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MOTOGP-HERSTELLER SCHLIESSEN KOMMERZIELLEN RAHMENVERTRAG AB 2027 UND SICHERN VERPFLICHTUNG BIS 2031

47m ago·

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Die fünf MotoGP-Hersteller haben ihren kommerziellen Stillstand offiziell beendet und einen neuen Vertrag mit MotoGP SEG, dem Inhaber der Vermarktungsrechte des Sports, vereinbart. Die Vereinbarung gilt für den nächsten Zyklus ab 2027. Damit weicht man vom bisherigen Muster ab, bei dem die Hersteller jeweils einzeln Fünfjahresverträge unterzeichneten: Das neue Rahmenwerk wird als ein einheitliches Abkommen für alle fünf Marken beschrieben – ähnlich dem Concorde-Modell in der Formel 1. Aprilia, Ducati, Honda, KTM und Yamaha verpflichten sich darin zur Teilnahme bis 2031 und sichern damit ihre Präsenz im Feld mindestens für die nächsten fünf Jahre.

Parallel wurden auch grundlegende Konditionen zwischen MotoGP und den 11 Teams, die derzeit im Grid stehen, abgestimmt; eine formelle Ankündigung auf Teamseite soll „in due course“ erfolgen. Laut Bericht wurden die Gespräche durch den breiteren Vorstoß geprägt, kommerzielle Beteiligung künftig kollektiver zu gestalten. Ziel sei es, nach dem Liberty-Media-Übernahmeprozess von Dorna – die heute als MotoGP Sports Entertainment Group operiert – in Richtung eines Formel-1-ähnlichen Anteils an den Meisterschaftseinnahmen zu gehen.

Eine Folge der langwierigen Verhandlungen war, dass es zunächst keine offiziellen Fahrer-Updates für 2027 gab, obwohl die künftigen Werksplätze Berichten zufolge bereits seit Monaten feststanden. Speedweek ergänzt, dass die Änderungen früher nicht bestätigt werden konnten, weil die Verträge zwischen Herstellern, Teams und Fahrern erst mit der Unterzeichnung des neuen Rahmens rechtlich wirksam wurden. Zudem habe sich zwar bereits rund 70% des MotoGP-Grids faktisch ergeben, die offizielle Fahrer-Neuverteilung für 2027 und 2028 sei aber erst nach Abschluss des kommerziellen Deals erfolgt.

Die Bestätigung kam am Freitagmittag bei einer Sonder-Pressekonferenz am Rennwochenende des Tschechischen GP in Brünn. Anwesend waren jeweils ein Vertreter pro Hersteller – Ducati, Aprilia, KTM, Honda und Yamaha – sowie MotoGPs Carlos Ezpeleta. Speedweek nennt als konkrete Teilnehmer: Carlos Ezpeleta (MotoGP Sports Entertainment Group), Massimo Rivola (Aprilia Racing), Gigi Dall’Igna (Ducati Corse), Taichi Honda (Honda HRC), Pit Beirer (KTM Factory Racing) und Paolo Pavesio (Yamaha Motor Racing).

Der Deal wurde als großer Meilenstein nicht nur für den kommerziellen Bereich, sondern auch für die Ausrichtung des Sports in den kommenden fünf Jahren dargestellt. Speedweek berichtet, dass die Gespräche sowohl die finanzielle Beteiligung als auch die Frage umfassten, wie sich MotoGP präsentieren soll und wo der Sport auftreten wird. Dazu kamen grundlegende Entscheidungen wie die Anzahl der Hersteller, Teams, Athleten und Motorräder sowie die Bestätigung der zentralen technischen Säulen der neuen Regeln ab 2027.

Ein Kernpunkt des neuen Vertrags ist, dass alle fünf aktuellen Hersteller bis 2031 eingebunden bleiben. Speedweek hält außerdem fest, dass die Gesamtzahl der Grid-Slots bei 22 fix bleibt. Sollte ein weiterer Hersteller hinzukommen, wäre dies nur über ein unabhängiges Kundenteam möglich.

