DUCATIS UNVERGESSLICHSTE MOTOGP-SIEGE UMFASSEN STONER, MARQUEZ UND BAYLISS
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Die MotoGP-Geschichte von Ducati wird oft in Dominanz-Phasen erzählt, doch die unvergesslichsten Momente erstrecken sich über den gesamten Bogen der Rückkehr der Marke in den Grand-Prix-Rennsport: von frühen Durchbrüchen über den Triumph in der Weltmeisterschaft bis hin zu richtungsweisenden Siegen, die zusätzliches Gewicht in der Erzählung tragen.
Das moderne Ducati-MotoGP-Kapitel begann 2003. Damals kehrte der Hersteller aus Bologna nach Erfolgen in anderen Motorrad-Rennserien in die Königsklasse zurück. Dieser Comeback brachte sofort das erste Podium: Loris Capirossi sicherte Ducati bei Suzuka den ersten Podiumsplatz in der Premier Class. Der Durchbruch kam schnell. Beim Großen Preis von Katalonien 2003 kämpfte Capirossi vorne, nutzte einen Fehler des damaligen Weltmeisters Valentino Rossi und setzte sich ab. Er gewann mit mehr als drei Sekunden Vorsprung. Der Erfolg war Ducatis erster Sieg in der Premier Class der neuen Ära und markierte den Start in ein neues Jahrhundert für das Team.
Zu den frühen Siegen gehörte auch ein Märchenhöhepunkt im Jahr 2006. Nachdem Sete Gibernau beim Rennen zuvor in Portugal verletzt worden war, holte Ducati für das Saisonfinale in Valencia Troy Bayliss ins Team. Bayliss, frisch gekrönter Weltmeister der Superbike-Klasse, schockierte das Fahrerlager: Er wurde Zweiter und übernahm dann vom Start weg die Kontrolle. Er führte zu einem Ducati 1:2 vor Capirossi und holte sich seinen ersten – und einzigen – MotoGP-Sieg. Die Geschichte stach besonders heraus, weil Bayliss in den Jahren zuvor in der MotoGP zu kämpfen hatte, nun aber mit einem neuen Motorrad und unbekannten Reifen auftrat und das Feld dominierte.
Der nächste große Meilenstein kam 2007 mit Casey Stoner. Ducati hatte bereits Siege gekostet, aber noch keinen konstanten Erfolg über eine komplette Saison gefunden. Stoners Ankunft änderte das. Beim Rennen vor seinem Heim-Event sicherte er Ducati den ersten Fahrertitel, nachdem er in Japan nur den sechsten Platz belegt hatte. Dann folgte Phillip Island – und aus den Feierlichkeiten wurde etwas Historisches: Stoner dominierte das Wochenende, holte die Pole-Position und fuhr ein fehlerfreies Rennen, um seinen Heim-GP zum ersten Mal zu gewinnen – auf einer Maschine mit dem weißen World-Champion-Design.
Als sich Ducatis Meisterschaftsambitionen weiterentwickelten, entstand 2017 ein prägendes Rennmoment. Diese Saison spielte sich inmitten von Marc Marquez’ Hochphase der Dominanz ab, während Ducati den Auftrag bekam, „einen König zu stürzen“. Andrea Dovizioso lieferte ab, indem er Marquez bis zum letzten Rennen des Jahres unter Druck setzte. Doch der unvergesslichste Ducati-Moment dieser Kampagne kam beim Österreich-GP. Ein über das gesamte Rennen gehender Kampf zwischen Dovizioso und Marquez mündete in ein Duell in der letzten Runde: Marquez ging in der letzten Kurve innen rein, doch Dovizioso hatte die Attacke erwartet, konterte mit einem Switchback und setzte sich dann an der Ziellinie durch. Er gewann mit nur 0,176 Sekunden Vorsprung.
Der moderne Comeback-Story von Ducati erreichte 2022 einen dramatischen Höhepunkt. Der Titelkampf von Francesco Bagnaia wird als die größte Titelrückkehr in der Geschichte der MotoGP beschrieben, und sein letzter Sieg der Saison fiel beim vorletzten Rennen in Malaysia. Ausgehend von Startplatz 9 schoss Bagnaia mit einem starken Start in die Lücke und kletterte bis zur ersten Kurve auf Rang zwei. Danach überstand er ein intensives, hochspannendes Duell mit Enea Bastianini, um sich den hart erkämpften Sieg zu sichern. Der Erfolg war besonders wichtig, weil Bagnaia in das Saisonfinale mit einem deutlichen Vorsprung ging – nachdem er zuvor einen 91-Punkte-Rückstand gegen den späteren Vizemeister Fabio Quartararo aufgeholt hatte.
Der jüngste Meilenstein, der von Ducatis unvergesslichsten Siegen hervorgehoben wird, folgte 2026 beim Ungarn-GP. Marquez’ Sieg war Ducatis 100. MotoGP-Sieg, und er brachte eine zusätzliche Storyline mit: Seine Fitness stand nach einer doppelten Operation, die weniger als einen Monat vor der Ankunft in Balaton Park erfolgt war, unter intensiver Beobachtung. Während Aprilia den obersten Podestplatz dominierte, antwortete Marquez mit einer Meisterklasse: Er gewann beide Rennen an diesem Wochenende und untergrub das Vertrauen seiner Teamkollegen. Das Wochenende markierte zudem einen persönlichen Meilenstein: Marquez feierte seinen 100. Grand-Prix-Sieg und festigte damit weiter seinen Platz unter den größten Größen des Sports.