IRTA ERÖRTERT EIN TRANSFERFENSTER, UM FRÜHE VERTRAGSUNTERSCHRIFTEN ZU LIMITIEREN
22h ago·

Der vielbeachtete Ducati-Wechsel von Pedro Acosta hat in der MotoGP eine neue Debatte darüber ausgelöst, wie und wann Fahrer neue Verträge unterschreiben dürfen. Obwohl Ducati den Wechsel von KTM bislang nicht offiziell bestätigt hat, gilt die Vereinbarung seit Monaten als offenes Geheimnis; die Verhandlungen über das kommerzielle Abkommen für 2027 sollen sich dem Bericht zufolge lange hingezogen haben.
Laut Berichten soll Acostas Ducati-Vertrag bereits im vergangenen Dezember unterschrieben worden sein – also bevor er die finale Version von KTMs 2026er Maschine gefahren hatte. Sein Schritt gehörte zu einer breiteren frühen Welle von Transfers für 2027 in der Winterpause, zu der auch Fabio Quartararo (Yamaha) und Jorge Martin (Yamaha) zählten, die sich jeweils neuen Teams anschlossen.
Diese zeitliche Komponente sorgt für Unruhe im Fahrerlager. Yamaha-Teamchef Paolo Pavesio hat öffentlich argumentiert, dass ein Transferfenster nötig sei, und bezeichnet die aktuelle Situation als „nicht ‚gesund‘“.
IRTA-Chef Lucio Cecchinello hat nun nachgelegt: Er sagte, dass die Vertragszeiten von Teams und Fahrern reguliert werden könnten, um zu verhindern, dass Deals zu weit im Voraus vereinbart werden. „Das ist eines der Themen, über die wir bei der IRTA gemeinsam mit den Teams diskutieren“, sagte Cecchinello. Er erklärte, man prüfe eine „Regelung, die es Teams und Fahrern erlaubt, Verträge nur innerhalb eines vorab festgelegten Zeitfensters zu unterschreiben“, etwa „von Juni bis September oder von Juli bis Oktober“.
Das erklärte Ziel ist, Situationen zu vermeiden, in denen Fahrer sehr früh unterschreiben und Hersteller dafür bezahlen und werben, obwohl die Zukunft des Fahrers bereits feststeht. Cecchinello sagte: „Hersteller investieren Millionen von Euro in die Gehälter von Fahrern und in ihr öffentliches Image, und sie wollen dieses Image nutzen können, ohne in die paradoxe Situation zu geraten, einen Fahrer zu bewerben, von dem alle bereits wissen, dass er im nächsten Jahr für ein anderes Team fährt.“
Er ergänzte, dass das Kommunikationsproblem besonders deutlich wird, wenn ein Fahrer in Werbematerialien eines Herstellers auftaucht, während sein Ziel für das nächste Jahr bereits feststeht: „Denn ganz klar: Wenn heute Acosta – der für KTM fährt, aber von dem wir wissen, dass er für ein anderes Team fährt – in einem kommerziellen Auftritt erscheint, ergibt das aus Sicht der Kommunikation keinen Sinn.“
Unter den vorgeschlagenen Zeitfenstern wäre Acosta daran gehindert worden, für Ducati mindestens weitere sieben Monate zu unterschreiben. Der Bericht weist jedoch darauf hin, dass eine informelle, verbale Einigung möglicherweise weiterhin möglich wäre. Unklar bleibt, welche Strafen – falls überhaupt welche – für Unterschriften außerhalb des Fensters gelten würden und ob solche Vereinbarungen als ungültig betrachtet würden.