PRAMAC-CHEF CAMPINOTI SAGT, YAMAHA KANN NICHT NOCH LANGE HINTEN BLEIBEN
3h ago·

Pramac-Teamchef Paolo Campinoti ist überzeugt, dass die aktuellen Probleme von Yamaha im MotoGP nicht mehr lange anhalten können. Er verweist dabei auf eine „sehr bedeutende Investition“ sowie auf eine klare Ausrichtung zwischen dem Werksteam und den Satellitenteams.
Seine Einschätzung fällt in eine Phase, in der Yamaha leistungstechnisch unter Druck steht: In den letzten beiden Saisons hat Yamaha jeweils das langsamste Motorrad der MotoGP gestellt. Zwar gibt es in diesem Jahr „mildernde Umstände“ durch den Wechsel auf einen V4-Motor, doch die Ergebnisse erreichen weiterhin nicht das Niveau, das die Marke historisch gewohnt ist. Seit Fabio Quartararos zweitem Platz im Jahr 2022 hat Yamaha kein Rennen gewonnen und lediglich vier Podestplätze gesammelt – alle davon durch Quartararo.
Campinoti stellte das den jüngsten Erfolgen von Pramac in der Ducati-Partnerschaft gegenüber. Dort gewann das Team 2023 den Team-Titel und holte im Folgejahr mit Jorge Martin die Fahrer-Weltmeisterschaft. Damit wurde Pramac das erste unabhängige Team, das in der MotoGP-Ära diese Titel gewinnen konnte. Mit Yamaha hingegen landete Pramac in der ersten Saison am Tabellenende und steht auch in dieser Saison weiterhin dort – trotz der Verpflichtung von Toprak Razgatlioglu, dem dreifachen Weltmeister der Superbike-WM.
Im Gespräch mit Mig Babol sagte Campinoti: „Yamahas Geschichte, sowohl als Unternehmen als auch auf der Strecke, spricht für sich“, und ergänzte: „Ich glaube nicht, dass sie dieses Niveau noch lange halten können.“ Seine Zuversicht begründet er mit den Schritten, die Yamaha aktuell einleitet: „Deshalb bin ich sehr zuversichtlich. Ich sehe es an den Maßnahmen, die sie ergreifen. Das ist eine sehr bedeutende Investition, die sie tätigen.“
Außerdem betonte er, dass die Strategie über das gesamte Projekt hinweg geteilt wird: „Sowohl das technische Personal als auch wir als Team, als zweites Team, sind mit der Strategie abgestimmt, schnell wieder auf die Top-Niveaus zurückzukehren.“ Campinoti verwies zudem auf Yamahas breitere Struktur und nannte dabei auch das Moto2-Programm. Er ist der Ansicht, dass der Hersteller über „finanzielle und personelle Ressourcen“ verfügt, um zu dem zurückzukehren, „was es immer war“.
Mit Blick auf die Zukunft wirken die ersten Signale für Yamahas Pläne 2027 gemischt. Es wird vermutet, dass Yamaha für den nicht öffentlich zugänglichen Brno-Test keinen Chassis-Spezifikation für 2027 bereit hatte und stattdessen einen 850-ccm-Motor in einem modifizierten 2026-Bike eingesetzt hat. Daher könnte Yamaha eher auf 2028 als auf eine sofortige Wettbewerbsfähigkeit unter den neuen Regeln abzielen. Dennoch wird Razgatlioglus Tempo in Brno als ermutigend beschrieben. Zudem hat Yamaha sich für die Zukunft abgesichert, indem es Jorge Martin und Ai Ogura von anderen Titelanwärtern verpflichtet hat.
Razgatlioglu soll 2027 der einzige Fahrer sein, der bei Yamaha bleibt. Auf der anderen Seite der Box ersetzt Izan Guevara Jack Miller.