Aprilia-Teamchef Massimo Rivola nannte das „einen historischen Tag“. Als Vorsitzender der MSMA zeigte er sich „begeistert und stolz“, dass die Vereinigung und MotoGP SEG zu einer Einigung gekommen sind. Er beschrieb es als das erste Mal in der Geschichte des Sports, dass alle Hersteller einstimmig zu einer Position gelangt seien. Rivola betonte zudem, dass die Hersteller trotz harter Rivalität auf der Strecke die gleiche Zukunftsperspektive teilen: „Wir alle teilen die gleiche Vision für die Zukunft dieses Sports.“ Er argumentierte weiter, dass das Potenzial von MotoGP nur durch gemeinsames Handeln freigesetzt werden könne: „Nur wenn wir zusammenarbeiten, können wir die Chancen des globalen Marktes nutzen und im Sport- und Entertainment-Geschäft gemeinsam wachsen.“

Ducatis Gigi Dall’Igna sagte: „Wir haben eine neue Fünfjahres-Vereinbarung unterschrieben, und Stabilität ist wichtig. Ich bin glücklich, dass wir alle auf der Strecke gekämpft haben, aber zusammengeblieben sind, um so eine wichtige Vereinbarung zu unterzeichnen.“ Speedweek ordnet ähnliche Themen der Ducati-Führung zu: Dall’Igna bezeichnete das gemeinsame Rahmenwerk zwischen MotoGP und allen Herstellern als „bedeutenden Meilenstein“ und verwies auf die Einheit hinter den Kulissen als Beleg dafür, dass man sich trotz des Wettbewerbs auf der Strecke abstimmen kann. Außerdem hob er die Planungssicherheit hervor: Der Deal bringe „Stabilität und eine klare Perspektive für die kommenden Jahre“ und schaffe die richtigen Bedingungen, damit Hersteller weiter in Technologie, Performance und Talent investieren können.

Carlos Ezpeleta bewertete den Tag in Brünn als „entscheidenden Meilenstein für die MotoGP“. Das Engagement aller fünf Hersteller stärke die aktuelle Position des Meisterschaftsformats und unterstreiche den gemeinsamen Antrieb für die Zukunft. Er verknüpfte den Deal zudem mit der langfristigen Partnerschaft zwischen MotoGP und der FIM, die bis 2060 läuft, und sagte, sie biete „eine starke Plattform für weiteres Wachstum“, während der Sport in eine neue Phase gehe. Ezpeleta dankte den Herstellern für ihre Kooperation, Einheit und langfristiges Engagement im Prozess. Der Fokus liege nun darauf, die globale Reichweite der MotoGP auszubauen, den Sport weiterzuentwickeln und neue Zielgruppen weltweit zu erreichen.

Auch die Reaktionen der anderen Hersteller folgten dem Thema Abstimmung und Stabilität. Pit Beirer sprach von „einem großen und bedeutungsvollen Moment“ für MotoGP und KTM und hob „eine starke Abstimmung zwischen allen Beteiligten“ sowie den gemeinsamen Willen hervor, den Sport weiter voranzubringen. Paolo Pavesio bezeichnete die Vereinbarung als „erfolgreichen Abschluss einer langen und manchmal komplexen Verhandlung“: Sie liefere „einen starken Mehrwert für alle Parteien“ und schaffe einen gemeinsamen Rahmen, um das langfristige Wachstum von MotoGP zu unterstützen.

Da die kommerzielle Vereinbarung nun steht, räumt der Bericht den Weg für weitere Vertragsankündigungen frei – darunter eine Ducati-Verlängerung für den amtierenden Weltmeister Marc Marquez. Außerdem werden große Teamwechsel für 2027 erwartet: Pedro Acosta wechselt von KTM zu Ducati, Pecco Bagnaia von Ducati zu Aprilia, Fabio Quartararo von Yamaha zu Honda und Jorge Martin von Aprilia zu Yamaha.

Speedweek weist zudem darauf hin, dass die Brünn-Pressekonferenz keine Streitfragen aktiv adressierte, etwa die Möglichkeit einer One-Motorcycle-Regel. Auf Nachfrage bestätigte Ezpeleta, dass der Fokus auf der Weiterentwicklung des Sports liege. „Bis auf Weiteres“ werde MotoGP unter den bestehenden Regeln für Sprint- und GP-Rennen weiterarbeiten. Gleichzeitig machte er klar, dass der Hauptzweck der Ankündigung der übergeordnete Auftritt der Einigkeit und das gemeinsame Verständnis für die Zukunft von MotoGP gewesen sei.

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