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KTM SETZT JUNI-FRIST FÜR MAVERICK VINALES, WÄHREND TECH3-ZUKUNFT FÜR BRAD BINDER IN SICHT KOMMT

2h ago·

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KTM richtet seine Zukunftsplanung zunehmend danach aus, ob Maverick Viñales schnell wieder seine Form abrufen kann. Davon hängt offenbar auch, ob Brad Binder den österreichischen Hersteller verlassen muss. Der Zusammenhang liegt in der Satelliten-Teamstrategie: KTM soll neben einem erfahrenen Fahrer bei Tech3 auch einen jüngeren einsetzen – was Binder und Viñales zwangsläufig in eine direkte Konkurrenzsituation bringen würde.

Laut Speedweek setzen KTM und Tech3 auf Viñales, während er versucht, die Leistung zurückzuholen, die ihn seit seinem Sturz beim Großen Preis von Deutschland verlassen hat. Die Schulterverletzung hält ihn seit rund einem Jahr mal mehr, mal weniger aus dem Verkehr. Insgesamt verpasste er drei getrennte Einsätze mit einer Summe von zehn Rennwochenenden. Wenn er zurückkam, konnten seine Ergebnisse nicht an seine üblichen Standards anknüpfen: Aktuell ist er der bestplatzierte Vollzeitfahrer mit den wenigsten Punkten – nur sechs Zähler nach dem Ausfall von drei Rennen. Seit Assen im vergangenen Jahr ist er zudem nicht mehr in die Top 10 gefahren. Besonders kritisch ist sein Qualifying: Seit der Verletzung gab es kein Qualifying-Ergebnis besser als Platz 17. In Balaton Park wurde er 21., nur vor dem LCR-Ersatzfahrer Cal Crutchlow.

Intern sieht KTM Viñales jedoch weiterhin als wertvoll – auch über die unmittelbaren Resultate hinaus. Der Bericht verweist darauf, dass KTM seine Beiträge zur Weiterentwicklung des Motorrads im Frühjahr 2025 nicht vergessen hat. Man glaubt, dass diese Arbeit eine Grundlage für Pedro Acostas spätere Podiumsserie geschaffen hat. In Ungarn habe es „kein einziges hartes Wort“ für seine Leistung gegeben, aber die Erwartung ist klar: KTM muss vor einer Vertragsentscheidung einen „starken Comeback“ sehen. Speedweek verweist außerdem auf das frühere Potenzial des Spaniers: Der Fahrer, der im vergangenen Jahr drei Top-5-Platzierungen geholt hat, sei noch da – wenn er das im Qualifying zeigen kann.

Speedweeks Einschätzung: KTM könnte sich möglicherweise schon mit einer einzigen herausragenden Qualifying-„Quick Lap“ überzeugen lassen. Daraus folgt, dass Binder nur dann überhaupt in Betracht gezogen würde, wenn KTM zu dem Schluss kommen, dass Viñales diesen Nachweis nicht erbringen kann. Der Zeitpunkt ist entscheidend, weil die KTM-Fahrer Vertragsklauseln haben, die an den 30. Juni gekoppelt sind – und ihnen damit Einfluss darauf geben, wann über die Zukunft entschieden wird.

Im TNT-Sports-Interview erklärte der Kommentator Gavin Emmett die Klausel in deutlichen Worten: „Alle KTM-Fahrer haben eine Klausel, dass am 30. Juni im Grunde sie sagen können: ‚Wir behalten euch, oder wir behalten euch nicht. Aber wir müssen euch nicht sagen, was wir vorhaben, bis zum 30. Juni‘. Und genau darauf warten sie alle. Das ist ein bisschen hart.“

Mit dem näher rückenden Termin bleiben Viñales nur noch zwei Rennwochenenden – in Tschechien und in den Niederlanden –, um den „Speed-Eindruck“ zu liefern, den KTM sehen will. Gleichzeitig erhöht sich auch der Druck auf Binder durch das Gesamtbild im Fahrerfeld: Enea Bastianini wechselt zu Trackhouse. Die Teampläne werden so beschrieben, dass nur eine erfahrene Person eingeplant ist – der zweite Sitz soll an einen jüngeren Fahrer wie Senna Agius gehen. Auch bei KTM gilt der Fahrerkader offenbar weitgehend als fest: Alex Marquez kommt von Gresini, Fabio Di Giannantonio ist von VR46 verpflichtet, während Pedro Acosta zu Ducati wechselt.

Vor diesem Hintergrund scheint Binders beste Chance, im KTM-Ökosystem zu bleiben, eine Herabstufung zu Tech3 zu sein – ein Szenario, das davon abhängt, ob Viñales die Qualifying-Leistung liefern kann, die KTM gerade abwarten.

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