JORGE LORENZO SAGT, VALENTINO ROSSS GRÖSSERE HÄNDE MACHEN SEINE BREMSTECHNIK SCHWER NACHZUMACHEN
3h ago·

Das Duell zwischen Jorge Lorenzo und Valentino Rossi wird oft an den dramatischen Momenten auf der Strecke festgemacht – späten Stürzen, Überholmanövern in der letzten Runde und auch an Spannungen, die sich sogar über die Strecke hinaus entluden. Doch wie Lorenzo im Fast & Curious-Podcast erklärte, lagen die Unterschiede zwischen den beiden Fahrern nicht nur in Taktik oder Psyche begründet, sondern auch in etwas so Konkretem wie den körperlichen Voraussetzungen bei der Bremsarbeit.
Lorenzo wurde häufig als besonders smooth und effizient beschrieben, mit starkem Fokus darauf, die Geschwindigkeit durch die Mitte der Kurven zu halten. Rossi hingegen war dafür bekannt, den späten Bremspunkt zu bevorzugen und die letzte Phase des Verzögerns zu nutzen, um seine Ausgänge vorzubereiten. Lorenzo machte jedoch auf eine bestimmte Abfolge beim Bremsen aufmerksam, die er – so seine Aussage – nicht nachbilden konnte, als er neben Rossi fuhr.
„Als ich mit Valentino [Rossi] unterwegs war, habe ich versucht, von ihm etwas zu lernen“, sagte Lorenzo. „Aber es gab Dinge, die unmöglich zu imitieren waren.“
Laut Lorenzo bestand Rossis Vorgehen darin, die Arbeit mit der Vorderradbremse früher zu beginnen, als Lorenzo es bequem hinbekam. Lorenzo erklärte, dass Rossi, wenn er „bei sechstem Gang voll durchzieht“, bereits anfängt, die Vorderradbremse leicht zu betätigen, bevor er das Gas vollständig schließt.
„Er hat das Gas um 5% reduziert, aber war schon dabei, an der Vorderradbremse zu arbeiten“, sagte Lorenzo. „Als ich versucht habe, das zu machen, habe ich gemerkt, dass es körperlich nicht möglich ist, weil er viel größere Hände hat. „Für ihn war es viel einfacher.“
Diese Aussage zeigt, dass selbst wenn zwei Fahrer ähnliche Ziele verfolgen – die Bremsleistung und die Kurven-Einfahrtsgeschwindigkeit zu maximieren –, der Körper darüber entscheidet, was realistisch umsetzbar ist. Lorenzos Fazit: Rossis körperlicher Vorteil machte einen bestimmten Bremszeitpunkt und eine bestimmte Technik leichter ausführbar, während Lorenzo andere Wege finden musste, um eine vergleichbare Performance zu erreichen.
Lorenzo entwickelte natürlich auch seine eigenen Methoden, um je nach Hersteller schnell zu sein. Die Berichterstattung hält fest, dass er sowohl bei Yamaha als auch bei Ducati Erfolg hatte, und dass sein Wechsel zu Honda später kam: Die Saison 2019 wird als sein letztes Jahr als Vollzeit-MotoGP-Fahrer beschrieben. Rossi hingegen zog sich zwei Jahre nach dieser Phase zurück, nachdem er eine Serie von viereinhalb Saisons ohne Sieg durchlebt hatte.
Zusammen betrachtet könnten die Schlagzeilen des Duells zwar davon gehandelt haben, wer in einem bestimmten Rennen besser bremsen, besser rausfahren oder besser durchhalten konnte – doch Lorenzos Aussagen machen deutlich, dass ein Teil der Distanz zwischen ihnen auf die körperlichen Details zurückzuführen sein könnte, also darauf, wie das Bremsen eingeleitet und kontrolliert wird.