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BRNO MARKIERT DEN LETZTEN 500CC-ZWEITAKT-START IN DER MOTO-GP-GESCHICHTE

2d ago·

Am 17. August 2003 markierte der Große Preis der Tschechischen Republik in Brünn das Ende einer Ära im MotoGP: Zum letzten Mal standen in der Königsklasse 500-ccm-Zweitakter auf dem Grid. Der Moment war damals leicht zu übersehen, kam aber nach Jahren des Übergangs. Als MotoGP zur Saison 2002 auf Viertaktmotoren bis 990 cm³ umstellte, durften die älteren Zweitakter zunächst noch vorübergehend weiterfahren – doch sie gerieten Schritt für Schritt ins Hintertreffen.

Im Mittelpunkt des letzten Auftritts stand das Team WCM, geführt von Bob MacLean und Peter Clifford. In der Vorbereitungsphase der Viertakt-Ära war WCM offenbar ohne die passende Technik dastehen geblieben. Laut dem Bericht konnte Yamaha keinen M1-Motor liefern, und Red Bull – zuvor ein wichtiger Sponsor – zog sich zurück und konzentrierte sich stattdessen auf das KTM-125-ccm-Programm. Da das Topklassen-Projekt faktisch ausgebremst war, bestand Clifffords Lösung für die frühen 2000er darin, einen Viertaktaufbau auf Basis der Yamaha R1 zu entwickeln, untergebracht in einem Harris-Chassis.

Doch WCMs Saison 2003 geriet rasch in technische und regulatorische Probleme. Die FIM entschied nach einer Protesteingabe aus dem Superbike-Lager, dass der Motor von WCM nicht regelkonform sei. Der Bericht erklärt, dass Kurbelgehäuse und Zylinderkopf aus einem Serienmodell stammten, während die Vorschriften einen eigens entwickelten Prototyp verlangten. Die Folgen waren sofort spürbar: Beim Saisonauftakt in Suzuka durfte das Team nicht einmal fahren, und beim folgenden Rennen in Südafrika wurde es disqualifiziert.

WCM zog den Rechtsweg durch und brachte die Sache bis zum CAS. Der Streit endete im Juni 2003 mit einer Niederlage. Dorna bestand dem Bericht zufolge darauf, dass WCM mit einem Motorrad starten müsse, das die vertraglich geforderten Regeln erfüllt – doch der eigene Viertaktmotor des Teams war zu diesem Zeitpunkt weiterhin nicht bereit.

Nachdem das Viertaktprogramm blockiert war und der Rechtsstreit beendet, kehrten MacLean und Clifford zu ihren älteren 500-ccm-Zweitaktern zurück. Ein Motorrad war eine Yamaha mit ROC-Chassis, das andere ein Sabre V4, das ebenfalls einen Yamaha-YZR500-Motor nutzte und in einem vom Team gebauten Rahmen untergebracht war. Mit dieser Ausrüstung ging WCM in den Grands Prix in Großbritannien und Deutschland an den Start und schließlich auch in der Tschechischen Republik.

In Brünn schrieb sich das letzte Kapitel des Zweitakters bereits in die Geschichte: Chris Burns startete das Rennen auf der ROC-Yamaha. Nach neun Runden musste er aufgeben – zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als eine Minute hinter der führenden Gruppe. Sein Teamkollege David de Gea war zwar auf der Sabre V4 gemeldet, ging aber nicht an den Start. So wurde Burns zum letzten Fahrer, der ein MotoGP-Rennen auf einem 500-ccm-Zweitakter begonnen hatte.

Das Rennen selbst gewann Valentino Rossi vor Sete Gibernau und Troy Bayliss. Doch das Brünn-Wochenende machte auch den Leistungsunterschied zwischen den Technologien deutlich: In der Praxis lagen die 500-ccm-Zweitakter pro Runde um mehr als sechs Sekunden zurück. Der Bericht ergänzt, dass selbst bei der Höchstgeschwindigkeit der Abstand klar war: Die Viertakter erreichten über 290 km/h, während die Zweitakter 30 bis 40 km/h langsamer waren.

WCM blieb in dieser Phase ein Schlusslicht. Der Bericht hält fest, dass beim Portugal-GP am 8. September 2003 der eigene Viertakter des Teams die Vorschriften schließlich erfüllte und das Team wieder fahren konnte. Von da an verschwanden die Zweitakter auch in den unteren Klassen nach und nach, machten schließlich den Viertaktern Platz und ebneten den Weg für die Einführung von Moto2 und Moto3.

In Brünn war der Zweitakter jedoch bereits endgültig Geschichte: ein letzter Start, ein schneller Rückzug und eine deutliche Leistungslücke, die seit Beginn des Viertaktwechsels im Jahr 2002 stetig gewachsen war.

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