BULEGA AN DER SPITZE BEIM MOTO-GP-TEST IN BARCELONA, AUCH PEDROSA UND BIAGGI MIT RUNDEN
4d ago·
Nachdem die regulären MotoGP-Piloten nach dem Sachsenring-Wochenende eine Pause eingelegt hatten, arbeiteten die Testteams weiter in Barcelona-Catalunya auf dem Montmeló. Während die Vorbereitungen für die nächste technische Ära ab 2027 an Fahrt gewinnen, umfassen die neuen Regeln unter anderem eine Reduzierung der Motorleistung von 1000 cm³ auf 850 cm³, gekürzte Aerodynamik sowie den Wegfall höhenverstellbarer Fahrwerkskomponenten.
Mehrere Hersteller nutzten die privaten Testtage in Katalonien, Yamaha fehlte jedoch als auffällige Ausnahme. Honda Racing Corporation, verantwortlich für die MotoGP-Werksaktivitäten, schickte Takaaki Nakagami auf die Strecke. KTM führte sein Testprogramm mit Dani Pedrosa an, der die neue RC16 pilotierte. Auf seiner Heimstrecke stellte Pedrosa eine persönliche Bestzeit von 1:39.99 auf und lag damit vor Nakagami.
Der stärkste Eindruck ging allerdings von Ducati Corse aus. Nicolo Bulega – zugleich eine führende Figur in der Superbike-Weltmeisterschaft und ein künftiger VR46-MotoGP-Fahrer – setzte die schnellste Zeit des Tests. Mit einer Runde in 1:39.23 brachte er sich bis auf 1,7 Sekunden an den Barcelona-Rekord heran, den Alex Marquez 2025 auf einer Ducati aufgestellt hatte. Bulega und Pedrosa waren die einzigen Fahrer, die in der Session die 1:40-Marke durchbrachen.
Bulegas Tempo stach vor dem Hintergrund eines vollen Terminkalenders besonders hervor. In den Wochen vor dem Barcelona-Test hatte er mehrere Verpflichtungen unter einen Hut gebracht: Superbike-Rennen in Donington Park, die zeitgleich mit dem MotoGP-Event am Sachsenring liefen, einen Auftritt am Donnerstag beim Goodwood Festival of Speed und eine Woche zuvor das Wochenende bei der World Ducati Week. Zudem teilt er weiterhin seine Zeit zwischen MotoGP-Tests auf der 850er Ducati und Superbike-Tests mit Michelin-Reifen.
Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com gab der 26-Jährige zu, dass er die Belastung spüre: „In den vergangenen Wochen war ich mehr auf Events und beim Fahren des Bikes als zu Hause. Okay, es gibt härtere Dinge im Leben als Motorradfahren. Aber nach ein paar Tagen braucht der Körper Entspannung, weil es ein sehr anspruchsvoller Sport ist. Nach diesem Test möchte ich 15 oder 20 Tage weg von den Bikes nehmen.“
Aprilia hingegen war weiterhin voll im Testmodus. Lorenzo Savadori arbeitete für das Werk in Barcelona und erzielte eine Bestzeit von 1:40.17. Auch Aprilias Veteran Max Biaggi war mit von der Partie. Er fuhr an beiden Tagen eine RSV4 im Stock-Spec und absolvierte dabei mehr als 100 Runden. Biaggis beste Zeit lag bei 1:44, doch der Team-Hintergrund war klar: Seine umfangreiche Superbike-Erfahrung – er war 2010 und 2012 Weltmeister – umfasst auch die Vertrautheit mit Pirelli-Reifen, die ab 2027 in der MotoGP eingesetzt werden sollen.