicht mehr hatten.“ Anschließend ging er auf die Art ein, wie Marquez das Rennen selbst gemanagt hat: „Im GP-Rennen hat er es fast perfekt gemacht – Timing und Angriff, ohne es am Start zu übertreiben. Er hat gewartet, bis der Hinterreifen der Medium-Variante die optimale Temperatur erreicht hat, und dann in der zweiten Rennhälfte den Unterschied gemacht – mit klarem Kopf, Entschlossenheit und seinem immensen Talent in einem engen Duell, in dem er alles zu verlieren hatte.“
Das Lob der Ducati-Führung galt nicht nur Marquez. Dall’Igna verwies auch auf den psychologischen Wert, an einem Kurs wieder in Form zu kommen, der Bagnaia 2025 zuvor Probleme bereitet hatte. Der dritte Platz auf derselben Strecke wurde als „moralischer Boost“ beschrieben.
Außerdem nahm er Fabio Di Giannantonio in den Fokus und bezog sich dabei auf den „beherzten comeback“ von „Diggia“. Nachdem Di Giannantonio beim Start in den Massencrash geraten war, kämpfte er sich mit Tempo zurück, das für eine Podiumsplatzierung reichte, und erholte sich schließlich bis auf den 12. Rang. Dall’Igna sagte: „Wir sollten auch Diggias mutigen Comeback hervorheben: Nachdem er nach dem Massencrash zu Beginn in dieses Chaos verwickelt war, fuhr er ein Tempo, das würdig für ein Podium war, und kämpfte sich bis auf Platz 12 zurück – ein Zeichen für Entschlossenheit, das ich wirklich schätze.“
Über die Ducati-Stammfahrer hinaus würdigte der Post auch Iker Lecuona. Dall’Igna lobte, dass Lecuona in Ungarn zum ersten Mal das Motorrad von Alex Marquez gefahren sei und trotzdem eine starke Leistung abgeliefert habe. „Applaus – vor allem, weil er zuvor keine Tests auf unserem Bike gemacht hatte. Bravo, Iker!“
Nicht jede Ducati-Geschichte endete positiv: Franco Morbidelli wurde nicht als jemand mit nennenswertem Einfluss erwähnt. Er kam auf Platz 13 ins Ziel, hinter Di Giannantonio, ohne Crash. Fermin Aldeguer hingegen wurde als Opfer des frühen Chaos in Kurve 1 beschrieben: Nach dem Sturz konnte er nicht weiterfahren. Insgesamt verband das Wochenende einen großen Meilenstein und ein nahezu fehlerfreies Race-Management von Marquez mit einem breiteren Bild davon, wie Ducati auf Rückschläge reagieren kann – dabei aber auch die Probleme anerkennend, die durch Zwischenfälle in der ersten Runde entstanden.