BAGNAIA MUSS DIE FÜHRUNGSSPUR STOPPEN, UM STARK ZU ENDE ZU BRINGEN, BEVOR ER DUCATI VERLÄSST
5d ago·

Francesco Bagnaia’ Wechsel weg von Ducati zum Ende von 2026 ist bereits in Gang: Der Italiener hat einen Vierjahresvertrag mit Aprilia unterschrieben. Doch während der 29-Jährige nach Noale blickt, bleibt die zentrale Frage dieselbe: Kann er aufhören, Rennen zu verlieren, nachdem er in Führung gegangen ist?
Nach 11 der 22 Rennen in der Saison 2026 steht Bagnaia auf Platz acht der Gesamtwertung mit 143 Punkten und vier Podestplätzen. Seine Bilanz ist zwar konstant, aber in den Top-Ergebnissen begrenzt: Er wartet weiterhin auf seinen ersten Grand-Prix-Sieg der Saison. Alle vier Podestplätze waren dabei jeweils Rang drei in Barcelona, Mugello, Brno und Balaton Park. Hinzu kommen vier Sprint-Podien, darunter ein Sieg, nachdem er beim Sprint-Rennen in Brno die Konkurrenz dominiert hatte.
Auch wenn die Saison in den Punkten frustrierend ist, zeigt Bagnaia, dass er führen kann. Er war 2026 für die drittmeisten absolvierten Runden verantwortlich und hat bislang 44 Runden angeführt – mehr als jeder andere bei Ducati, abgesehen von Marc Marquez und den Teamkollegen von Pedro Acosta, wenn es um die Gesamtführung geht. Marquez führte 100 Runden an, und Acostas Ankunft verschärft die Lage zusätzlich: Ducati hat Acosta bereits von KTM verpflichtet, um Marquez ab 2027 zu begleiten. Damit stand Bagnaia’s Sitz unabhängig davon, was er 2026 ablieferte, unter Druck.
Das Muster, das Bagnaia am stärksten zusetzt, zeigt sich immer dann, wenn er die Führung übernimmt. Beim United States Grand Prix zu Saisonbeginn setzte er ein positives Zeichen, als er im Sprint P2 holte. Im März beim COTA schien es, als könne er den Schwung in einen Sprint-Sieg ummünzen, doch Jorge Martin zog in der letzten Runde an ihm vorbei. Laut Bericht überholte Martin Bagnaia in der Bremszone für Kurve 12 am Ende der Back Straight.
Eine entscheidende Rolle spielte dabei die Reifenwahl. Bagnaia entschied sich im Sprint für den weichen Michelin-Reifen hinten, während Martins Ansatz es ihm ermöglichte, am Ende stärker zu sein. Bagnaia führte den 10-Runden-Sprint vom Start an, bis in den letzten Drittel der letzten Runde der Vorsprung zu schmelzen begann. Danach führte er keinen weiteren Sprint-Runden mehr an – erst beim Italienischen Grand Prix, wo ihn das Reifenmanagement erneut ausbremste.
In Mugello war Bagnaia zwar schnell genug, doch die Führung hielt nicht. Er übernahm die Spitze von Marco Bezzecchi in Runde 3 von 23, indem er die „reine Wucht“ der Ducati GP26 auf der Start-Ziel-Geraden ausspielte. Doch er konnte den Platz nicht halten: In Runde 14 fiel er schließlich hinter Bezzecchi zurück. Ai Ogura war ebenfalls nah genug, um einen Podestplatz ernsthaft in Gefahr zu bringen – er war nur eine Kurve davon entfernt, den Überholvorgang durchzubringen. Bagnaia hielt jedoch Rang drei mit gerade einmal 0,034 Sekunden Vorsprung. Am Ende lag er 5,098 Sekunden hinter Bezzecchi.
Der Tschechische Grand Prix bot Bagnaia in den Sprints ein klareres Signal. Er gewann das Sprint-Rennen in Brno, indem er jede Runde anführte. Diese Dominanz trug zunächst auch ins Hauptrennen: Er nahm Ogura in Runde 2 die Führung ab und blieb dort bis Runde 16. Ab diesem Zeitpunkt, so der Bericht, spürte Marquez eine Öffnung, als Bagnaia begann nachzulassen. Bagnaia kam am Ende 2,255 Sekunden hinter Marquez ins Ziel, der Ogura wiederum um 0,421 Sekunden schlug.
Neben Fahrkünsten und Reifenstrategie ist das tiefere Problem der Saison vor allem der Grip – insbesondere der Grip am Hinterrad – auf der Ducati GP26. Bagnaia hat wiederholt über fehlende Traktion hinten geklagt. Nach der Sommerpause wurde die Situation noch komplizierter, als bekannt wurde, dass er zusätzlich eine Verletzung mit sich trug. Der Bericht hält fest, dass er sich an seinem rechten Unterarm erfolgreich operieren ließ. Das könnte erklären, warum Ducati und Bagnaia zögerlich waren, Details zu dem „Bremsproblem“ preiszugeben, auf das Bagnaia oft verwiesen hatte.
Nachdem die Verletzung nun behandelt ist, besteht Bagnaia’s nächste Herausforderung darin, wieder um die Führungsposition in beiden Sprints und Grand Prix zu kämpfen – und dabei zugleich die Grip-Probleme zu lösen, die ihn immer wieder ausbremsen, sobald er vorne etabliert ist. Für Ducati werden die letzten Monate an genau diesem Maßstab gemessen; für Aprilia ist die Hoffnung, dass der Fahrer, der 2027 ankommt, Führung endlich in Ergebnisse umwandeln kann und Borgo Panigale mit erhobenem Kopf verlässt.