ALEIX ESPARGARO SAGT, JORGE MARTIN WAR BEI APRILIA NIE VOLLSTÄNDIG ZUFRIEDEN, BEVOR ER ZU YAMAHA WECHSELTE
6 Jul·

Aleix Espargaro hat Einblicke gegeben, warum Jorge Martin 2027 von Aprilia zu Yamaha wechselt. Dabei deutet er an, dass der Spanier mit seiner Rolle in Noale nie wirklich vollständig zufrieden war. Martin soll im kommenden Jahr einen Zweijahresvertrag mit Yamaha unterschreiben und damit zu einem komplett neuen Werksaufgebot gehören, das auch Ai Ogura umfasst. Der Wechsel bedeutet, dass Martin und Ogura bei Yamaha starten, während die aktuellen Aprilia-Fahrer nach zwei Saisons mit der RS-GP das Team verlassen.
Espargaros Einschätzung rahmt die Entscheidung als weniger überraschend ein, wenn man sie im Licht von Martins Ambitionen und der anstehenden Regulierungsänderungen betrachtet. Im Gespräch mit Libertad Digital sagte der ehemalige Aprilia-Pilot, er sei „wirklich glücklich für Jorge“ und ergänzte, dass Martin in diesem Jahr „eine große Chance hat, etwas zu erreichen, was ich mit Aprilia nicht geschafft habe: Weltmeister zu werden“.
Doch Espargaro verwies auch auf eine tiefergehende Motivation hinter dem Wechsel. Er sagte, Martin „habe sich nie komplett erfüllt gefühlt“ und erklärte, der Fahrer habe „der Anführer, der Kapitän eines großen japanischen Werks“ sein wollen. Yamaha „hat ihm diese Gelegenheit gegeben“. Außerdem argumentierte Espargaro, dass der Zeitpunkt von Vorteil sein könnte, weil „mit dem Wechsel der Regeln das ein sehr kluger Schritt sein könnte“. Er betonte zudem, dass Yamaha „ausgezeichnete Verpflichtungen“ getätigt habe und dass „sowohl Jorge als auch Ai Ogura dort ihren Stempel aufdrücken können“.
Der Hintergrund von Martins Aprilia-Aus hat auch Hinweise auf Spannungen im Team enthalten. Die Berichte zufolge hatte Martin bereits früher versucht, eine Änderung durchzusetzen: Er wollte seinen Aprilia-Vertrag 2025 aufbrechen und nach Verletzungsrückschlägen einen Wechsel zu Honda forcieren. 2026 soll die Reibung noch deutlicher geworden sein. Dazu gehörte ein Vorfall in Barcelona, bei dem Martin nach einem Crash Paolo Bonora weggeschubst haben soll, sowie öffentliche Kritik von Aprilia-Teamchef Massimo Rivola, nachdem Martin beim Saisonauftakt in Ungarn drei Aprilia-Piloten in der ersten Runde ausgeschaltet hatte.
Auch die Art und Weise, wie Aprilia die bestätigte Yamaha-Entscheidung gehandhabt hat, wurde als eher zurückhaltend beschrieben. Berichten zufolge habe das Team Martins Abgang zunächst nicht anerkannt, nachdem bestätigt war, dass Pecco Bagnaia ihn ersetzen wird.
Zurzeit führt Martin die Weltmeisterschaft auf der RS-GP an und hat einen Vorsprung von sieben Punkten auf seinen Teamkollegen Marco Bezzecchi. Espargaros Bewertung legt jedoch nahe, dass selbst eine starke Position im Moment nicht ausreichte, um Martins langfristiges Ziel zu erfüllen. Da Yamaha in den vergangenen Saisons historisch Schwierigkeiten hatte, werden die Regeländerungen für 2027 als entscheidende Variable dargestellt, die die Hierarchie neu ordnen könnte—was bedeutet: Martins Führungschance bei Yamaha wird sich nur dann in Titelambitionen übersetzen, wenn das Iwata-Werk deutlich zulegt.