VIÑALES RINGT NACH DER RÜCKKEHR, WÄHREND TECH3 AUF EINE SCHNELLE WIEDERBELEBUNG SETZT
3h ago·
Maverick Viñales’ Rückkehr in den vollen MotoGP-Rennbetrieb verlief bislang alles andere als reibungslos. Der Druck auf das KTM/Tech3-Projekt wächst, das seit einer schweren Verletzung um den Spanier aufgebaut wurde und dessen Saison durch den Unfall aus dem Tritt geraten war.
Die lange Pause geht auf den 12. Juli 2025 zurück: Bei der Sachsenring-Premiere stürzte Viñales in der ersten Runde von Q2. Auf nasser Strecke traf er in der Beschleunigungsphase eine Streckenmarkierung und zog sich einen Highside zu, der eine Verletzung an seiner linken Schulter nach sich zog. Obwohl die medizinische Rehabilitation als abgeschlossen beschrieben wurde, dauerte es weiterhin, bis die sportartspezifische Seite für die Rückkehr auf Topniveau wirklich funktionierte.
Mit voller Unterstützung aus dem Umfeld war Viñales’ letzter Comeback-Versuch auf den Grand Prix von Catalunya ausgerichtet. Laut Bericht zeigte er im Vergleich zu seiner vorherigen Dreirunden-Abwesenheit ein „akzeptables“ Leistungsniveau, zudem hieß es, er sei körperlich in sehr guter Verfassung.
Doch die nächsten Schritte brachten Rückschläge. In der ersten Session nach Monaten ohne Rennen lag er exakt eine Sekunde hinter der Bestzeit. In Catalunya fuhr er sowohl im Sprint als auch im Grand Prix und holte fünf WM-Punkte – allerdings unter den Erwartungen im eigenen Umfeld.
Die Reise nach Mugello erhöhte dann den Einsatz. Viñales hatte dort in seinem Debütjahr bereits Podiumstempo gezeigt, im GP wurde er jedoch von VR46-Pilot Morbidelli geschlagen. Auch diesmal blieb der erhoffte Durchbruch aus: Er qualifizierte und startete von Platz 19, im Rennen wurde er zudem auf demselben Motorrad von Yamaha-Rookie Razgatlıoğlu überholt. Der Bericht hält fest, dass es trotz des schwachen Ergebnisses in der Tech3-Garage keine harten Worte gegeben habe.
In Balaton Park wiederholte sich das Muster. Viñales ging von Startplatz 21 ins Rennen und zündete erneut nicht das „Rocket“, von dem seine Fans glauben, dass es ihn – wenn er komplett fit ist – wieder dominieren lassen kann. Nur Cal Crutchlow soll laut Bericht 0,8 Sekunden langsamer gewesen sein. Die Argumentation, Viñales kenne die Strecke nicht, wurde als schwach bewertet, weil Senna Agius, der Moto2-Debütant, es bis nach vorn ins Grid geschafft hatte.
Am Renntag reichte es nur zu einer bescheidenen Punkteausbeute: Viñales wurde 15. und holte einen WM-Zähler, nachdem Jorge Martin einen großen Teil der führenden Gruppe aus dem Kampf um die vorderen Plätze herausgenommen hatte. Selbst mit dem Hinweis auf eine 16-Sekunden-Strafe wegen zu niedrigen Reifen-Luftdrucks wurde Viñales dennoch als der letzte der regulären Werksfahrer beschrieben, der die Ziellinie überquerte.
Die Lage ist kompliziert, weil Viñales, wenn er in Bestform ist, durchaus in der Lage ist, das Feld zu dominieren. Mit 31 ist er zwar noch ein erfahrener Fahrer, doch der Bericht verweist auf Beispiele wie Johann Zarco und Marc Marquez, um zu unterstreichen, dass Wettbewerbsfähigkeit auch in den mittleren 30ern 2025 möglich bleibt.
Aus Sicht von KTM und Tech3 bleibt das Ziel, Viñales im Rennen zu halten. Der Bericht betont, dass Viñales zwischen Katar und Mugello 2025 technische Inputs lieferte, die halfen, eine Leistungsbasis aufzubauen, die später genutzt wurde, um Pedro Acosta wieder auf Kurs zu bringen.
Die Marktrealität ist jedoch klar: Viñales bekommt keinen neuen Vertrag, wenn er sportlich nicht liefert. Der Bericht formuliert den Bedarf als eine entscheidende Runde – oder zumindest einen starken, überzeugenden Lauf –, denn nur so könnte er für die Zukunft im Gespräch bleiben. Für Fahrer und Team ist das Risiko hoch: Viñales ist der einzige Fahrer im Feld, der 2026 noch die Chance hat, als erster MotoGP-Pilot für vier verschiedene Hersteller zu gewinnen.
Mit Blick auf 2027 wird bei Tech3 ein Mix aus Erfahrung und Nachwuchs geplant. Als Neuzugang gilt Senna Agius, der erfahrene Fahrer könnte Viñales sein – vorausgesetzt, er beweist sich schnell genug. Der Bericht sagt, es gebe keine harte Deadline für die Entscheidung.
Außerdem heißt es, dass der 2027er Markt bereits weitgehend feststeht: Aktuell ist kein Fahrer aus der ersten Startreihe verfügbar. Eine Ausnahme ist Trackhouse-Pilot Raul Fernandez. Er gewann in Mugello den Sprint und lag vor Martins crashbedingter Ausscheidung am Sonntag noch auf Rang fünf in der WM, ihm wurde aber bislang noch kein Vertrag für 2027 angeboten.