ALEX MARQUEZ FÜR DEN START BEIM TSCHECHISCHEN GP FREIGEGEBEN
20h ago·

Alex Márquez erhält grünes Licht für seine Rückkehr in die MotoGP beim dieswöchigen Tschechischen Grand Prix. Nach dem Ausfall der vergangenen beiden Rennen wird der Gresini-Racing-Pilot im FP1 auf seiner Gresini-Ducati fahren; seine weitere Teilnahme hängt jedoch weiterhin von einer medizinischen Beurteilung ab. Laut Speedweek hat er den Check am Donnerstag in Brünn bestanden. Damit kann er zumindest im ersten freien Training fahren, bevor eine endgültige Entscheidung darüber getroffen wird, ob er für das komplette Rennwochenende fit ist.
Die Rückkehr erfolgt gut einen Monat nach seinem Sturz beim Großen Preis von Katalonien, bei dem er sich das Schlüsselbein brach und eine Wirbelverletzung erlitt. Crash.net berichtet, dass der Unfall am Freitag im Training in Katalonien passierte: Márquez wurde von seiner Ducati abgeworfen, nachdem er das Heck des damaligen Führenden Pedro Acosta touchiert hatte. Später wurde erklärt, dass Acostas KTM wegen eines technischen Problems plötzlich langsamer wurde. Auch Márquez’ eigenes Motorrad war bereits beeinträchtigt: Er sagte, seine vordere Gabel sei gebrochen und sein Lenker verdreht gewesen, wodurch er keine Kraft mehr auf die rechte Seite übertragen konnte. Anschließend habe die Ducati „wie ein Sprung“ gemacht; obwohl er sich „ziemlich glücklich“ fühlte, glaubt er, dass der Bereich neben der Strecke, der zu dem Sprung beigetragen habe, „in Zukunft nicht dort sein kann“. Speedweek beschreibt den Crash zudem als einen, „den niemand hätte verhindern können“. Márquez sagte, er könne sich den Moment des Aufpralls erinnern und dass sein Frontbereich bereits beschädigt gewesen sei, als er mit Acosta kollidierte.
Nachdem Márquez am Tag zuvor in Katalonien den Sprint gewonnen hatte, benötigte er wegen komplexer Schlüsselbeinbrüche eine Operation. Crash.net zufolge wird seine Fitness nach FP1 erneut überprüft, und er stimmte dem gestuften Vorgehen zu. „Ich möchte auch verstehen, wie es um meinen Zustand nach FP1 steht“, sagte Márquez am Donnerstag. „Aber für mich war es mental sehr wichtig, hier zu sein, wieder Teil dieser Welt zu sein, mit dem Team, im Fahrerlager.“ Speedweek zitiert ihn außerdem mit den Worten, er fühle sich „ziemlich okay“ und wolle seinen Zustand zunächst selbst herausfinden, bevor er sich auf den Rest des Wochenendes festlegt.
Márquez beschrieb während der Reha bewusst einen mentalen Prozess statt den Vorfall wegzuschieben. Er sagte, er habe im Krankenhaus zunächst das Crash-Video angesehen und dann verarbeitet, was es bedeutete. „Ich war schon vom ersten Moment an ziemlich clever. Sonntags im Krankenhaus habe ich gesagt: ‚Ich will den Crash sehen‘. Und dann habe ich angefangen, mich zu erinnern, ich habe es akzeptiert und gesagt: ‚Okay, das ist Teil des Jobs, Teil dieser Welt‘.“ Speedweek ergänzt, dass er mit dem Ansehen des Sturzes begann und anschließend die Details wieder abrief – unter anderem, dass er nach rechts gedrängt wurde, weil die vordere Gabel bereits kaputt und der Lenker verbogen gewesen sei.
Er ging auch auf das technische Problem ein, das zu Acostas plötzlicher Verlangsamung beigetragen hatte, und betonte, dass solche Probleme zum Racing gehören und akzeptiert werden müssen. „Das ist etwas, das wir akzeptieren müssen, was man viele Male vergisst“, sagte Márquez. „Aber es ist etwas, das passieren kann.“ Er fügte hinzu, dass Fahrer und Teams manchmal davon ausgehen, ein Motorrad „kann nicht stoppen“, aber mechanische oder elektrische Defekte jederzeit auftreten können. Speedweek greift diese Botschaft auf und verweist darauf, dass ein Motorrad immer ein mechanisches oder elektronisches Problem entwickeln kann.
Zu den Verletzungen sagte Márquez, dass das Schlüsselbein der schwerwiegendere Teil sei, während der Wirbelbruch für das medizinische Team weniger alarmierend gewesen sei als die Schlüsselbein-OP. „Wenn du ‚gebrochener Wirbel‘ hörst, ist das schockierend, aber es war eher so, dass der Muskel ein kleines Stück aus dem Wirbel herausgenommen hat“, erklärte er. „Also war das für die Ärzte nicht wirklich ein Thema, das sie beunruhigt hat.“ Speedweek präzisiert, dass es sich um einen C7-Edge-Bruch handelte und dass die Ärzte vor allem darauf fokussiert waren, das rechte Schlüsselbein zu stabilisieren, das an vier Stellen gebrochen war. Márquez sagte, die Operation sei nicht einfach gewesen und dass ihm in der ersten Woche sein Kopf mehr Probleme gemacht habe als alles andere.
Auch die frühe Erholungsphase sei durch den Aufprall auf den Kopf beeinflusst gewesen – mit Schwindel, bevor es später besser wurde. „Vor allem in der ersten Woche habe ich besonders unter dem Aufprall auf den Kopf gelitten. Ich hatte ein bisschen Schwindel und all das. Aber später habe ich mich sehr verbessert und dann war alles perfekt.“ Speedweek nennt Schulterprobleme derzeit als sein größtes Thema: Er verweist auf eine frühere Schulteroperation im Jahr 2013 und erklärt, dass bei diesem komplizierten Schlüsselbeinbruch die Muskeln Zeit brauchen, um sich anzupassen.
MotoGP News liefert zudem weitere Details aus Márquez’ eigenem Behind-the-Scenes-Update: Er sagte, er habe mit derselben Art von körperlichem Problem zu kämpfen wie sein Bruder Marc Márquez nach einer Verletzungspause. In einem Video auf seinem YouTube-Kanal erklärte Alex, er habe seine Muskeln und seine Kraft neu aufbauen müssen – mit einer Woche-für-Woche-Entwicklung: „In der ersten Woche musste ich im Bett bleiben. In der zweiten Woche habe ich angefangen, mich zu bewegen, aber ich konnte kein Physio oder irgendetwas machen, wegen des Nackens, der Wirbel und all dem. In der dritten Woche habe ich angefangen, mich zu bewegen, und ich habe mich ein bisschen gepusht, weil ich sonst festgesteckt wäre. Alle meine Gelenke und alles waren sehr, sehr, sehr still. Also dann in der vierten Woche, von der dritten bis zur vierten, und jetzt, was die fünfte sein wird, habe ich mich sehr verbessert. Aber es stimmt, dass es in Sachen Kraft ist, wo ich ein bisschen hinterherhinke. Vor allem in der Schulter, weil die Gelenke, wenn sie noch eine Weile still sind, die Muskeln…“
Márquez steht aktuell auf Platz neun der Weltmeisterschaft. Crash.net merkt außerdem an, dass er nächstes Jahr voraussichtlich zum Werksteam KTM wechselt. Seine Rückkehr nach Brünn beginnt nun im FP1, bevor die medizinische Überprüfung entscheidet, ob er im vollen Programm des Wochenendes bleiben kann.