CAL CRUTCHLOWS WICHTIGSTE MEILENSTEINE: SEIN ERSTER MOTOGP-SIEG, PODIEN UND SIGNATURE-MOMENTE
5d ago·

Cal Crutchlows MotoGP-Karriere wird oft für zwei Dinge in Erinnerung gerufen: für Momente purer Konkurrenzlust und für eine direkte, fanfreundliche Art, die ihn im Fahrerlager besonders machte. Der britische Pilot startete 2011 in der Königsklasse: Er wechselte zu Tech3 und gab beim Qatar Grand Prix sein Debüt auf einer Satelliten-Yamaha YZR-M1. Mit Startplatz acht wurde er im Rennen 11., holte fünf Punkte – in einem Lauf, den nur 13 Fahrer im Ziel sahen.
Der Weg nach ganz oben war nicht sofort da, doch 2016 mündete er in einen historischen Triumph. Nach mehreren MotoGP-Jahren – darunter ein Jahr mit Ducati 2014 – beendete er schließlich Großbritanniens lange Durststrecke auf einen Sieg in der Premier Class beim Czech Grand Prix in Brünn. Dafür brauchte er bis zum 98. Grand-Prix-Start seinen ersten MotoGP-Sieg, und wie er ihn holte, wurde Teil der modernen britischen Rennsportgeschichte: Crutchlow war der erste britische Fahrer, der seit Barry Sheene 1981 ein Rennen der Premier Class gewann.
Der Czech GP 2016 selbst war eine Geschichte von Timing und Reifenwahl. Crutchlow startete das nasse Rennen mit harten Reifen vorne und hinten, nachdem er mit weichen Regenreifen ins Grid gekommen war. Die Entscheidung kostete ihn zunächst: Er fiel früh von Platz 10 auf Rang 15 zurück. Doch sobald die harten Reifen in ihren Arbeitsbereich kamen, drehte sich das Blatt. Er arbeitete sich mit wachsender Autorität nach vorn, unter anderem mit einem Überholmanöver an Valentino Rossi in Kurve 8 bei noch 16 Runden zu fahren. Dani Pedrosa wurde ebenfalls von Crutchlows Schub eingeholt – 15 Runden vor Schluss war der Brite dann der schnellste Mann auf der Strecke. Marc Marquez hatte keine Antwort auf den Momentum-Schub: Crutchlow holte sich auf dem Weg zu Kurve 13 Platz vier und übernahm schließlich mit sieben Runden vor Schluss die Führung von Andrea Iannone. Er gewann am Ende mit 7,298 Sekunden Vorsprung auf Rossi im zweiten Platz.
Neben diesem richtungsweisenden Sieg umfasste Crutchlows Laufbahn mehrere Pole-Positions und Podestplätze, die zeigten, dass er liefern kann, wenn es darauf ankommt. In der MotoGP holte er viermal die Pole. Seine erste Pole holte er 2013 beim Dutch Grand Prix in Assen mit Tech3: Auf der Satelliten-Yamaha fuhr er eine 1:34.398 und schlug Marc Marquez um 0,357 Sekunden. Weitere Pole holte er beim 2013er Czech GP, beim 2016er British GP und beim 2018er Spanish GP. In Silverstone 2016, für LCR Honda unterwegs, lieferte Crutchlow eine Wet-Lap-Pole von 2:19.265 – und verwies Rossi auf Platz zwei um 0,998 Sekunden. In diesem Rennen nahm Maverick Vinales ihm jedoch den emotionalen Heimsieg ab und kam 3,480 Sekunden vor ihm ins Ziel.
Sein erstes Podium kam früher als sein erster Sieg. Beim Czech Grand Prix 2012 in Brünn wurde Crutchlow Dritter für Tech3 und gesellte sich damit zu Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo auf das Podium. Er lag 12,343 Sekunden hinter dem Führenden, doch das Ergebnis bestätigte sein Potenzial in der Premier Class.
Wenn man auf die besten Rennen seiner Vollzeit-MotoGP-Jahre schaut, steht Brünn erneut im Mittelpunkt. Der Sieg beim Czech GP 2016 gilt allgemein als sein herausragendstes Resultat, doch auch andere Läufe unterstreichen seine Konkurrenzfähigkeit. 2013 fuhr er beim Czech GP stark auf den dritten Platz – von Startplatz zwei aus. 2016 wurde er beim British GP ebenfalls Zweiter, nachdem er von der Pole gestartet war.
Ein weiterer charakteristischer Sieg gelang Crutchlow 2018 beim Argentinien Grand Prix in Termas de Rio Hondo. Er qualifizierte sich nur als Zehnter, fuhr aber durch und schlug Johann Zarco um 0,251 Sekunden. Das Rennen begann ungewöhnlich, als Jack Miller allein vorne aufgestellt wurde, nachdem er einen Vier-Reihen-Vorsprung erhalten hatte. Viele Fahrer zogen sich daraufhin an die Box zurück, um die Reifen zu wechseln, nachdem sie zunächst mit nassem Gummi gestartet waren. MIllers Vorteil hielt jedoch nicht lange, und Crutchlows Reifenmanagement wurde zum entscheidenden Faktor. Er hielt genug Leben in seinen Reifen, um dem letzten Runden-Druck von Zarco standzuhalten und die Zielflagge zu sehen.
Dieser Sieg brachte ihm zudem das bekannteste Zitat seiner Karriere. Nach dem Eintreffen im Parc Fermé richtete Crutchlow seine berühmte Ansage an die TV-Kameras: „Don’t doubt me!“