LUIGI DALL’IGNA SAGT, DUCATI HAT DAVID ALONSO WEGEN GEHALTSFORDERUNGEN VERPASST
1d ago·

Ducatis MotoGP-Aufstellung für 2027 steht kurz vor dem Abschluss: Es werden nur noch die verbleibenden VR46-Ankündigungen erwartet, um das komplette sechsköpfige Fahrerbild des Werks zu vervollständigen. Marc Marquez und Pedro Acosta sind für Ducati vorgesehen – wie bereits im vergangenen Monat bestätigt. Gresini wird dagegen ein neues Duo aus Daniel Holgado und Joan Mir einsetzen. Bei VR46 gilt Fermin Aldeguer als faktisch in eine Rolle als zweite Führungskraft aufgerückt. Als aussichtsreichster Kandidat für seinen Einstieg wird weithin Nicolo Bulega gehandelt, der designierte Weltmeister im Superbike.
Luigi Dall’Igna, Ducatis General Manager, hatte sich nach eigenen Angaben darum bemüht, David Alonso zu verpflichten, doch der Deal kam letztlich nicht zustande. Dall’Igna sagte in einem Interview im Januar, er habe Alonso „definitiv“ verpflichten wollen. Er beschrieb ihn als „großen Fahrer“, der „intelligent“ und „außerhalb der Strecke höflich“ sei. Ducati habe zwar Gespräche mit dem Kolumbianer geführt, sich aber nicht auf die Konditionen einigen können, weil Alonsos Gehaltsforderungen zu hoch gewesen seien. Der einzige echte Wermutstropfen, so die Berichterstattung, sei für Dall’Igna das Verpassen von Alonso gewesen – nachdem man bereits aus seiner Sicht die zwei begehrtesten Optionen auf dem Markt gesichert habe: Marquez und einen Fahrer mit dem Potenzial von Acosta.
Die Verhandlungen seien zudem an Ducatis interner Lohnphilosophie gescheitert. Während andere Hersteller ihre Konkurrenz möglicherweise überbieten könnten, wollte Ducati die bestehende Struktur nicht durch das Erfüllen von Alonsos Erwartungen aus dem Gleichgewicht bringen. Der Bericht hält fest, dass Ducati die „Philosophie bereits verbogen“ habe, indem man Acosta verpflichtet habe – eine weitere Konzession sei damit schwerer zu rechtfertigen.
Da Alonso inzwischen als Honda-Fahrer für 2027 angekündigt ist, muss Honda nun entscheiden, ob er im Werks-Team fährt oder bei dem Satelliten-Team LCR. Aus derselben Quelle heißt es zudem, Alonso hätte bei Erfolg der Ducati-Gespräche möglicherweise auch bei Gresini landen können – entweder als Partner von Holgado oder als Wahl einer erfahreneren Option neben Mir.
Auch ohne Alonso bleibt der Gesamteindruck, dass Ducati und die Satellitenstruktur nächstes Jahr stark aufgestellt sein werden: Aldeguers weiterer Entwicklungsschritt und Bulegas lang erwarteter Wechsel in die MotoGP liefern dafür zusätzlichen Schwung.