DUCATI-DIREKTOR SAGT, JACK MILLER IST KEINE PRIORITÄT, WENN ER KEINEN MOTOGP-PLATZ BEKOMMT
3d ago·

Ducatis Pläne im World Superbike für 2027 scheinen sich für Jack Miller weiter zu verengen. Teamdirektor Mauro Grassilli deutete an, dass die Priorität des italienischen Herstellers nicht der Australier sei, falls Miller am Ende ohne MotoGP-Motorrad dasteht. Seine gegenüber GPOne wiedergegebenen Aussagen legen nahe, dass Ducati Iker Lecuona lieber in der WSBK-Aufstellung behalten würde und, falls eine Änderung nötig wird, nach einem italienischen Ersatz suchen würde.
Hintergrund ist, dass Millers MotoGP-Zukunft angesichts der sich füllenden Startaufstellung und der Aktivitäten anderer Teams zunehmend ungewiss wird. Aktuelle Berichte brachten Trackhouse mit der Verpflichtung von Luca Marini und Enea Bastianini in Verbindung – ein Schritt, der Millers Optionen weiter verkleinern würde. Parallel dazu heißt es, Pramac prüfe Moto2-Pilot Izan Guevara für einen Platz neben Toprak Razgatlioglu, wodurch sich für den 31-Jährigen noch weniger Möglichkeiten ergeben.
Im WSBK-Lager hängt Ducatis Lage vor allem von Nicolo Bulega ab. Grassilli sagte, Ducati wolle „versuchen, Iker an Bord zu halten“, und anschließend abwägen, ob später ein Fahrer nachrücken könnte, falls Bulega in die MotoGP aufsteigen sollte. Er ergänzte, Ducatis „Wunsch ist, einen italienischen Fahrer zu haben“, und diese Präferenz würde Miller im Grunde aus dem Rennen werfen, sollte Bulega den Sprung in die MotoGP machen.
Grassilli stellte die Entscheidung zudem als abhängig davon dar, wie sich der Gesamtmarkt entwickelt. Ducati befinde sich noch „in einer ziemlich entscheidenden Phase“, und er werde später mehr wissen, „wenn die Zeit kommt“.
Obwohl Miller eine „starke Beziehung“ zu Borgo Panigale aus seiner MotoGP-Zeit mit dem Team hat – was Ducatis WSBK-Team als realistische Option erscheinen lässt – machen Grassillis Aussagen deutlich, dass er nicht die bevorzugte Lösung ist. Die Sicht des Direktors: Ducatis erste Wahl ist Kontinuität mit Lecuona. Falls ein Ersatz nötig wird, will der Hersteller einen italienischen Fahrer verpflichten – insbesondere für den Fall, dass Bulega 2027 zu VR46 wechselt.