DUCATI-SPORTDIREKTOR GRASSILLI SAGT, DASS MARQUEZ-GESPRÄCHE ZU DEN SCHWIERIGSTEN MONATEN GEHÖRTEN
3h ago·
Ducati Corse hat bestätigt, dass Marc Marquez bis einschließlich der Saison 2027 und 2028 beim Werksteam bleibt. Damit wird die Zusammenarbeit verlängert, die nach seinem Wechsel zu Ducati Lenovo begonnen hatte. Laut Ducati-Sportdirektor Mauro Grassilli fanden die Verhandlungen unter ungewöhnlichem Druck statt, geprägt vom körperlichen Rückschlag, den Marquez nach dem Indonesien-GP 2025 erlitten hatte.
Grassilli erklärte, dass beide Seiten grundsätzlich schon länger darauf ausgerichtet waren, ihre Zukunft gemeinsam fortzusetzen. Der entscheidende Wendepunkt kam beim Indonesien-GP 2025: Aus einem zunächst wie ein typischer Rennunfall wirkenden Ereignis entwickelte sich am Ende ein Problem, das die Saison beendete. Die erneute Verletzung im oberen Körperbereich beendete Marquez’ 2025er Kampagne und sorgte für große Unsicherheit, ob er überhaupt wieder in den MotoGP-Dienst zurückkehren kann. Da sein Vertrag – wie bei den meisten Fahrern im Feld – nur bis Ende 2026 lief, musste Ducati sicherstellen, dass der nächste Schritt sowohl sportlich als auch medizinisch möglich ist.
Grassilli betonte, dass Ducati dabei seit einiger Zeit nach einem ähnlichen Muster vorgeht: den Weltmeister so schnell wie möglich für die nächste Vertragsphase sichern. Er verwies darauf, dass man diese Strategie zuvor bereits bei Francesco „Pecco“ Bagnaia angewandt habe: Nach Bagnaia’s Titel 2023 habe Ducati begonnen, ihn für 2025 und 2026 zu halten. Bei Marquez habe das Ziel darin bestanden, „MM93“ für die nächste Phase schnell festzuzurren, doch die Umstände hätten den Prozess deutlich komplizierter gemacht als bei früheren Gesprächen.
Im Rückblick auf den ersten Deal sagte Grassilli, dieser sei „leichter“ gewesen. Als Marquez Ende 2024 von Gresini zu Ducati Lenovo gewechselt sei, sei die Lage klar gewesen. Die spätere Phase sei jedoch nicht vergleichbar. Grassilli sagte gegenüber SPEEDWEEK.com: „Um ehrlich zu sein, wir haben wirklich schwierige Monate hinter uns.“ Zudem habe Ducati in der schwierigsten Phase keinen Plan B gehabt – „wir hatten keinerlei Plan B“ – und der Fokus des Teams habe sich vollständig darauf gerichtet, mit Marquez weiterzumachen.
Der Sportdirektor schilderte außerdem, wie der Zeitplan für medizinische Behandlung und Rehabilitation Ducati zwang, die Planung neu zu denken. Vor einer Unterschrift musste Ducati sicher sein, dass Marquez in den MotoGP-Dienst zurückkehren kann. Dafür musste man einen neuen Zeitplan rund um den Genesungsprozess aufstellen; die Vertragsgespräche liefen dabei faktisch parallel zu Monaten der Ungewissheit.
Grassillis Aussagen machten auch deutlich, warum Ducati zu Beginn des Transferfensters ungewöhnlich stark positioniert war. Er stellte klar, dass Ducati objektiv gesehen die meisten Karten in der Hand hatte: Der Abschied von Bagnaia war im Grunde bereits entschieden, und auch die Verpflichtung des KTM-Nachwuchstalents Pedro Acosta wurde als gegeben betrachtet. Für den schlimmsten Fall – falls Marquez aus gesundheitlichen Gründen hätte zurücktreten müssen – hätte Ducati dennoch mehrere Optionen gehabt, darunter Fabio Di Giannantonio, Alex Marquez, Fermin Aldeguer und Nicolo Bulega.
Am Ende musste Ducati nicht von Marquez abweichen. Nach dem Ungarn-GP konnten Grassilli und das Team mit mehr Sicherheit vorangehen, nachdem Marquez’ Leistung gezeigt hatte, dass sein sportlicher Ehrgeiz noch lange nicht vorbei war. Er sagte, dass durch den doppelten Erfolg beim Ungarn-GP klar wurde, dass Marquez’ Hunger nach Siegen nicht gestillt war.
Mit diesem Schwung bestätigte Grassilli, dass Marquez den neuen Vertrag unterschrieben hat und Ducati nun endlich „durchatmen“ konnte.