NADIA PADOVANI SAGT, MARC MARQUEZ KONNTE SEINE EIGENEN LEUTE NICHT ZU GRESINI MITBRINGEN
2h ago·

Gresini-Teamchef Nadia Padovani hat offenbart, welche Bedingungen Marc Marquez beim Wechsel zum Ducati-Satellitenteam akzeptieren musste. Dabei ging sie sowohl auf den enormen Druck ein, der hinter der Verpflichtung stand, als auch auf die Grenzen, die das Team setzte, um seine Arbeitsweise zu schützen.
Padovani sagte, sie sei „ängstlich“ gewesen, weil der Zeitplan kaum Alternativen ließ. „Im Oktober sind kaum noch Fahrer auf dem Markt. Wir haben das Risiko eingegangen, gar keinen Fahrer zu finden. Es gibt keinen (Plan B). Es gibt keinen. Das musste so passieren“, erklärte sie. Außerdem habe sie sich gefragt, ob Gresini mit einem Fahrer von Marquez’ Kaliber umgehen könne. Sie habe dem Teamkoordinator Michele Masini gesagt, sie sei unsicher gewesen, „ob wir überhaupt in der Lage sind, einen Fahrer dieses Kalibers zu managen“. Padovani beschrieb zudem die Angst, im Falle des Scheiterns die Schuld zu bekommen: Sie „wollte nicht mit der Anschuldigung leben, dass wir ihn vertrieben hätten“.
Im Zentrum der Vereinbarung stand eine klare Botschaft, wie das Team arbeiten würde. Padovani sagte, sie habe Marquez gesagt: „Das ist unser Team; es ist etabliert; wir fühlen uns zusammen wohl. Man kann nicht reinkommen und das System ändern.“ Zudem verriet sie eine konkrete Einschränkung: Marquez durfte keine eigenen Vertrauten mit ins Team bringen.
Padovani erinnerte sich anschließend an einen humorvollen Moment aus Marquez’ erstem Fotoshooting mit Gresini. Sie sagte, das Team habe einen Streich gespielt, indem es eine Attrappe einer Spinne in eines seiner Hosenbeine am Rennanzug gesteckt habe. „Als Willkommensgeschenk hatten sie eine Attrappe-Spinne in eines seiner Hosenbeine gesteckt“, sagte Padovani. Als Marquez es bemerkte, nachdem er den Anzug angezogen hatte, habe er reagiert: „Jetzt ist es nicht mehr retuschiert. Jetzt beginnt unsere Geschichte.“
Mit Blick darauf, was Marquez besonders machte, hob Padovani seinen technischen Beitrag und seinen Fahrstil hervor. Sie sagte, er liefere „so viele Daten“, dass sie diese „gern an alle Fahrer weitergeben würde, die zu uns kommen“. Padovani lobte außerdem seine Fähigkeit, über das hinauszugehen, was sie als „die Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit“ bezeichnete, und nannte es „für uns eine Meisterklasse“. Ihrer Ansicht nach können nur „eine Handvoll Fahrer“ diese Eigenschaft erreichen – „die schwierigste Qualität in unserem Sport – und seine größte Stärke“.
Marquez (33) gewann sieben MotoGP-Weltmeisterschaften (2013, 2014, 2016, 2017, 2018, 2019 und 2025). Nach seiner Zeit bei Honda von 2013 bis 2023 wechselte er 2024 zu Ducati. Dort verbrachte er eine Saison bei Gresini, bevor er 2025 zum Ducati-Werksteam wechselte.