YAMAHA ERWARTET BIS 2028 NUR BEGRENZTEN FORTSCHRITT FÜR TOPRAK RAZGATLIOGLU
1d ago·

Die MotoGP-Saison 2026 ist für Toprak Razgatlioglu bislang eine schwierige. Laut einer internen Einschätzung von Yamaha ist kurzfristig kaum mit Erleichterung zu rechnen. Der dreifache World-Superbike-Champion ist mit einer steilen Lernkurve in die Klasse gestartet: Er musste sich nicht nur an ein neues Motorrad gewöhnen, sondern auch an eine völlig neue Umgebung im Fahrerlager. Im Saisonverlauf haben sich seine Probleme durch zwei Faktoren zusätzlich verschärft: Zum einen fällt es ihm schwer, das Verhalten der Michelin-Reifen über unterschiedliche Mischungen hinweg zu verstehen, zum anderen hat Yamaha selbst mit der YZR-M1 zu kämpfen.
Berichten zufolge, die Yamaha-Einblicke aus dem Hintergrund aufgreifen, wurde Razgatlioglu von den Michelin-Reifen „zerstört“, während er versucht, die Auswirkungen der verschiedenen Compound-Varianten auf die Performance einzuordnen. Gleichzeitig wird Yamahas V4-Motor als „deutlich hinter dem Entwicklungsstand“ beschrieben. Dadurch kämpfen beide Fahrer darum, Tempo zu finden, und landen häufig eher im hinteren Bereich des Feldes. Razgatlioglus Punkteausbeute unterstreicht das Ausmaß der Herausforderung: Der Pramac-Pilot kommt bislang auf lediglich 12 Zähler.
In Deutschland wurde die Lage noch deutlicher, als Razgatlioglu von Cal Crutchlow überholt wurde. Crutchlow stand dort als Ersatz für Johann Zarco bei LCR. Diese Szene zeigte klar, wie schwer es Razgatlioglu derzeit hat, sein Talent in Ergebnisse mit dem aktuellen Yamaha-Paket umzusetzen.
Razgatlioglu deutete an, dass er mit einem konkurrenzfähigeren Motorrad zumindest „Top-Five-Tempo“ fahren könnte. Außerdem glaubt er, dass die kommende regulatorische Ausrichtung seinen Stärken entgegenkommen könnte – insbesondere durch die Einführung von Pirelli-Reifen, die zu seinem Fahrstil passen könnten.
Yamahas interne Kommunikation klingt jedoch für die nahe Zukunft weniger optimistisch. Ein Yamaha-Insider, der von Journalist David Emmett über den Paddock Pass Podcast weitergegeben wurde, sagte, es gebe für 2027 „nicht viel Hoffnung“. Das deutet darauf hin, dass Razgatlioglu möglicherweise bis 2028 auf ein konkurrenzfähigeres Motorrad warten muss. In derselben Diskussion erklärte der Insider, dass es Zeit braucht, um etwas so Radikales wie das Motorlayout wieder auf Kurs zu bringen. Es sei ein Prozess des erneuten Lernens, was in einer anderen Konfiguration funktioniert. Zudem sei ein Motor-Upgrade in der zweiten Saisonhälfte zu erwarten, das „einen Unterschied machen“ werde. Insgesamt sei 2026 jedoch effektiv eine „verlorene Saison“.
Razgatlioglus Frust wird jedoch durch Erwartungen gedämpft: Der Bericht führt weiter aus, dass es „keine Enttäuschung“ sei, weil es „genau das war, was ich erwartet habe“, auch wenn es „wirklich schwer zu ertragen“ bleibe.