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TRACKHOUSE-APRILIA CREW-CHEF SAGT, AI OGURA MUSS FRÜH IN DEN RENNEN HÄRTER ANGRIFFEN

2h ago·

Trackhouse-Aprilia-Crewchef Giovanni Mattarollo hat die entscheidenden Bereiche beschrieben, an denen er gemeinsam mit Ai Ogura arbeitet. Der Japaner will in MotoGP-Rennen früher stärker werden. In einem Interview mit SPEEDWEEK.com’s Manuel Pecino ging Mattarollo vor allem auf Oguras Entwicklung vom Start bis zum Rennen ein, auf dessen Art, an die Grenzen zu gehen, und darauf, wie nach Rückschlägen wieder Selbstvertrauen aufgebaut wird.

Ein wiederkehrender Punkt sei, dass Ogura historisch Schwierigkeiten hatte, den Hinterreifen zu Beginn der Rennen schnell auf Temperatur zu bringen. „Ja, und eigentlich hat er im Vergleich zum letzten Jahr schon sehr viel verbessert“, erklärte Mattarollo. Allerdings sei Oguras Vorgehen anders als bei anderen: „Er nimmt sich immer Zeit, um die Situation zu verstehen, bevor er ans Limit geht.“ Selbst wenn er mehrere Tage auf der Strecke verbringt, baue Ogura das Vertrauen Schritt für Schritt bei jeder Session auf.

Diese analytische Herangehensweise könne allerdings das Renntempo in den ersten Runden beeinflussen. „In den ersten Läufen analysiert er oft noch die Situation, statt direkt 100 Prozent zu geben“, sagte Mattarollo. Daran arbeite das Team. Gleichzeitig hob er einen unerwarteten Vorteil hervor: Die vorsichtige Herangehensweise helfe Ogura auch dabei, den Reifenverschleiß außergewöhnlich gut zu managen. „Manchmal spart er sie sogar zu sehr“, so Mattarollo, und verwies auf Rennen, in denen überraschend viel Reifenleistung bis zum Ende verfügbar blieb.

Die Richtung ist klar: „Das Ziel ist, dass er früher angreift“, sagte Mattarollo. Er glaubt, dass Ogura bereits auf dem richtigen Weg ist. Wenn er lernt, von Beginn an härter zu pushen, werde er am Ende des Rennens noch mehr Reifenleistung übrig haben als die meisten Fahrer.

Mattarollo sprach zudem einen weiteren Faktor an, der Oguras Rhythmus beeinflussen kann: die Zeit, die nötig ist, um nach einem Sturz wieder Selbstvertrauen zu gewinnen. Er stellte Oguras Prozess dem anderer Fahrer gegenüber. „Manche Fahrer wie Marco Bezzecchi stürzen, kommen sofort wieder aufs Bike und sind direkt schnell“, sagte Mattarollo. „Mit Ai ist es anders. Er muss sein Selbstvertrauen erst wieder aufbauen, bevor er erneut seine maximale Leistung abrufen kann.“ Dieses Muster könne sich laut ihm auch bei nassen Bedingungen zeigen. Ogura sei im Regen nicht langsam, aber er brauche länger, um das Grip-Niveau einzuschätzen und das Vertrauen wieder aufzubauen.

Auf die Frage, ob sich das verbessert, verwies Mattarollo auf die Schwierigkeiten des vergangenen Jahres. „Letztes Jahr war es schwierig, weil er mehrere Stürze und Verletzungen hatte, wodurch er den Prozess ständig neu starten musste“, sagte er. Dennoch sei der Fortschritt in den Ergebnissen sichtbar. Er nannte, dass Ogura in der letzten Saison in den letzten beiden Rennen direkt Q2 erreicht habe, während er in diesem Jahr in den ersten vier Events jeweils direkt die Qualifikation für Q2 schaffte. „Er baut jedes Wochenende Selbstvertrauen auf und wird stärker“, sagte Mattarollo.

Als Ziel nannte Mattarollo einen klaren Maßstab: Jede Session innerhalb der Top 10 beenden. Für das Qualifying sei das Minimum ein Platz auf der zweiten Startreihe. „Denn wenn Ai vorne startet, wissen wir genau, was er im Rennen leisten kann“, fügte er hinzu.

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